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hr2 Der Tag



hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.



Last Build Date: Fri, 23 Feb 2018 18:12:43 GMT

Copyright: Hessischer Rundfunk
 



Entsäuern, entschlacken, erneuern - Merkels Verjüngungskur

Fri, 23 Feb 2018 18:00:00 GMT

Die Bundeskanzlerin bastelt gerade an ihrem vierten Frühling. In ihrer Partei allerdings grummelt es. Viele sind unzufrieden mit dem Koalitionsvertrag, hadern mit der Chefin, der Ressortverteilung und fordern neue Orientierung und überhaupt: Erneuerung. Heraus kommt zunächst wohl: Verjüngung. Den Auftakt machte die Parteichefin mit der Proklamation der neuen Generalsekretärin. Aber Annegret Kramp-Karrenbauer ist zwölf Jahre älter als der scheidende Peter Tauber. Eine Verjüngung ist das eher nicht. Und Neuorientierung? Nun ja - "AKK" wird bereits als "die nächste Merkel" gehandelt. Bis zum GroKo-Parteitag am nächsten Montag muss die Kanzlerin also nachlegen: "Merkels Liste" (Handelsblatt) muss junge Gesichter zeigen. Und - weil Jugend allein noch kein Wert ist - Orientierung geben. Na gut - sagen wir: eine Richtung angeben. Am besten in die Zukunft …


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"Shame on you!" – Emma und die Waffenlobby

Thu, 22 Feb 2018 18:00:00 GMT

Wieder ein Amoklauf an einer amerikanischen Schule. Das Massaker war bereits die 18. Schießerei in einer amerikanischen Schule allein in diesem Jahr. Doch Florida will die Waffengesetze nicht verschärfen: mit großer Mehrheit wurde der Antrag im Parlament abgelehnt. Viele vor allem junge Menschen sind enttäuscht und wütend. Unter den Schülerinnen und Schülern regt sich lauter Protest. Sie gehen auf die Straße und organisieren sich in den sozialen Netzwerken. Der Widerstand hat ein Gesicht: das der 18jährigen Emma Gonzales, einer Überlebenden des jüngsten Massakers. Ist das der Wendepunkt? Hat der Protest der Jugendlichen das Potential zu einer nationalen Massenbewegung zu werden, die Politik und Waffenlobby in die Schranken weist?


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Endstation Carport: Wenn das Fahrverbot kommt

Wed, 21 Feb 2018 18:00:00 GMT

Er könnte schneller stehen, als man denkt: der Diesel - vor den Toren der Städte. Dann nämlich, wenn das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ausbremst. Die weigern sich bislang, Fahrverbote zu verhängen, obwohl in Düsseldorf und Stuttgart die Luft schon lange viel stärker belastet ist, als die EU erlaubt. Das gilt ebenso für 60 weitere deutsche Städte. Deshalb steht auch eine Klage der Europäischen Union gegen Deutschland an. Die Bundesregierung will Fahrverbote unbedingt verhindern, die Städte fürchten sich vor dem Chaos und die Autoindustrie tut nichts, um es zu vermeiden. Die Technik allerdings, die alten Diesel nachzurüsten und deutlich sauberer zu machen, gibt es schon lange. Sie kostet allerdings - und die Autoindustrie will nicht zahlen. Sie investiert lieber in Betrugssoftware und Lobbyarbeit und verspielt damit ihre eigene Zukunft - und verstellt den Dieselfahrern den Weg in die Städte …


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Auf dem Maultier in den Nordirak – Die Bundeswehr im Einsatz

Wed, 21 Feb 2018 11:00:00 GMT

Es passt nicht zusammen: Einerseits soll die Bundeswehr zusätzliche Aufgaben übernehmen. Im Irak, in Europa und in der Nato. Andererseits ist die Truppe dafür nicht gerüstet. Was fehlt? Unterwäsche und Zelte. Ersatzteile für Flugzeuge und Schiffe. Die Liste der Mängel ist bizarr, man würde die Lücken eher in einem Sahel-Staat vermuten. Und was sagt die Bundesverteidigungsministerin dazu? Sie preist die Zuverlässigkeit Deutschlands und will den Einsatz der Bundeswehr auf den gesamten Irak ausdehnen. Auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz konnte Ursula von der Leyen keine überzeugenden Auskünfte geben. Dabei sind die Ausrüstungsmängel der Bundeswehr schon lange bekannt, die Klagen des Wehrbeauftragten sind unüberhörbar. Aber passiert ist offenbar nichts.


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Kleine Kümmel-Kunde für die AfD

Mon, 19 Feb 2018 18:00:00 GMT

"Kümmelhändler" und "Kameltreiber" nannte der Partei- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, die türkische Gemeinde in Deutschland am politischen Aschermittwoch. Der Mann ist ein bekannter Scharfmacher. Und er weiß vermutlich, was er tut. Von Poggenburg kommt ja wenig überraschend auch der Vorstoß, AfD-Mitgliedern das Reden auf Veranstaltungen der Pegida zu erlauben. Bisher ist das laut Partei-Satzung verboten. Parteichef Gauland findet denn auch nicht so schlimm, was Poggenburg von sich gegeben hat: "drastische Sprache", wie es halt am Aschermittwoch üblich sei. Vorstandskollege Meuthen wiegt bedenklich den Kopf, wie es sich für das bürgerliche Aushängeschild der Partei gehört. Aber steht nicht eher ein André Poggenburg für das, was die AfD im Innersten ausmacht: völkisches Denken und aggressive Fremdenfeindlichkeit? Markus Söder, dessen CSU in Bayern mit den Rechtsaußen bei der Landtagswahl konkurriert, sagte jedenfalls: die AfD sei keine bürgerliche Partei und der NPD näher als der Union.


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Mit dem Rücken zur Leinwand - Berlinale 2018

Fri, 16 Feb 2018 18:00:00 GMT

Großes Kino auf der Berlinale. Und: Großes Kino in der Defensive? Wird dem Film "an sich" der rote Teppich ausgerollt, auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin, während er abseits davon Gefahr läuft, den Boden unter seinen Füßen zu verlieren? Je mehr Filmschaffende sich in der MeToo-Debatte zu Wort melden oder von ihr erfasst werden, desto weniger bleiben übrig, die noch unbelastet davon Filme machen können. Und das zu einer Zeit, da der Film immer größere Schwierigkeiten hat, sich als eigenständig zu behaupten. Gegen erzählende Serien, z.B., deren Fortsetzung nicht von einer Woche zu anderen auf sich warten lässt, sondern online innerhalb weniger Sekunden verfügbar ist. Das Epische also hat sich den digitalen Ort zunutze gemacht und das Kino scheint zur Bebilderung der Kurzgeschichte degradiert. Wie aber wehrt sich der Film - gegen alles, was ihn beschränken, belasten und bedrohen könnte? Und was tragen große Festivals wie die Berlinale dazu bei, um ihn zu stützen?


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Nie wieder Schwarzfahren! Kostenloser Nahverkehr für alle?

Thu, 15 Feb 2018 18:00:00 GMT

Schlechte Zeiten für Kontrolleure, aber umso bessere für Bus- und Bahnfahrer und vor allem für die Umwelt. So stellt sich das die geschäftsführende Bundesregierung vor, wenn aus dem ÖPNV ein "KÖPNV" wird, ein kostenloser öffentlicher Personennahverkehr. Eine Idee, die aus der Not geboren wurde. Denn Deutschland muss sich auf eine Klage der EU-Kommission gefasst machen. Weil es unseren Politikern bislang nicht gelungen ist, die Luft in deutschen Städten sauberer zu machen. Und so wollen sie uns jetzt mit einem Gratis-Angebot dazu verführen, vom schmutzigen Auto auf saubere Busse und Bahnen umzusteigen. Aber wird Bus- und Bahnfahren schon dadurch attraktiver, dass die Fahrgäste nichts mehr dafür bezahlen müssen? Und wer bezahlt stattdessen? Denn Busse und Bahnen müssen ja weiterhin gebaut, gekauft und repariert und ihre Fahrer bezahlt werden. Durchaus möglich also, dass wir uns auf einen kostenlosen ÖPNV umsonst gefreut haben.


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Wer sind die Staatsfeinde? Die Türkei unter Erdogan

Wed, 14 Feb 2018 18:00:00 GMT

Seit einem Jahr sitzt der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel schon in Haft. Noch immer warten er und sein Anwalt auf eine Anklageschrift. Alle Bemühungen der Bundesregierung, seine Freilassung zu erwirken, sind fehlgeschlagen. Ist Yücel ein Staatsfeind für den türkischen Präsidenten? Nützt er als Häftling den politischen Zielen Erdogans? Wie dieser sein Land bereits umgepolt hat, zeigen jüngste Meinungsumfragen. Danach ist eine Mehrheit in der Türkei antiwestlich und antieuropäisch eingestellt. Solche Stimmungen erleichtern es dem Präsidenten, vermeintliche Feinde an den Pranger zu stellen. Auch deshalb wägen sogar die Abgeordneten seiner Regierungspartei jedes öffentliche Wort sorgfältig ab. Am Donnerstag trifft die Kanzlerin den türkischen Ministerpräsidenten. Kann sie die Lage für Yücel verbessern?


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Bingo oder Bätschi - Countdown für die SPD

Tue, 13 Feb 2018 18:00:00 GMT

Eine Frau soll Parteivorsitzende der SPD werden. Zunächst kommissarische Parteivorsitzende. Andrea Nahles, die derzeitige Fraktionsvorsitzende, wäre dann die erste Frau in der Geschichte der 155 Jahre alten Partei. Endlich - könnte man sich freuen, aber die Stimmung ist nicht danach. Nahles wird es nur, weil Martin Schulz nicht mehr will. Davor wollte der Mann aus Würselen noch Außenminister werden. Demnächst ist er nur noch Abgeordneter. Und Andrea Nahles würde ihre Amtszeit mit einer internen Debatte beginnen: ob ihre Verabredung mit Schulz, den Parteivorsitz zu übernehmen, wirklich eine so tolle Idee war. Und dann läuft der Countdown: die Genossen müssen ja erst einmal davon überzeugt werden, für die GroKo zu stimmen: in sieben Regionalkonferenzen vom 17. bis 25 Februar. Die NoGroKo Tour der Jusos, allen voran ihr ambitionierter Bundesvorsitzender Kevin Kühnert, 28 Jahre jung, geht durch 20 Städte. Und am 4. März steht dann fest, ob die nächste Bundesregierung erneut von einer großen Koalition gestellt wird oder nicht. Es könnte ungemütlich werden für die neue Vorsitzende und ihre Partei.


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Im Namen der Rosen - Eine dufte Sendung

Mon, 12 Feb 2018 18:00:00 GMT

Was haben die Perser, die Briten und die Internationale Gewerkschaftsbewegung gemeinsam? Sie stehen auf Rosen. In seiner Geburtstadt Shiraz schrieb der berühmte Dichter Hafis im 14. Jahrhundert anmutige Gedichte über diese Blume. Die kennt bis heute jeder Iraner. Auch in der Rosenzüchtung kann man den Gärtnern von Shiraz nichts vormachen. Das geben sogar jene auf der Insel zu, die Great-Britain für das Empire der Rosen halten. Eine stolze englische Kletterrose heißt "Penny Lane“, benannt nach dem gleichnamigen Welthit der Beatles. Lange vor der Züchtung dieser Blume im Jahr 1998 adoptierten amerikanische Arbeiterinnen das duftende Gewächs: Sie forderten "Brot und Rosen“, wenn sie für gerechtere Löhne und bessere Lebensbedingungen streikten. Mit Rosen gelingt so vieles. Zu Beginn der Liebe wie auch beim Abschied.


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Heimat – ein Wort macht Politik

Fri, 09 Feb 2018 18:00:00 GMT

Das gab es noch nie: Ein Bundesministerium, das sich um unsere Heimat kümmern soll - und Horst Seehofer soll’s richten. In Bayern haben sie damit schon Erfahrung. Dort gibt es mit dem Söder Markus bereits einen obersten Heimatschützer. Doch was genau schützt der eigentlich - und wie? Und was soll der Bundes-Heimatminister in spe für die Bürger von Kiel bis Konstanz leisten? Ist das neue Ressort ein Tribut an die deutschtümelnde Konkurrenz von rechtsaußen? Wie praktisch dann, dass der Heimatminister zugleich Innenminister wird, ergo die Migrationspolitik verantwortet. Oder ist es längst überfällig, das Bundesheimatministerium, um die ungleichen Lebensbedingungen in Stadt und Land, Ost und West, unter die Lupe zu nehmen und stärker zusammenzubringen, was zusammengehört? Und was ist sie überhaupt diese Heimat? Künftig gilt wohl: Heimat ist, was Horst beschützt.


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Kunst und Moral. Wenn Körper provozieren.

Thu, 08 Feb 2018 18:00:00 GMT

Es ist eine Binsenweisheit, aber wahr: Kunst muss provozieren, um interessant zu sein. In europäischen Museen hängen zahllose Bilder aus vielen Epochen, die genau das tun. Sie zeigen nackte Haut und lüsterne Posen: von Männern und Frauen, von Knaben und Mädchen, die den Künstlern einst Modell gestanden haben. Solche Szenen finden heute manche wieder sexistisch oder pädophil, ergo: anstößig. Diese Debatte ist nicht neu, aber ihre Schlagkraft beachtlich. In der Art Gallery in Manchester wurde kürzlich ein Gemälde mit halbnackten Nymphen von 1896 abgehängt. Jetzt hängt es wieder. Weltweit geraten Museumsdirektoren unter Druck, ihre Bestände auf moralisch zumutbare Kunst zu prüfen. Ein Angriff auf die Freiheit der Kunst? Wohin kommen wir, wenn diese Bilder abgehängt würden? Würde damit dem Rigorismus einer Minderheit gefolgt? Und wie steht es um Rubens. Wird der Maler Rubens, dessen Werke jetzt im Frankfurter Städel gezeigt werden, die "Moral-Prüfung“ bestehen?


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Schlimmer geht's immer - Italien hat die Wahl

Wed, 07 Feb 2018 18:00:00 GMT

Dass stabile Mehrheiten kein Naturgesetz sind, lernen deutsche Wähler gerade. In Italien ist man da schon chaoserprobter - die Parlamentswahlen am 4. März werden der nächste Härtetest: Der Linken droht eine krachende Niederlage, in deren Angesicht sie sich in Selbstzerfleischung übt. Nach den Schüssen eines Rechtsextremisten auf afrikanische Einwanderer ist die Immigration explosives Wahlkampf -Top-Thema. Das freut die rechtspopulistische Lega Nord - und spielt ihrem Verbündeten, dem ewigen Silvio Berlusconi, ein Lächeln ins geliftete Gesicht. Eine tragicommedia - die man in Brüssel gespannt verfolgt. Ein weiteres Land mit schwieriger Regierungsbildung kann die EU nicht gebrauchen - und auch die europäische Sozialdemokratie beäugt das Ringen ihrer italienischen Genossen mit Bangen.


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Das Generationengequatsche. Wer sind wir und wie viele?

Tue, 06 Feb 2018 18:00:00 GMT

Manchmal sieht man sie noch in Kreuzberger Kneipen oder im Frankfurter Club Voltaire: Ergraute Herrschaften, die über längst vergangene Zeiten seufzen. Fragt man sie, wer sie sind und was sie waren, hört man: "Wir sind 68er." Die politisch Aktiven jener Zeit haben ihrer ganzen Generation einen Namen verpasst, auch wenn sie zahlenmäßig wohl die Minderheit waren. 50 Jahre 68er wird nun mit Pathos gefeiert - während folgende Generationen keinen Mythos begründet haben. Jene Generationen, die nach einem Auto von VW benannt oder gleich nichtssagend mit dem Buchstaben X, Y, Z definiert wurden. Mal wurden sie als unpolitisch abgestempelt, mal als entscheidungsunfähig, materialistisch, hedonistisch oder verwöhnt. Aber: Tragen diese Generationenlabel überhaupt? Und wem nützt es überhaupt, Deutschland in Alterskohorten einzuteilen? Wo doch alle Jeans und Turnschuhe tragen.


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Rückkehr nach Deutschland - Frauen und Kinder des IS

Mon, 05 Feb 2018 18:00:00 GMT

Die Terrororganisation Islamischer Staat ist militärisch besiegt. Jetzt muss sich der deutsche Staat um die Hinterlassenschaften kümmern: Um die deutschen Ehefrauen der getöteten Kämpfer und deren Kinder. Einige Frauen sitzen in irakischen Gefängnissen ein und warten auf die Urteile der dortigen Justiz. Hat Deutschland die Pflicht, sie rauszuholen und vor hiesige Gerichte zu stellen? Und wenn ja, wie würde die Anklage lauten? Gerade gab die Ehefrau eines getöteten IS- Mitglieds ihr vierzehn Monate altes Baby in die Obhut der deutschen Großeltern. Es wurde aus dem Irak hierher gebracht. Ist das ein Fall für deutsche Jugendämter? Und was tun deutsche Behörden mit den Müttern, wenn die zurück kehren? Muss man sie und ihre Kinder als "tickende Zeitbomben" fürchten?


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Boni and Cryan - Wohin geht die Deutsche Bank?

Fri, 02 Feb 2018 18:00:00 GMT

Rote Zahlen, Filialschließungen, Personalabbau - das ist die Deutsche Bank im Jahre 2018. Aber, die Boni fließen wie in goldenen Zeiten. Auch das ist die Deutsche Bank. Und der Vorstandsvorsitzende Cryan setzt noch einen drauf: Bei Steuern und Regulierung solle man doch bitte darauf achten, den Standort Deutschland nicht unattraktiv zu machen. Derweil ist der Aktienkurs im Sturzflug und kaum jemand glaubt noch daran, dass der Deutschen Bank der längst überfällige Strukturwandel gelingen kann. Steht der Bankenwelt ein radikaler Umbau bevor? Ausländische Investoren gibt es nicht nur bei der Deutschen Bank und deren Einfluss wird immer größer. Möglicherweise sogar - so neueste Prognosen - mit der Folge, dass es in zehn bis fünfzehn Jahren nur noch einen Bruchteil der deutschen Bankinstitute von heute geben wird. Von Filialen gar nicht zu reden.


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"Wir haben uns durchgesetzt" - Wie Politiker Misserfolge verkaufen

Thu, 01 Feb 2018 18:00:00 GMT

Da haben sie sich also endlich geeinigt - beim Familiennachzug für Flüchtlinge. Aber kaum sind die Groko-Unterhändler vom Verhandlungstisch aufgestanden, da eilt auch schon jeder von ihnen an ein anderes Fenster und ruft seinen jeweiligen Leuten genau die Botschaft zu, die sie hören wollen. "Der Anspruch auf Familiennachzug ist abgeschafft", sagt CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Und gleichzeitig erklärt SPD-Chef Martin Schulz, Lichtjahre davon entfernt: "Die SPD hat sich beim Familiennachzug durchgesetzt." In einem Kompromiss will eben jede Partei sich selber wiederfinden, auch wenn sie sich in Wahrheit darin verloren hat. Und so muss, was miserabel verhandelt wurde, wenigstens präsentabel verkündet werden. Sonst fühlen sich Basis und Wähler verraten. Aber was soll das für eine Koalition werden, deren Partner auch nach einer Einigung in verschiedenen Welten leben?


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Man gönnt sich ja sonst nichts! Deutschland und seine Beamten

Wed, 31 Jan 2018 18:00:00 GMT

Streiken ist ein Menschenrecht! Darauf beharren vier verbeamtete Lehrer aus verschiedenen Bundesländern und beschäftigen jetzt das Bundesverfassungsgericht. Sie fühlen sich gestärkt durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg, der in zwei türkischen Fällen entschied, dass das Streikrecht einem Teil der Beamten nach der Menschenrechtskonvention zusteht. Jetzt streiten sich Experten, was "hoheitliche“ Aufgaben sind und was nicht. Dabei stellt sich eine andere Frage, die viel drängender ist: Ist der Beamtenstatus, der ungebrochene Loyalität verlangt und lebenslange Versorgung garantiert, nicht längst überholt? Erst recht, wenn angestellte und verbeamtete Lehrer den gleichen Job machen, aber unterschiedlich bezahlt und abgesichert sind? Wozu brauchen wir noch Beamte?


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An der Schmerzgrenze - Wozu brauchen wir Tierversuche?

Tue, 30 Jan 2018 18:00:00 GMT

Stundenlang haben sie ihre Nasen in Autoabgase halten müssen. Affen und Menschen. Damit Forscher am lebenden Objekt testen konnten, in welcher Dosis Stickstoffoxid mehr oder weniger schädlich ist. Die meisten, die von diesen Versuchen gehört haben, schnappen jetzt nach Luft, vor Empörung. Auch die Chefs von Autokonzernen, die genau diese Experimente finanziell gefördert haben. "Kein Zweck heiligt solche Mittel" - in diesem Urteil scheinen sich diesmal fast alle einig zu sein. Aber was ist, wenn Tierversuche zur Entwicklung lebensrettender Medikamente führen? Wenn es also darum geht, Tiere, die im Gegensatz zu menschlichen Probanden keine Entscheidungsfreiheit haben, für unsere Gesundheit zu opfern? Auf welcher Grundlage entscheiden wir dann? Nach festen Prinzipien? Nach Güterabwägung? Nach einer Hierarchie der Zwecke, einer Hierarchie der Lebewesen? Die Devise "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" wird uns jedenfalls nicht weiterhelfen.


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Ratlos in Cottbus - Kein Platz für Flüchtlinge?

Mon, 29 Jan 2018 18:00:00 GMT

Viele Bürger in Cottbus haben Angst. Seit Monaten häufen sich Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen, Flüchtlingen und Rechten. In der Silvesternacht wurden drei Afghanen angegriffen, zwei Mal kam es in den vergangenen zwei Wochen im Cottbusser Einkaufszentrum zu Messerattacken durch minderjährige Syrer. Jetzt hat das Land beschlossen: keine weiteren Flüchtlinge für Cottbus. Anderen Bürgern macht Angst, dass Cottbus sich zum Hotspot der rechtsextremen Szene entwickelt hat, eine Hochburg der AfD geworden ist, und sich auch auswärtige rechte Gruppierungen an den Protesten der "besorgten Bürger“ beteiligen. Und was ist das Problem? Die tatsächlich im Verhältnis zur Einwohnerzahl hohe Zahl von Flüchtlingen in Cottbus? Die rechten Gruppierungen, die eine Stimmung schüren? Oder beides?


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Benutzt und gejagt: Die Kurden als ewige Verlierer

Fri, 26 Jan 2018 18:00:00 GMT

Wenn in Syrien türkische Soldaten Bomben auf kurdische Kämpfer werfen, geht uns das auch in Deutschland was an. Es sind nämlich deutsche Waffen, die dort eingesetzt werden. Kann die Bundesregierung das ihrem Nato-Partner Türkei verbieten? Schon rufen kurdische Verbände zu Großdemonstrationen in Köln auf. Die Polizei muss sich auf gewalttätige Auseinandersetzungen mit türkischen Gegendemonstranten einstellen. Auch die Bundesanwaltschaft ist seit längerem alarmiert. Sie ermittelt wieder häufiger gegen die bei uns verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK Sie gilt als Terrororganisation. Und sie ist ideologisch mit jenen Kurden verbunden, gegen die die Türkei im Norden Syriens militärisch vorgeht. Wer mit wem? Wer gegen wen? Für die deutsche Öffentlichkeit ist das schwer zu durchschauen. Vor kurzem noch galten die Kurden als heldenhafte Verteidiger gegen die Horden des Islamischen Staates. Aber einen eigenen Staat will ihnen niemand zugestehen. Und was macht jetzt die Bundesregierung?


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Nationalismus im Land Kafkas - Tschechien hat die Wahl

Thu, 25 Jan 2018 18:00:00 GMT

Er ist prorussisch, antieuropäisch, nationalistisch: Milos Zeman, seit 2013 Präsident der Tschechen, will es noch mal wissen. Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen hatte der Amtsinhaber für sich entschieden, jedoch ohne absolute Mehrheit. Jetzt will er auch die Stichwahl gewinnen. Sein Gegenspieler: Jiri Drahos: Chemiker, parteilos, ehemaliger Vorsitzender der Akademie der Wissenschaften, proeuropäisch, intellektuell und urban. Er spricht sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus im Gegensatz zu Zeman, der für eine rigide Migrationspolitik steht. Wer die Wahl für sich entscheidet, ist offen. Qua Verfassung ist das Amt des Präsidenten nur repräsentativ, aber de facto kann es kein Regierungschef mit seiner Machtfülle aufnehmen. Einige europäische Regierungschefs werden sich freuen, wenn Zeman, der sich selbst als "tschechischen Trump" bezeichnet, die Wahl gewinnt. Nämlich die, die sich in der EU als Gegenpol zu den Europaplänen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und vor allem zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sehen.


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Hausgemacht: das Schwein, die Pest und der Tod

Wed, 24 Jan 2018 18:00:00 GMT

Müssen wir die afrikanische Schweinepest fürchten? Nach Ansicht von Fachleuten sogar sehr: ein Massensterben der Tiere scheint unausweichlich. Im Falle einer Ansteckung müssten dann nämlich Millionen von Zucht-Sauen und Mast-Ferkeln gekeult werden. Eine Katastrophe für deutsche Schweinemäster. Bauernverbände schlagen Alarm: es geht um ihre wirtschaftliche Existenz. Um Profite in Milliardenhöhe. Denn deutsches Schweinefleisch verkauft sich gut im Ausland. Der Verantwortliche scheint auch schon ausgemacht: Offenbar sind es Wildschweine, die die Krankheit verbreiten. Eine gnadenlose Jagd auf sie soll eröffnet werden. Doch würde der Abschuss riesiger Wildschweinpopulationen wirklich etwas bringen? Liegen die Ursachen nicht tiefer? Und was haben Massentierhaltung und globale Transportwege von Tieren und Fleisch damit zu tun? Aber vielleicht haben wir ja noch mal Schwein und kommen davon.


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Exklusive Weltenretter – Die Deals von Davos

Tue, 23 Jan 2018 17:59:00 GMT

"Eine gemeinsame Zukunft schaffen in einer zerrissenen Welt“, das klingt gut und so, als grenze man sich gegen diejenigen ab, die Fake News und Nationalismen produzieren. Es ist das diesjährige Motto des Weltwirtschaftsforums in Davos. Hoch oben über dem beschaulichen Ort in den Schweizer Alpen auf der Schatzalp, wo übrigens noch heute im gleichnamigen Hotel die Alarmglocken zu sehen sind, mit denen auch der Held in Thomas Manns "Zauberberg“ nächtens um Hilfe bat, trifft sich gern die globale Finanzelite, um sich auf den Gipfel unten im Tal einzustimmen. Mehr als 3000 werden es dieses Jahr sein, so viele wie noch nie und angeblich ein Gipfel, so wichtig wie nie zuvor. Trump, Merkel, Modi, Macron - die politische Elite hält Hof, vier Tage im Schnee, einmal im Jahr, um die Dramen der Welt zu beklagen. Aber auch Investoren, Analysten, Vorstandsvorsitzende, Manager und Unternehmer nutzen Davos als Weltvertriebsforum. Was aber kommt für die "zerrissene“ Welt dabei heraus? Was darf man sich davon erhoffen, beim Stelldichein, wenn ein Referat, ein Statement auf das nächste folgt? Wenn der nächste Termin auf der großen Weltbühne schon ausgemacht ist?


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Aufatmen, Durchatmen, Schnappatmen - Wenn Politik Luft holt

Mon, 22 Jan 2018 17:59:00 GMT

Da kann man doch entspannt ausatmen, wird sich so mancher SPD-Abgeordnete nach dem Ende des Parteitages denken. Allerdings ist nach dem Ausatmen auch die Luft raus. Vielleicht ist eher Zeit zum Durchatmen. Denn Koalitionsverhandlungen sind anstrengend, da muss man sogar besonders tief Luft holen. Und wer auch immer seine Stimme erhebt, muss einen langen Atem haben. Mit aufgeregter Schnappatmung jedenfalls ist nichts gewonnen. Zu gefährlich und zu nah am Atemstillstand. Flexible Atemtechnik ist gefragt, wie sie der "atmende Deckel“ in der Flüchtlingsfrage haben muss. Auf den Atem kommt es immer und überall an, vor allem, wenn es rund geht. Dann tut sich nichts ohne eine gut ausgebildete Zirkularatmung, das gilt für die Blasmusik, die schon länger in Deutschland verwurzelt ist, genauso wie für das erst kürzlich eingewanderte Didgeridoo.


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Regieren müssen wollen dürfen - Die zaudernde SPD

Fri, 19 Jan 2018 18:00:00 GMT

Die Selbstzerstörungsuhr tickt: am Sonntag stimmen die Delegierten des SPD-Sonderparteitages darüber ab, ob Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden sollen. Stimmen die Delegierten dagegen, ist nicht nur die Option einer nächsten Großen Koalition vom Tisch. Auch die gesamte Führungsriege der Sozialdemokraten kann einpacken. Und wer bleibt dann noch? Stimmen die Delegierten dafür, werden möglicherweise danach noch die SPD-Mitglieder das Koalitions-Verhandlungsergebnis ablehnen. Also auch: Einpacken, Martin Schulz & Co! Sonderparteitag, Mitgliederbefragung - die Hürden für eine Regierungsbeteiligung hat die SPD selbst aufgestellt. Was von der SPD dann bei eventuellen Neuwahlen noch übrig bleibt, ist höchst fraglich. Am Sonntag wird also nicht nur über eine weitere Groko abgestimmt, es geht um das Überleben der SPD.


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"Selbstverfickung" - Das Kulturette-Syndrom

Thu, 18 Jan 2018 18:00:00 GMT

Keine anständige Kulturparty ohne unanständiges Benehmen. Eine oder einer muss die Gäste als verlogene Spießer beleidigen, ihre teuren Sachen vollkleckern, auf den Teppich speien und mit einem Fluch hinaus stolpern: ihr seid alle Widerlinge, und ich bin der allergrößte. Diesen wichtigen Job hat zuletzt wieder einmal Oskar Roehler erledigt: "Selbstverfickung“ heißt das Buch des Filmemachers. "Ein einziger Wutanfall“, wie eine Kritikerin anerkennend konstatiert: der Erzähler schreibt oder schreit sich den Ekel über die mittelmäßige, feige und politisch selbstgefällige deutsche Filmszene vom Herz. Und stellt sich selber als die ekelhafteste Figur mitten hinein ins Grauen: mit rassistischen Tiraden, endlosen Schilderungen von Bordellbesuchen und angewiderten Kommentaren zur eigenen Mittelmäßigkeit und Feigheit. Ist das eine Art Katharsis? Runter mit der sowieso dünnen Zivilisationsschicht und hemmungslos drauflos gesaut? Damit wir uns danach besser fühlen?


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Ni Hao - Wenn der Chinese kommt

Wed, 17 Jan 2018 18:00:00 GMT

Gehört C&A bald den Chinesen? Überraschend wäre es nicht, denn chinesische Investoren sind auf Einkaufstour, auch in Deutschland, und die traditionsreiche Textilkette braucht Geld. 2016 haben Chinesen so viele deutsche Konkurrenten aufgekauft wie nie zuvor, ganze 56 deutsche Firmen. "Made in China 2025“, so heißt der Plan der chinesischen Regierung immer noch, auch wenn die Investitionen 2017 stark zurück gingen und der politische Gegenwind in Deutschland stärker wird. Müssen wir Angst haben vor chinesischen Investoren? Sind sie Handlanger ihrer Regierung? Ziehen mit ihnen chinesische Arbeitsbedingungen ein? Oder öffnet sich durch sie gerade für Deutschland der Markt im Reich der Mitte?


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Krieg der Knöpfe - Was ein Fehlalarm auslösen kann

Tue, 16 Jan 2018 18:00:00 GMT

Bevor ich auf meinem Computer etwas Dummes anrichte, werde ich in der Regel von einer kleinen Schriftbox gefragt: "wollen Sie das wirklich löschen"? Und dann drücke ich schon mal vor lauter Eile oder Müdigkeit so schnell auf "Ja", dass die Arbeit von zwei Stunden weg ist. Ähnlich ausgefeilt war offenbar das Warnsystem der Katastrophenschutzbehörde auf Hawaii. Im US-Bundesstaat im Pazifik gab es am Samstag einen falschen Raketenalarm, schnell verbreitet über eine Katastrophen-Warnapp auf zahlreiche Mobiltelefone. Die Menschen liefen in Panik in Verstecke oder schenkten sich resigniert ein letztes Glas Whisky ein. Erst 38 Minuten später gab es allgemeine Entwarnung. Offizielle Erklärung: ein Mitarbeiter der Behörde hatte aus Versehen auf "Raketenalarm auslösen" und dann auch die Nachfrage bestätigt. So einfach geht das? Und warum hat es so lange bis zur Entwarnung gedauert? In 38 Minuten könnte doch jemand auf die Idee kommen, einen Gegenangriff einzuleiten. Wenn sich mit dem ersten Fehler weitere Fehlinformationen oder Panikreaktionen unglücklich verketten, könnte ein Fehlalarm womöglich dafür sorgen, dass ein echter Alarm nötig ist. Präsident Trump hat jedenfalls, anstatt sich sofort einzuschalten, erst einmal gar nicht reagiert und dann fälschlicherweise erzählt, es handele sich um eine Übung. Nicht gerade souverän und potentiell gefährlich. Wir wissen inzwischen, dass Trump keinen Knopf hat, mit dem er einfach so Atomkriege auslösen kann, Kim Jong Un wahrscheinlich auch nicht. Aber vielleicht droht die eigentliche Gefahr von den Knöpfen, die uns warnen sollen.


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Ohne Abschluss: die neue Schuldebatte

Mon, 15 Jan 2018 18:00:00 GMT

"Herzlichen Glückwunsch, aber …", so beginnen die meisten Gratulationen zum 70. Geburtstag der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Montag. Der deutsche Bildungsföderalismus wackelt bedenklich. Die Große Koalition will das "Kooperationsverbot" weiter aufweichen, also die im Grundgesetz implizierte Forderung, dass der Bund weder mit Gesetzen noch mit finanziellen Zuwendungen auf die Bildungspolitik der Länder einwirken darf. SPD, Grüne und Linke, aber auch die FDP fordern das schon länger, sie setzen auf bundesweite Maßnahmen, um das deutsche Schulsystem zu verbessern. Das scheint dringend notwendig, denn in internationalen Vergleichen schneiden die deutschen Schüler eher mittelmäßig ab. Es gibt zwar viele sehr gute Schüler, aber eben auch viele, die dem geforderten Leistungsstand um Jahre hinterher sind - und das hat viel zu oft mit dem sozialen Status und der Herkunft zu tun. Die Kulturhoheit der Länder hat daran wenig geändert, sie hat uns über Jahrzehnte spannende ideologische Streitigkeiten um das richtige Schulsystem und einen erheblichen Unterschied der Bildungsstandards von Land zu Land beschert. CDU und CSU haben das lange als gesunde Konkurrenz verteidigt, denn sie regieren meist in den Ländern mit den erfolgreicheren (und anspruchsvolleren) Schulen. Aber jetzt scheint man auch dort bereit zu bundesweiten Anstrengungen. Und wenn es den Schülern nützt, würden wir sicher in Kauf nehmen, dass die Stimmung auf dem 70. der KMK etwas gedämpft ist.


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Alles wird gut! GroKo, die Vierte

Fri, 12 Jan 2018 18:00:00 GMT

Nachtsitzung hin oder her - am Morgen geht die Sonne auf! Auch bei bedecktem Himmel. Und dann treten eine Dame und zwei Herren vor und berichten uns, dass alles noch besser wird. Die Wirtschaft brummt, die Vollbeschäftigung kommt, die Flüchtlinge bleiben weg. Und es gibt Milliarden zu verteilen. Man könnte sogar die Steuern senken und die Haushaltszahlen blieben dennoch schwarz. Gut, es gibt auch ein paar Probleme, die uns erhalten bleiben: Klimawandel, Diesel, Wohnbau, Europa, Erdogan und Trump zum Beispiel. Aber die vierte Große Koalition wird die reichste aller Zeiten. Und - da sie so lange braucht, bis sie zustande kommt - auch die kürzeste. Und das ist vielleicht die beste der Nachrichten.


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Angst essen Sex auf. Die neue Debatte über Mann und Frau

Thu, 11 Jan 2018 18:00:00 GMT

"Dieses Fieber, die 'Schweine' zur Schlachtbank zu führen, dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die meinen, dass Frauen 'besondere' Wesen sind, Kinder mit Erwachsenengesicht, die nach Schutz verlangen". Das schreibt die französische Autorin Catherine Millet - 100 Frauen, darunter Journalistinnen und Künstlerinnen wie Catherine Deneuve, unterschreiben. Gemeint ist der Ton und die Tendenz der Debatte um Macht und Sexualität, die vom Fall Harvey Weinstein ausgelöst und den Anklagen vieler Frauen unter dem Stichwort #metoo verbreitet wurde. Da finden viele: wenn der 'neue Mann' nicht freiwillig kommen will, dann muss er eben mit Gewalt herbeigeschafft werden. Zum Beispiel per Sexualstrafrecht: in Schweden gilt seit neuestem Geschlechtsverkehr als strafbar, wenn ihm nicht alle Beteiligten ausdrücklich zugestimmt haben. Oder per öffentlicher Beschuldigung: in den USA und anderswo reichen schon Vorwürfe der sexuellen Nötigung, um Karrieren zu gefährden. Männer, die das unangemessen oder sogar diskriminierend finden, bekommen sinngemäß das gleiche zu hören wie viele bedrängte Frauen: "habt euch doch nicht so". Denn jetzt wird reiner Tisch mit den Patriarchen gemacht. Und wenn es ein paar Unschuldige trifft, nehmen wir das in Kauf. Jedenfalls in protestantisch und puritanisch geprägten Weltgegenden. In Frankreich finden auch Frauen die Debatte zu moralisch und sexualfeindlich. Und heizen sie damit wieder gewaltig an.


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Das Tier, sein Fleisch und ich

Wed, 10 Jan 2018 18:00:00 GMT

Heute erscheint der "Fleischatlas". Er zeigt auf, was wir mit den Tieren machen, die es nur gibt, weil wir sie gezüchtet haben. Wie gehen wir um mit der Kreatur, die wir zu unserem Nutzen halten, die wir als "Produktionsmittel" einsetzen, die wir am Ende "verwerten". Was hat die Industrialisierung der Landwirtschaft aus den Tieren gemacht? Und soll das immer so weiter gehen? Die Verbraucher der tierischen Produkte sagen bei Umfragen immer wieder: Nein, es soll nicht so weiter gehen mit der sogenannten Massentierhaltung. An der Fleischtheke im Supermarkt entscheidet sich dann allerdings die Mehrheit derselben Verbraucher doch immer wieder für die billige Ware. Und damit für das Leiden der Tiere aus eben jener "Massentierhaltung". Was wäre, wenn wir das mal ganz anders machen würden?


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Genial wie Brot – wie stabil ist Donald Trump?

Tue, 09 Jan 2018 18:00:00 GMT

"Smart“ sei er immer schon gewesen, und deswegen ein erfolgreicher Unternehmer und Fernsehstar. Aber Präsident der Vereinigten Staaten zu werden - das qualifiziere ihn außerdem als "genius“ - Genie, twittert Donald Trump. Seine Fans müssen das eigentlich auch so sehen. Jemand, der so eitel und unkonzentriert agiert, offenbar weder das Zuhören noch das Lesen beherrscht und trotzdem in allen Fragen nur die eigene Autorität anerkennt: der ist entweder von diesem Job überfordert, oder er erledigt ihn genial. Denn das Genie plagt sich nicht, es muss nicht nachdenken, es begreift intuitiv alles und verändert instinktiv und schöpferisch die Welt. Wofür die anderen Intelligenz, Erfahrung und Fleiß brauchen - das gelingt dem Genie mühelos im Handstreich. Politik wie von Leonardo da Vinci, Shakespeare und Mozart, das erwartet uns in den nächsten drei Jahren. Und wahrscheinlich noch darüber hinaus. Denn während historische Genies oft unstete Randexistenzen waren, ist Trump nach eigener Auskunft ein "stable genius“: also dank einer seltenen Mischung aus göttlicher Begabung und robuster Standfestigkeit praktisch unverwundbar. Was wird aus einer Großmacht und einer Welt, die von einem Genie regiert wird?


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Seid mal flexibel! Harte Streiks für weiche Arbeitszeiten

Mon, 08 Jan 2018 18:00:00 GMT

"Wenn es um Arbeitszeit geht, gibt es immer Krach!“ sagt der Chef der IG Metall, der größten Gewerkschaft der Welt. Und den soll es jetzt geben, denn die Metaller wollen den härtesten Arbeitskampf seit drei Jahrzehnten anzetteln. Und bei dem soll es um das gehen, was die Arbeitgeber seit Jahrzehnten von ihren Mitarbeitern fordern - um Flexibilität. Vor allem Schichtarbeiter und junge Eltern sollen in Zukunft selbst darüber entscheiden können, ihre Arbeitszeit zu verkürzen - für eine gewisse Zeit auf bis zu 28 Wochenstunden. "Verkürzte Vollzeit“ nennt das die IG Metall - und setzt damit ein Thema für das ganze Land: die Arbeit soll sich dem Leben anpassen, nicht umgekehrt. In den digitalen Zeiten flexibler Maschinen sollte das machbar sein - auch für Menschen. Allerdings nicht für die Arbeitgeber.


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Weder heilig noch drei noch Könige - welchem Stern folgt die FDP?

Fri, 05 Jan 2018 18:00:00 GMT

Von wegen Heilige Drei Könige! - Bis sie dazu geworden sind, die Überbringer von Gold, Weihrauch und Myrrhe, haben sie einen weiten Weg zurücklegen müssen, und zwar nachdem sie in Bethlehem gewesen sind. "Es kamen Weise aus dem Morgenland", steht in der Bibel - ohne Zahl, ohne Krone, ohne Heiligenschein. Seitdem sind diese Sterndeuter aus dem Neuen Testament immer wieder neu erfunden wurden, bis daraus ein Mythos wurde - samt Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Liegt darin vielleicht die tiefere Bedeutung für das alljährliche Dreikönigstreffen der FDP? Auch die Liberalen haben gerade einen ziemlichen Zickzackweg hinter sich: Erst raus aus dem Bundestag. Dann wieder rein. Nach Jamaika aufgebrochen, um dort nach den Sternen zu greifen, und dann "auf einem anderen Weg wieder zurück" - wie die Weisen aus dem Morgenland. Für die FDP tut es Not, am eigenen Mythos zu basteln und sich wieder einmal neu zu erfinden. Und für alle, denen sie ihre Gaben anbietet, könnte es sich lohnen zu schauen, was dahinter steckt.


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Warten auf Godot - ein Sondierungsgespräch

Thu, 04 Jan 2018 18:00:00 GMT

Vor 65 Jahren ist Samuell Becketts "Warten auf Godot" in Paris uraufgeführt worden - und hat das Absurde Theater zum Welterfolg gemacht. In Berlin wird noch nicht ganz so lange ein ähnlich sinnloses Stück aufgeführt: Warten auf die neue Regierung. Das Berliner Theater könnte ebenfalls zu einem ganz besonderen Erfolg werden, wenn auch dort nicht kommt, worauf man wartet. Während bei Godot niemand aktiv verhindern muss, dass der Erwartete eintrifft, ist in der Politik schon gezieltes Handeln notwendig, um das Erwartete zu verhindern. An aktiven Verhinderern fehlt es derzeit allerdings nicht, was auch dem Berliner Stück wohl noch eine längere Aufführungspraxis garantiert. Macht aber gar nichts, denn es ist in der Politik wie im Theater - das Stück läuft, auch ohne Sinn. Und wie im Theater die Regie, so funktioniert auch in Berlin die Regierung immer weiter und weiter und weiter …


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Arbeit, Brot und Freiheit - Neue Proteste im Iran

Wed, 03 Jan 2018 18:00:00 GMT

"Kümmert euch um uns!", rufen zornige Menschen im Iran ihren religiösen und politischen Führern zu. Und sie gehen ebenso zahlreich wie lautstark auf die Straße. Für den Lebensunterhalt der eigenen Bevölkerung müsse die Regierung sorgen. Aber stattdessen finanziere sie überall im Nahen Osten Stellvertreterkriege. So der Vorwurf vieler Menschen im Iran, für die Arbeit und Brot zur Mangelware geworden sind. Rütteln sie mit ihrem Protest an den Grundfesten der Islamischen Republik? Wie weit und wie tief reichen die Wurzeln der Proteste? Und was wird aus einem Regime, das zwar seine Finger in vielen auswärtigen Konflikten, aber anscheinend nicht mehr am Puls des Volkes hat?


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Sport und Politik. Fußball WM und Olympische Winterspiele 2018

Tue, 02 Jan 2018 18:00:00 GMT

2018 ist ein Jahr der sportlichen Großereignisse: Zunächst die Olympischen Winterspiele in Südkorea, dann im Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Beide Länder verknüpfen mit der Ausrichtung der sportlichen Wettbewerbe politische Ambitionen. Der russische Präsident schafft sich mit dem Fußball-Event eine Bühne für seine nächste Wahl, Südkorea hofft auf Ruhe vor seinem aggressiven Nachbarn im Norden während der beiden Olympischen Wochen im Februar. Sport und Politik sind aber fast immer unheilige Verbindungen, 2018 allerdings ganz besonders. Doping und Korruptionsskandale drohen den Ruf des Sports zu ruinieren, Fifa und Internationales Olympisches Komitee tragen nach Kräften dazu bei. Wer freut sich eigentlich noch an Medaillen und Weltmeister-Titel? Und glaubt noch jemand an grundlegende Reformen in der Fifa und im IOC?


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Kein Gott, nirgends. Die Freiheit der Ungläubigen

Fri, 29 Dec 2017 18:00:00 GMT

Woran glaubst Du? In den meisten islamischen Ländern ist die falsche Antwort auf diese Frage gefährlich, oft sogar lebensgefährlich. In westlichen Ländern nicht. Wir können an Gott glauben. An den wissenschaftlichen Fortschritt. An uns selbst als einzigen Maßstab. Oder daran, dass Religionen Gemeinschaften spalten und politische Konflikte verschärfen - wie derzeit im Nahen Osten zu sehen. Wäre aber die Welt einfacher zu regieren ohne Glaubensvorstellungen? Sind etwa Wissenschaftler ohne ethische Bindungen die besseren Forscher? In europäischen Gesellschaften sind wir frei, auszuwählen, was und woran wir glauben. Wofür wir uns aber auch entscheiden: Immer hat es mit der Suche nach Halt und Identität zu tun. Nach Zugehörigkeit zu einer größeren Gemeinschaft. Was haben Atheisten diesen Suchenden anzubieten? Und warum lassen sich Politiker so gerne auf Kirchentagen sehen?


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Staub vom Feinsten - Die Sendung mit der Wollmaus

Thu, 28 Dec 2017 18:00:00 GMT

Staub sind wir, zum Staub kehren wir zurück, und solange wir leben, sind wir von Staub umgeben. Er kriecht durch feinste Ritzen und Poren, lagert sich ab in Zimmerecken und Lungenflügeln und bringt uns erst zur Verzweiflung und dann ins Grab. Denn wer Staub aufwirbelt, kann darin umkommen. Ihn zu bekämpfen, gleicht einer Sisyphos-Arbeit, und dort, wo er uns als Feinstaub begegnet, ist es mit Staubwischen nicht getan. Denn dann liegt er nicht offen herum, sondern unsichtbar auf der Lauer. Wir tun also gut daran, jede Staubschicht unter die Lupe zu nehmen und ihr dann den Garaus zu machen. Es fragt sich nur wie. Denn Sümpfe kann man trockenlegen. Aber was tun mit einer Gefahr, die aus dem Trockenen kommt?


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Weiße Hirsche und flüsternde Föhren – Staunen im Walde

Fri, 22 Dec 2017 18:00:00 GMT

Ein Schritt ins Wohnzimmer, und ich glaub`, ich steh` im Wald. So ist das in diesen Tagen, wenn in einer Wohnung nach der anderen die Weihnachtsbäume zwar nicht in den Himmel wachsen, aber sich doch oft genug bis an die Zimmerdecke strecken. Zu Weihnachten holen sich viele von uns ein Stück Wald ins Haus. Ein Brauch, der seine Wurzeln in Deutschland hat, wie ja auch der Wald selbst unschlagbar zum deutschen Inventar gehört. Als Mythos ist er tief verwurzelt in unserer Vorstellungswelt. In der Wirklichkeit erleben wir ihn einladend und verschlungen, bedroht und bedrohlich, grün oder golden, weiß oder düster. Der Wald ist das Baum gewordene Schweigen - und kann doch zugleich mit vielen Stimmen sprechen. Denn was dort kreucht und fleucht, das kommuniziert auch miteinander. Es tun sich erstaunliche Dinge im Wald, und deshalb spendet er nicht nur Sauerstoff zum Leben, sondern ist auch der Stoff, aus dem die Wunder sind.


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Draußen vor der Tür - Obdachlos in Deutschland

Thu, 21 Dec 2017 18:00:00 GMT

Eine Matte, eine Decke. Sie schlafen in Hauseingängen, Geschäftspassagen oder in den B-Ebenen der U-Bahn-Stationen. Ein solches Dach über dem Kopf ist besser als gar keines, vor allem im Winter. Über 50 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Sie sind obdachlos, in einem der reichsten Länder der Erde. Jeden Winter sterben einige von ihnen, sie erfrieren. Die Obdachlosen sind nur die sichtbare Spitze einer dramatischen Entwicklung. Weit mehr Menschen sind ohne Wohnung, insgesamt über 800 000. Das sind 150Prozent mehr als 2014! Wer Glück hat, kommt bei Bekannten unter, lebt in Notunterkünften, Übergangswohnheimen oder im Wohnwagen. Nicht erst die Zuwanderung aus anderen europäischen und nicht-europäischen Ländern hat die Wohnungsnot so dramatisch werden lassen, politische und strukturelle Fehlentscheidungen zeigen ihre Folgen. Wo gibt es noch bezahlbaren Wohnraum? Welchen Stellenwert hat Armutsbekämpfung auf der politischen Agenda?


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Ausweitung der Kampfzone. Wenn Fahnder an die Öffentlichkeit gehen

Wed, 20 Dec 2017 18:00:00 GMT

104 Menschen hat die Hamburger Polizei öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben - mit gestochen scharfen Farbfotos der Gesuchten. Weil sie randaliert, Steine geworfen oder Autos in Brand gesteckt haben sollen am Rande des Hamburger G20-Gipfels Anfang Juli. Aus eigenen Aufzeichnungen, aus Handy-Videos von Augenzeugen und aus Aufnahmen von Fernsehsendern hat die Polizei diese Fahndungsfotos generiert. Und die BILD-Zeitung verbreitet eine Auswahl davon unter der Schlagzeile "Ihr kommt nicht davon!". Wird so aus einem Steckbrief ein Pranger und aus einer Fahndung eine Vorverurteilung? Aus den veröffentlichten Fotos selbst geht jedenfalls nicht hervor, was genau jedem einzelnen vorgeworfen oder gar nachgewiesen werden kann. Immerhin: Der Veröffentlichung habe in jedem einzelnen Fall ein Amtsrichter zugestimmt, sagt die Polizei. Das also scheint notwendig zu sein - für dieses letzte Mittel einer Tätersuche, das mal zum entscheidenden Durchbruch führt, oft aber auch großen Schaden anrichtet. Weil es neben den Schuldigen auch Unschuldige treffen kann.


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Vom Alten genug - Abschied ohne Ende

Tue, 19 Dec 2017 18:00:00 GMT

Eben noch hat die SPD sich von der künftigen Regierungsverantwortung verabschiedet, und wenige Wochen später schon ringen die Genossen darum, sich von diesem Abschied wieder zu verabschieden, möglicherweise wieder in eine Regierungskoalition einzutreten. Dabei fiel doch der mit Verve verkündete Schritt in die Opposition so entschlossen aus, weil Abschied auch eine Zäsur bedeutet - nach dem hessischen Motto: Ebe langt´s. Alles was schwer wog, wird abgeworfen. Vor allem das Ungeliebte. Das kennen wir, oder? Wir robben uns erschöpft dem Ende des Jahres entgegen, hoffen darauf, im Neuen Jahr möge alles besser werden. Aber Pustekuchen! Ohne Abschied kein Neuanfang, heißt es, aber solches Gerede trägt doch wohl nur solange, bis wir das nächste Kalenderblatt abgerissen haben…


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Krawall-Elfen und Tussi-Autos: Wer hat Angst vor Gender?

Mon, 18 Dec 2017 18:00:00 GMT

Gender, eine Kampfvokabel. "Genderismus“, eine Ideologie, die uns das Geschlecht aberziehen und alles und alle gleich machen will - so die Angst besorgter Eltern, so die Losungen der AfD und Debatten in den Feuilletons bürgerlicher Zeitungen. Ähnlich sieht das US-Präsident Donald Trump, der seinerseits ja Sexismus salonfähig gemacht hat. Gender, also die Frage nach Geschlecht und Geschlechter-Zugehörigkeit, bedeutet für seine heftigen Kritiker vor allem: Gehirnwäsche, verprasste Steuergelder, unnötige Studiengänge als Ergebnis einer Pseudo-Wissenschaft. Den Gender-Studies wird der wissenschaftliche Charakter abgesprochen und ideologische Voreingenommenheit unterstellt. Wer braucht denn noch so etwas, wo Frauen doch angeblich schon gleichberechtigt sind? Und dann wäre da auch noch Alice Schwarzer, die bestimmte Gender-Forscherinnen als "Sargnägel des Feminismus“ bezeichnet. Schwer leugnen lassen sich jedoch immer noch bestehende Ungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau und die Notwendigkeit, diese zu benennen. In Frankfurt und bundesweit haben sich deshalb Vertreterinnen und Vertreter der Genderforschung zusammengetan, ihre Forschung zu verteidigen. Unter dem Hashtag 4genderstudies twittern sie heute über ihre Arbeit. Ein Grund für uns nach Inhalt und Nutzen zu fragen.


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Erbarmen - zu spät! Vom Ende deutscher Pünklichkeit

Fri, 15 Dec 2017 18:00:00 GMT

Wir sind ebenso stolz darauf, als Volk der Dichter und Denker zu gelten, wie auf unsere Pünktlichkeit. Sie ist Teil unseres Selbstverständnisses. Doch wo ist sie eigentlich geblieben? Die Elbphilharmonie wurde mit einer Verspätung von sechs Jahren eröffnet. Der Berliner Flughafen, der 2012 seinen Betrieb hätte aufnehmen sollen, kann hoffen, mit seiner Verspätung zumindest unter 10 Jahren zu bleiben. Und der Termin für die Regierungsbildung steht weiter in den Sternen. Statt Pünktlichkeit hat die Verspätung Einzug gehalten, ins deutsche Wesen, und man fragt sich, was das für Auswirkungen auf den Lebensalltag hat. Vielleicht sind wir ja, zumindest im europäischen Vergleich, gar nicht so gut gefahren, mit unserem Eifer, ja keine Verspätung zuzulassen?


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Sichtbar unsichtbar. Antisemitismus heute.

Thu, 14 Dec 2017 18:00:00 GMT

Wenn israelische Flaggen in Berlin verbrannt werden, dann ist das sehr sichtbarer Antisemitismus. Vor allem, wenn Demonstranten dabei kriegerische Schlachtrufe skandieren. Sie sind meist junge Muslime, die ihren Hass auf Juden und Israel offen zur Schau stellen. Viel wird dabei über einen "importierten“ Judenhass diskutiert, der mit Zuwanderern ins Land gekommen sei. In Berlin werden neuerdings Stolpersteine aus ihrer Verankerung gerissen, die an ermordete Juden im Dritten Reich erinnern sollten. Vermutet werden Täter aus der rechten Szene. Weit weniger sichtbar sind die antisemitischen Stereotype in den Köpfen der deutschen Mehrheitsgesellschaft. "Juden hätten zu viel Einfluss.“ Diesem Satz stimmen auch Menschen zu, die sich selbst nicht als Antisemiten einstufen. Die modernere Variante lautet: Ziehen wir endlich einen Schlussstrich unter die Vergangenheit. Aber ob sichtbar oder unsichtbar - Antisemitismus scheint unausrottbar.


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Kein Sand am Meer? Raubbau an einem Rohstoff

Wed, 13 Dec 2017 18:00:00 GMT

Sand ist der Stoff aus dem die Metropolen sind. Aber nicht nur die Bauwirtschaft braucht Sand. Auch bei der Herstellung von Glas, Asphalt, Plastik, Elektrogeräten, Farben und sogar Zahnpasta kommt Sand zum Einsatz. Ohne Sand keine Computerchips, kein Wein. Nach Wasser ist Sand der am meisten gebrauchte Rohstoff auf der Welt. Geschätzte 40 Milliarden Tonnen brauchen wir pro Jahr. Mit dem reichlich vorhandenen Wüstensand kann man nicht bauen, und der Meeressand wird zur Mangelware. Inzwischen werden ganze Strände geklaut, die indische Sandmafia ist mit Baggern ausgerüstet. Und in Indonesien sind schon ganze Inseln durch den Sandraub verschwunden. Die ökologischen Folgen des Sandraubbaus sind immens. Wenn wir nicht handeln, ist unsere Zukunft auf Sand gebaut.


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Wenn der Staat versagt – Ein Jahr nach dem Berliner Anschlag

Tue, 12 Dec 2017 18:00:00 GMT

Am 19. Dezember jährt sich das Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz, verübt von Anis Amri im Namen des IS. An diesem Abend starben 12 Menschen, fast hundert wurden verletzt. Einige Opfer sind immer noch im Krankenhaus. Nach dem Anschlag irrten Angehörige tagelang durch Berlin, bis sie die Gewissheit hatten, ob ihre Liebsten entweder lebten oder getötet worden waren. Es gab kein Kondolenzschreiben von Angela Merkel, keinen Staatsakt, kein öffentliches Bekenntnis. Stattdessen chaotisch geführte Opferlisten, überforderte Behörden und keine unbürokratische Entschädigung. Für die Angehörigen hat der Staat versagt, dieser Riss werde nie zu kitten sein. Anis Amri war den Behörden als "Gefährder“ und Islamist bekannt. Warum konnte er dennoch einen solchen Anschlag verüben, vom Radar der Ermittler verschwinden? Nun wird es eine Art Denkmal geben, das den Riss auf dem Breitscheidplatz mit einer Metalllegierung schließt. Ist es damit dann getan?


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Faktencheck im Mutterleib – Das Problem Abtreibung

Mon, 11 Dec 2017 18:00:00 GMT

Abtreibung? Das war doch mal das große frauenpolitische Thema, Paragraph 218 und 219, "Mein Bauch gehört mir“. Jetzt taucht es anscheinend wieder auf: die Ärztin Kristina Hänel wird zu einer Geldstrafe verurteilt, sie soll widerrechtlich für Abtreibungen geworben haben. Am Dienstag wird eine Online-Petition für Kristina Hänel in Berlin übergeben, mit derzeit schon über 130.000 Unterstützern. Manche fordern die Abschaffung des Abtreibungsgesetzes. Es stellt Abtreibung nach wie vor unter Strafe, zählt aber zahlreiche Ausnahmefälle auf, unter denen sie in den ersten 12 Schwangerschaftswochen nicht strafbar ist, und verpflichtet Abtreibungswillige zu einer Beratung. Wer sich damit beschäftigt, stellt fest: das Thema Abtreibung war nie weg, es ist im Gegenteil bedeutender geworden. Die moderne Diagnostik im Mutterleib bringt allerlei Befunde und Prognosen hervor, die eine Abtreibung - teilweise sogar nach der 12. Woche - möglich machen. Werdende Eltern sehen sich jenseits der Rechtslage mit schwerwiegenden ethischen Fragen konfrontiert: darf und soll ich ein Kind, das wahrscheinlich behindert sein wird, abtreiben? Wo ist denn die Grenze zwischen einem für Eltern und Kind zumutbaren und nicht zumutbaren Leben? Es geht längst nicht mehr um einen Kampf zwischen Feministinnen und radikalen Abtreibungsgegnern, Abtreibung geht fast alle an.


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Es läuft und läuft und läuft. VW und der Dieselskandal

Fri, 08 Dec 2017 18:00:00 GMT

In den USA wird ein Volkswagen-Manager zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Und der Richter beklagt bei der Urteilsverkündung, dass in Deutschland nichts geschieht. Ist das so? Werden die Betrüger tatsächlich nicht verfolgt, die Geschädigten nicht entschädigt? Arbeiten die Staatsanwälte den Dieselskandal wirklich nicht auf, haben die Gerichte wirklich nichts damit zu tun? Sitzt die Politik die Sache weiterhin aus? Was ist los bei VW und den anderen deutschen Autobauern? Wie kommt es eigentlich, dass Absatz und Gewinne wieder durch die Decke gehen, obwohl der Abgasbetrug noch lange nicht aufgearbeitet ist und die Autos noch immer nicht den Abgasnormen entsprechen …


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Jerusalem - der Irrsinn hat einen Namen

Thu, 07 Dec 2017 18:00:00 GMT

"Gewalttätige Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden", warnt das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen zu Israel. Die Palästinenser verkünden drei Tage des Zorns. Der türkische Präsident droht den Vereinigten Staaten mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen und damit sein Versprechen aus dem Wahlkampf einzulösen, löst große Befürchtungen aus - und Ärger bei allen, die noch auf eine politische Lösung des Nahostkonflikts hoffen. Im Mittelpunkt steht Jerusalem. Die Stadt, die Juden, Christen und Muslimen heilig ist. Seit Israel den palästinensischen Ostteil annektiert hat, ist der politische Status von Jerusalem umstritten. Kein Ort der Welt ist komplizierter, mit keinem verknüpfen sich so starke Gefühle. Und Donald Trump macht alles noch schwieriger.


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Kaffepaussi im Mökki - 100 Jahre Finnland

Wed, 06 Dec 2017 18:00:00 GMT

Jeder Finne hat eins. Ein Mökki. So heißen dort die Ferienhäuser, dort wo man über ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur nachdenkt, sondern es austeilt, an 2000 arbeitslose Menschen. Probeweise. Wo die rechtsnationalen "Wahren Finnen“ politische Krisen hervorrufen und selbst am stärksten darunter leiden, und Ausländerhass eine sehr punktuelle Angelegenheit ist. In dem am dünnsten besiedelten Land der EU, das seine Wirtschaft zwischen Wald und John Deere ansiedelt, ist auch der Weihnachtsmann zuhause. Neben weiteren 58.000 Einwohnern in der Universitäts-Stadt Rovaniemi. Seit 100 Jahren ist Finnland nun von Russland unabhängig. Die Angst vor einem russischen Übergriff aber lebt weiter


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Warte mal! Auf der Suche nach der verlorenen Muße

Tue, 05 Dec 2017 18:00:00 GMT

Warten ist schrecklich. Verlorene Zeit, nervenzehrend, gänzlich überflüssig. Das zumindest ist die allgemeine Wahrnehmung. Der Einzelne leidet im Kleinen ebenso wie die Wirtschaft im Großen, wenn Abläufe ins Stocken geraten. Dabei übersieht man, dass Warten eben auch ein Zustand ist, der eine einzigartige Freiheit gewährt. Man bekommt ein Geschenk an unverplanter Zeit. Einen Raum für neue, ziellose Gedanken und die Möglichkeit zur inneren Muße. Immer dann, wenn man die Abläufe ohnehin nicht beschleunigen kann, ermöglicht das Warten, etwas Ungewöhnliches zu erleben. Und Herr über die eigene Ungeduld zu werden. Man muss nur die Perspektive ändern und der banalen unmittelbaren Zweckmäßigkeit aus dem Weg gehen. Das ist nicht einfach, aber möglich. Das Warten als Chance.


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Entscheidet Euch! Kataloniens schwieriger Wahlkampf

Mon, 04 Dec 2017 18:00:00 GMT

In Katalonien beginnt ein ganz besonderer Wahlkampf. Denn einige der Spitzenkandidaten sind festgenommen worden, andere sind im Exil. Das heiße Thema bei dieser Wahl ist weiterhin die Unabhängigkeit und der große Verlierer steht auch schon fest. Es ist die konservative Volkspartei des spanischen Ministerpräsidenten Rajoy. Aber auch die Chancen für den nach Brüssel ins Exil geflüchteten abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont stehen schlecht. Seine Partei "Gemeinsam für Katalonien“ scheint den Linksrepublikanern, die ebenfalls für die Unabhängigkeit Kataloniens sind, unterlegen zu sein. Mit welchen Programmen versuchen die Parteien ihre Wähler zu überzeugen? Hat die Zeit nach Unabhängigkeitsreferendum, Unabhängigkeitserklärung und Verhaftung die öffentliche Meinung verändert? Eins ist jetzt schon sicher - drei Wochen vor der Wahl: der tiefe Graben zwischen Katalonien und der Regierung in Madrid wird bleiben.


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Vertrauen war gestern - und jetzt?

Fri, 01 Dec 2017 18:00:00 GMT

"Vertrauen ist gut“, beginnt das berühmte - Lenin zugeschriebene - Zitat, das bekanntlich mit der Kontrolle endet, die besser sei. Im Falle des Glyphosat-Ministers Schmidt fehlte es an beidem. Weshalb das Vertrauen der möglichen Großen Koalitionäre von Berlin zueinander jetzt erst einmal weg ist. Vertrauen ist ein flüchtiges Gefühl, das lange braucht, um sich einzustellen, noch länger, um sich zu festigen, aber durch eine einzige Irritation vollständig entschwinden kann. Und wenn das der Fall ist, dann stellt sich schnell heraus, dass ohne Vertrauen gar nichts geht. Deshalb ist ein Vertrauensbruch niemals eine Lappalie, selbst wenn die Sache, um die es ging, gar nicht so wichtig wäre. Ohne Vertrauen sind wir nicht bindungsfähig, nicht einmal kommunikationsfähig. Ohne Vertrauen ist kein Austausch möglich, kein Handel, sondern nur Händel. Wobei selbst Gegner einander vertrauen müssen, wenn sie Kriege vermeiden oder Konflikte beenden wollen. Wer Vertrauen zerstört oder Vertrauen nicht fassen kann, wird zur Gefahr für seine Umgebung, und wenn er Politiker und ausreichend mächtig ist - zur Gefahr für die ganze Welt …


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Die neue Afrikapolitik - Europas Selbsthilfeprogramm

Thu, 30 Nov 2017 18:00:00 GMT

Bessere Perspektiven für junge Menschen in Afrika sollen gefunden werden beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union mit den Staatschefs der EU. Die Bevölkerung Afrikas wird sich laut Prognosen bis 2050 mehr als verdoppeln. Es fehlt an Bildung, Investitionen und Jobs, dafür braucht es Handel und Infrastruktur und dafür braucht es politische Stabilität. Neue Perspektiven für die Menschen in Afrika sind nicht nur aus afrikanischer, sondern auch aus europäischer Sicht zwingend, um massive Fluchtbewegungen zu vermeiden. Aber wer investiert schon in ein Land, in dem mit stundenlangen Stromausfällen zu rechnen oder die Regierung korrupt ist? Es gibt keine Patentlösung für Afrika, dafür sind die Probleme der 55 Staaten Afrikas zu unterschiedlich. Klar ist, es hilft nicht, wenn Hilfsgelder nur zum Ausbau des Grenzschutzes benutzt werden, wie jüngst in Libyen. Also: was hilft wirklich? Nicht nur zur Fluchtbekämpfung, sondern zur echten Bekämpfung der Fluchtursachen?


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Alles was Recht ist! - Die Schranken der Justiz

Wed, 29 Nov 2017 18:00:00 GMT

"Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand“, sagt das Sprichwort. Ob das für die Gerichte auch wirklich gilt - da haben viele von uns so ihre Zweifel. Genährt werden die, wenn mal wieder ein Urteil fällt, das nicht gerecht oder wenigstens nicht gerechtfertigt erscheint. Wenn Reiche, die Millionen veruntreut haben, glimpflich davonkommen, während anderswo Bagatellen hart bestraft werden. Wenn bei der Wahrheitsfindung ganze Bereiche ausgeklammert werden. Wenn Steuerhinterzieher gar nicht verfolgt werden, weil das Gesetz für sie Lücken lässt. Recht und Gerechtigkeitsempfinden haben offensichtlich nicht viel miteinander zu tun. Diese Diskrepanz ist bekannt. Sie wird größer, wo die sogenannten Deals das Geschehen vor Gericht bestimmen, wenn dort nicht Straftaten verhandelt, sondern Strafhöhen ausgehandelt werden. Ist dann nicht irgendwann doch der Rechtsstaat in Schieflage - was auf hoher See nicht ungefährlich wäre …


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Tabu Depression – Die verheimlichte Volkskrankheit

Tue, 28 Nov 2017 18:00:00 GMT

Sie ist auf dem Weg, zu einer der ganz großen Volkskrankheiten zu werden - die Depression. Warnt die Weltgesundheitsorganisation. Sie ist es längst, sagen die deutschen Krankenkassen. Im vergangenen Jahrzehnt stiegen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Störungen um rund 90 Prozent. Inzwischen sollen mehr Menschen an Depressionen erkrankt sein als an Krebs. Dennoch spricht man über die Depression eher nicht. Wer ist schon gerne psychisch krank? Und wer gesteht sich das ein und gibt das auch vor anderen zu? Im beruflichen Alltag - oft mit zunehmendem Stress bei geringer werdender Anerkennung einer der Auslöser für depressive Störungen - hat sich eine Umschreibung eingebürgert: "Burnout“. Will sagen: So viel gearbeitet, sich so verausgabt, dass es aufs Gemüt schlägt. Hilft das? Kurzfristig vielleicht, ebenso wie das Schlucken von Pillen. Die Volkskrankheit Depression schafft das aber nicht aus der Welt. Die ist weiter auf dem Vormarsch. Deprimierende Diagnose …


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Am besten mit der Ex - Zurück zur Großen Koalition?

Mon, 27 Nov 2017 18:00:00 GMT

Seit Christian Lindner klar gemacht hat, dass die sogenannten Sondierungen nur dazu da waren, eine neue Diva am Berliner Polithimmel zu installieren, herrscht dort wieder das triste Grau des Novembers. Und die verbliebenen Optionen für eine Regierungsbildung werden vom Bundespräsidenten vorgegeben. Der nimmt die eigene Partei in die Pflicht und peilt die nächste Große Koalition an. Da hätten wir dann gewählt, um die alten Probleme wieder zu bekommen: Wegducken vor der Autoindustrie, keine Einigung bei Ackergiften, kein Ausstieg aus der Kohle. Und ein paar neue Probleme gibt’s dazu: Eine atmende Obergrenze bei Flüchtlingen zum Beispiel und die AfD als Oppositionsführerin. Wollten wir das? Müssen wir das jetzt wollen?


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Triumph der Feuerzangenbowle - 100 Jahre Ufa

Fri, 24 Nov 2017 18:00:00 GMT

Ein Kind der Obersten Heeresleitung. Ein Spielplatz für ambitionierte Regisseure. Ein Propaganda-Instrument von Josef Goebbels. Und heute eine Tochter von Bertelsmann. In 100 Jahren hat sie so einiges durchgemacht, die Universum Film AG, abgekürzt Ufa. Eine Traumfabrik, die Generationen von Kinobesuchern in ihren Bann schlug - auch in den Bann der Mächtigen. Viele ihrer Filme haben Neuland betreten - technisch, ästhetisch, politisch - und haben ihrer jeweiligen Zeit den Spiegel vorgehalten. Andere wurden als Propagandafilme zum Zerrspiegel der herrschenden Verhältnisse. Und sehr viele waren schlicht Unterhaltung - mal mit, mal ohne Haltung. Ein ebenso reizvolles wie anstößiges Erbe hat uns die Ufa hinterlassen - von Marlene Dietrichs blauem Engel bis zu Leni Riefenstahls Triumph des Willens. Mal berauschend wie eine Feuerzangenbowle, mal ernüchternd wie der Kater danach.


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Duck Dich, SPD! Die Verantwortung naht

Thu, 23 Nov 2017 18:00:00 GMT

Wenn Anbieter von Seminaren für Familienaufstellungen werben, dann mit diesem Lockruf: "Spüren Sie die Tiefe und Klarheit bei der Lösung alter Problem-Dynamiken". Vielleicht sollte die SPD sich schnell anmelden. Sie hat nämlich eine gewaltige Problem-Dynamik. Und das nicht erst seit dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen, sondern seit ihrer Gründung vor 132 Jahren. Soll sie ihren Interessen und damit selber treu bleiben oder ihr eigenes Wohl vermeintlich höheren staatlichen Interessen unterordnen? Meist entschied sie sich für das Letztere - und wäre damit in der Familienaufstellung die gute alte Tante, zu der man geht, wenn man was braucht, und die mit dem Zauberwort "Verantwortung" jederzeit zu allem gebracht werden kann, was ihr an sich widerstrebt. Soll sie dem Lockruf wieder einmal folgen und eine Große Koalition eingehen? Oder soll die alte Tante sich diesmal entschlossen an den Rand stellen und den Rest machen lassen? Der Druck auf die SPD nimmt zu - was wäre eine tiefe und klare Lösung?


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Ein Zwischenraum, hindurchzuschaun - Die Übergangsrepublik Deutschland

Wed, 22 Nov 2017 18:00:00 GMT

Unser Land soll "gut geführt" werden, auch durch "diese schwierigen Wochen". Das hat uns Angela Merkel versprochen. Eine geschäftsführende Kanzlerin, die auf keine parlamentarische Mehrheit bauen kann, die keine Vertrauensfrage stellen und keine neuen Minister ernennen darf und deren bisheriger Koalitionspartner schon mit einem Bein in der Opposition steht. Die aber trotzdem ihre Arbeit machen muss, kontrolliert von einem neuen Bundestag, dessen Mitglieder zwar schon auf ihrer Bühne agieren, aber ohne dass die traditionellen Rollen der Ja- und der Nein-Sager schon unter ihnen verteilt wären. Es ist ein eigentümliches Nebeneinander von Unruhe und Gemächlichkeit. Keiner weiß, wie es weitergehen wird. Aber in der Zwischenzeit geht trotzdem vieles weiter. Die üblichen Mechanismen greifen nicht. Aber in der Zwischenzeit müssen sich Parlament und Regierung auf andere Weise zusammenraufen. Jede Zwischenzeit hat es in sich. Und das ist auch gut so. Denn sie zwingt und ermöglicht uns, dazu zu lernen. Und so werden wir am Ende auch wissen, wie gut sich ein Land geschäftsführend führen lässt.


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Nicht nur bei Siemens: Milliardengewinn und Jobverlust

Tue, 21 Nov 2017 18:00:00 GMT

6900 Stellen streichen, davon über 3000 in Deutschland - solche Ankündigungen kennt man von Unternehmen in der Krise. Aber von einem Konzern, der gerade 6,2 Milliarden Gewinn für das letzte Geschäftsjahr verkündet hat? Siemens hat Absatzprobleme in der Sparte Energieerzeugung, und die Schließung von Standorten soll da heraushelfen. Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe: das Management hat die Entwicklung auf dem Energiemarkt verpasst und lässt es jetzt die Mitarbeiter büßen. Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, hält die Siemens-Personalchefin dagegen. Der Energiemarkt ist weltweit in Bewegung, vor allem große Konzerne müssen sich umorientieren. Hat Siemens strategische Fehler gemacht, für die jetzt die Beschäftigten aufkommen müssen?


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Bye bye Jamaika - Jetzt sondiert der Bundespräsident

Mon, 20 Nov 2017 18:00:00 GMT

Jetzt wissen wir also, woran wir sind: Jamaika in Deutschland ist auf lange Sicht zu einer Fata Morgana geworden. Weil dieses Modell am Ende doch zu exotisch war für uns? Weil einige der potenziellen Partner einfach nicht zusammen passten? Weil zu viele von ihnen aus taktischen Gründen gar kein Interesse daran hatten? All das sind mögliche Gründe dafür, dass Jamaika auch nach einer Neuwahl des Bundestages scheitern würde. Aber wird es diese Neuwahl überhaupt geben? Die Hürden auf dem Weg dorthin sind höher, als viele denken. Lässt sich vielleicht die SPD doch noch zu einer Groko breitschlagen? Die Hürden, die sie errichtet hat, sind vielleicht niedriger, als es den Anschein hat. Oder wird uns der Mann im Schloss Bellevue, Bundespräsident Steinmeier, die ungewohnte Aussicht auf eine Minderheitsregierung eröffnen? All das sind mögliche Folgen der geplatzten Jamaika-Sondierungen. Und deshalb wissen wir am Tag danach überhaupt noch nicht, woran wir sind.


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Mach‘s Dir selbst, sonst hilft Dir keiner. Service in Deutschland

Fri, 17 Nov 2017 18:00:00 GMT

Kein Internet, Telefon tot, Fernsehkanäle weg - selbstgewählt kann das ultimative Wellness bedeuten. Im Alltag allerdings versetzt eine plötzliche Pause von der eigentlich allgegenwärtigen digitalen Welt uns mittlerweile in Panik und dann in Bewegung: Service-Hotline anrufen! Schon bei dem Gedanken bricht der Schweiß aus, in der Warteschleife entgleist der Adrenalinspiegel und schnell verstreicht dann eine halbe Stunde oder mehr, bis wir unseren Unmut einem meist ahnungslosen Callcenter-Mitarbeiter entgegen schleudern können. Die folgenden Hilfs-Versprechen bleiben oft wirkungslos. Die Verzweiflung treibt uns dann in Internetforen - so wir das Netz von Nachbarn oder Freunden nutzen dürfen - in der Hoffnung, dank Ratschlägen aus der Community die Probleme selbst beheben zu können. Für die Firmen sind Self-Service-Communities bequem, sie sparen eigene Berater. Aber wer tummelt sich eigentlich in den Communities? Der Service wird Profitinteressen geopfert. Oder sind wir selbst an der Servicekatastrophe schuld, wenn wir nur auf den Preis schauen?


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Wer hat das längste Messer? Die letzte Nacht der Sondierung

Thu, 16 Nov 2017 18:00:00 GMT

Wie filetiert man Fisch und Fleisch, damit’s ein Festschmaus wird? Es hängt vom Messer ab. Spitzenköche in der gehobenen Gastronomie wissen das. Politiker auch. In der entscheidenden Verhandlungsnacht müssen die Messer offenbar lang sein - so will es das Sprichwort. Scharf jedenfalls ganz sicher. Aber wichtiger als die Klinge ist die Hand, die zum entscheidenden Schnitt ansetzt. Die Sehnen weg, die Gräten raus: das ist hohe Kunst. Und muss geübt werden, ob in Sondierungsverhandlungen oder am Herd. Wann ist der beste Moment für den mutigen Schnitt? Offenbar in der letzten Sekunde, ehe der Teller auf den Tisch kommt. Vor diesem Teller warten wir schon seit Wochen. Wir wollen nämlich endlich was zu beißen haben. Wissen, wie der Braten schmeckt und riecht. Heute Nacht in Berlin soll es so weit sein. Endlich.


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Pass auf, was Du schreibst! Die Macht der Worte

Wed, 15 Nov 2017 18:00:00 GMT

Natürlich kann man auch für Romane und Poesie in Ungnade fallen. Aber viele der Autoren, die weltweit verfolgt werden, sind Journalisten und Blogger. Auf ihre Notlagen macht der jährliche Writers-in-Prison-Day des Internationalen PEN-Clubs aufmerksam: Manche sitzen im Gefängnis, manche müssen um ihr Leben fürchten oder um das ihrer Angehörigen. In westlichen Demokratien gibt es das zum Glück nicht, noch können wir verfolgten Autoren Exil gewähren. Bei uns kann fast alles publiziert werden. Hier werden keine Schriftsteller und Journalisten mundtot gemacht. Das ist Freiheit. Aber haben unbequeme Enthüllungen über politische und ökonomische Missstände im Reich der Freiheit überhaupt noch Konsequenzen? Es ist schon paradox. Unsere kostbare Meinungsfreiheit führt auch dazu, dass immer weniger für bare Münze genommen wird. Dass es die eine Öffentlichkeit nicht mehr gibt. Und dass Regierungen womöglich nur warten müssen, bis sich der Sturm der Entrüstung gelegt hat - siehe Panama Papers und folgende. Und dann weiter machen wie immer?


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Das Schicksal entschlüsseln – Diabetes & Co

Tue, 14 Nov 2017 18:00:00 GMT

Plötzlich hat Jan fast unstillbaren Durst, muss nachts immer wieder aufs Klo, nimmt ab. Diagnose: Diabetes Typ 1. Die Zahl der Kinder, bei denen diese Form der sogenannten Zuckerkrankheit diagnostiziert wird, nimmt in den letzten Jahren zu, ohne nachvollziehbare Ursache. Es sind auch normalgewichtige, oft sportliche Kinder, die meisten zwischen 10 und 14 Jahren. Übergewicht und Bewegungsmangel ist ihnen fremd, das sind die Gefährdungsfaktoren für die andere Diabetes-Form, genannt Typ 2. Forscherteams aus aller Welt träumen nun den Traum einer Welt ohne Diabetes Typ 1. Sie kennen die Genvariationen, die zu dieser Auto-Immun-Erkrankung führen und wollen in Zukunft den Ausbruch der Krankheit mit einer Art Impfung im Kleinkindalter verhindern. Immuntherapie und Gentherapie - darauf setzen viele die Hoffnung im Umgang mit Auto-Immun-Erkrankungen. Sind sie die Allheilmittel der Zukunft?


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Nicht nur in Berlin: kriminelle Clans und die Ohnmacht des Staates

Fri, 10 Nov 2017 17:59:00 GMT

Nein, unterwandert haben arabische Clans die Berliner Polizei wohl nicht. Es blieb beim Versuch - heißt es bei den Behörden. Aber Fakt ist: die Miris, Abou-Chakers und wie die Großfamilien sonst so heißen, haben für unser Rechtssystem höchstens ein müdes Lächeln übrig. Sie verdienen ihr Geld mit organisierter Kriminalität wie Drogenhandel, Geldwäsche, Schutzgelderpressung oder Einbrüchen. Kommt es zu einem Prozess, stellt die Verwandtschaft auch mal den Gerichtssaal auf den Kopf. In manche Stadtteile von Berlin, Duisburg oder Bremen traut sich wegen ihnen schon lange keine Streife mehr hinein. Wie konnten die kriminellen Strukturen so ungehindert wachsen - und mit welchen Maßnahmen kann der Staat jetzt noch reagieren?


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Mit der Dreckschleuder ins Paradies - Umweltkiller Tourismus

Thu, 09 Nov 2017 17:59:00 GMT

Für Umweltschutz sind wir alle, nicht wahr? Kohlekraftwerke abschalten, na klar. Auf Elektroautos umsteigen, na sicher. Mit dem Rad zur Arbeit, na immer. Aber den Billigflug nach Malle wollen wir genauso wie mal kurz zur tollen Ausstellung nach London jetten. Und noch mal auf die Fidschis fliegen, ehe das Paradies im Meer versinkt. Dass es versinkt, wollen wir eigentlich nicht. Aber es ist nun einmal so, dass die Ökobilanz von Flügen verheerend ist. Die von Kreuzfahrten im Luxusdampfer nicht minder. Von Grenzwerten für Rußpartikel und Kohlendioxid ist hier wie dort keine Rede. Doch wenn wir es ernst meinen mit dem Kampf gegen die Treibhausgase, dann muss auch der Tourismus auf den Prüfstand. Das wird heiter.


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Ministerpräsident in Todesangst - Wer hat die Macht im Libanon?

Wed, 08 Nov 2017 17:59:00 GMT

Der Libanon ist ein Pulverfass - das ist schon Normalität: konkurrieren doch in dem kleinen Land Schiiten, Sunniten, Christen um die Macht, stellen oft verelendete syrische und palästinensische Flüchtlinge ein Drittel der Bevölkerung, klafft auch im Straßenbild eine krasse Kluft zwischen Arm und Reich. Bürgerkriege, Terroranschläge - Libanon ist leiderprobt. Doch dass ein Ministerpräsident aus Todesangst zurücktreten will, ist selbst für libanesische Verhältnisse bemerkenswert. Saudi-Arabien und Iran werfen sich gegenseitig vor zu zündeln - das kleine Land am Mittelmeer wird zunehmend Schauplatz und Spielball der Neuordnung des Nahen Ostens. Israel beäugt das auf Hab-Acht-Stellung. Und auch wir sollten hinschauen: Der Libanon ist ein Schlüsselstaat, auch wenn es um das Bekämpfen von Fluchtursachen geht…


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100 Jahre Oktoberrevolution - Erledigt?

Tue, 07 Nov 2017 17:59:00 GMT

7.November 1917. Ein Tag, der die Welt veränderte. Eine kleine entschlossene Gruppe von Revolutionären stürzt die provisorische russische Regierung und lässt sie verhaften. Es sind die Bolschewiki und ihr Anführer ist Lenin. Ein Mann, den ein Augenzeuge als farblos, humorlos und unnachgiebig beschreibt. Bis heute ruht er einbalsamiert im Kreml, obwohl das von ihm geschaffene Imperium, die Sowjetunion, längst untergegangen ist. Und die meisten kommunistischen Parteien ebenso. Heute herrscht Zar Putin in Russland. Nur in China ist die kommunistische Partei erfolgreich. Träumt noch jemand von der Weltrevolution? In Europa keiner. Aber ist die Machtergreifung durch entschlossene Politsekten in demokratischen Staaten tatsächlich undenkbar?


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Konferenz im Land der Bremser - Deutschland und der Klimaschutz

Mon, 06 Nov 2017 17:59:00 GMT

Frank Bainamarama ist Premierminister des Pazifikstaats Fidschi. Er ist der Gastgeber der UN-Klimakonferenz, die wegen der 25.000 Teilnehmer nicht auf Fidschi, sondern in Bonn stattfindet, zwei Wochen lang. Fidschi besteht aus 300 Inseln und hat so ziemlich alles, was eine Südsee -Idylle ausmacht: hohe Palmen, weiße Strände, blaues Meer. Wenn da nicht der steigende Meeresspiegel wäre. Bei Flut steht der Pazifik direkt vor den Häusern. Bainamarama weiß also, was auf dem Spiel steht. Ob das auch die Bundesregierung weiß? Lange galt Deutschland als Vorreiter beim Klimaschutz. Das ist vorbei. Die deutschen Treibhausgasemissionen sind heute höher als noch 2009. Der Ausbau erneuerbarer Energien kommt nur noch schleppend voran. Und die deutsche Autoindustrie verfehlt die für 2020 angepeilten Zahlen für Elektroautos. Wenn die sich anbahnende Jamaika-Koalition nicht ganz schnell einen anderen Gang einlegt, fährt Deutschland sein Ziel an die Wand. Im Moment sieht es nicht nach Einigung aus.


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Das Twitter-Imperium: Leben mit Trump

Fri, 03 Nov 2017 18:00:00 GMT

Donald Trump als Präsident der USA! Vor einem Jahr schien das noch graue Theorie. Aber als eine Woche später der Morgen des 8. November graute, da war aus einem krassen Außenseiter ein Überraschungssieger geworden. Die einen witterten damals Morgenluft, die anderen befürchteten das Schlimmste. Und sie alle sehen sich nun voll bestätigt. Dass Trump als Präsident mindestens so krass ist wie als Wahlkämpfer - darin werden sich seine Anhänger und seine Gegner vielleicht sogar einig sein. Und die Aussicht, dass er die Vereinigten Staaten zum Außenseiter machen könnte, wird seine Anhänger womöglich gar nicht schrecken. "America first" kann ja auch heißen: "Einsame Spitze". Der Mann im Weißen Haus hat mit jedem Tweet neue Fakten geschaffen, und eine Alternative wird frühestens in drei Jahren in Sicht sein. Zeit also für einen nüchternen Blick auf die Fakten - auf die, die da sind, und auf die, mit denen wir rechnen müssen.


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Logenplatz für einen Angeklagten – Puigdemont in Brüssel

Thu, 02 Nov 2017 18:00:00 GMT

Er will "im Herzen Europas das katalanische Problem vortragen“, deswegen ist der abgesetzte Regierungschef Kataloniens Puigdemont jetzt in Brüssel - oder vielleicht schon ganz woanders? Dabei wünschen ihn sich seine Anhänger als Kämpfer für die Unabhängigkeit gerne an ihrer Seite. Und das Gericht in Madrid hat ihn für diesen Donnerstag vorgeladen. Die drohende Klage wegen "Rebellion“ könnte ihm dreißig Jahre Haft einbringen. Warum hat er ausgerechnet in Brüssel Zuflucht gesucht? Was passiert, wenn er nicht vor Gericht erscheint? Der Konflikt um die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen droht weiter zu eskalieren. Wie können die Spanier und die Katalanen jetzt noch zu einer Lösung finden?


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Der jüdische Staat und Londons Beitrag – 100 Jahre Balfour-Deklaration

Wed, 01 Nov 2017 18:00:00 GMT

Da schreibt ein britischer Außenminister einen Brief an einen führenden britischen Zionisten, und der spricht daraufhin vom "größten Ereignis in der jüdischen Geschichte der letzten 1.800 Jahre". Kein Wunder! Denn dieser Brief vom 2. November 1917 enthielt eine weitreichende Zusage. Die britische Regierung werde sich für die "Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" einsetzen. So die Worte des Außenministers Arthur Balfour, die als "Balfour-Deklaration" in die Geschichte eingegangen sind und in letzter Konsequenz zur Gründung des Staates Israel geführt haben. Er ist heute die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes. Eine umstrittene Heimstätte, die mit aller Gewalt bekämpft und mit aller Gewalt verteidigt wird, weil sie auf Kosten der Palästinenser errichtet wurde. Eine Heimstätte, die alles andere als sicher ist, die aber Juden aus aller Welt mit Sicherheit eine Zuflucht bietet - eine Zuflucht vor Antisemitismus. Und gerade das scheint heutzutage wieder bitter nötig zu sein.


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"Des Teufels Hure!“ - Vernunft und Religion

Mon, 30 Oct 2017 18:00:00 GMT

Dieser Reformationstag ist ein besonderer: die Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation laufen auf Hochtouren, ein Jubiläumsjahr geht zu Ende. Was wird hier eigentlich gefeiert? Zur Genüge haben wir in den letzten Monaten gehört, was Luther in der Musik, in der Kunst, in der Welt bewegt hat, dass sein reformatorisches Denken untrennbar mit der Aufklärung verbunden ist. Aber wurden tatsächlich nur durch die Reformation die Prinzipien der Aufklärung möglich? Für Luther war die Vernunft "des Teufels Hure“ - Wie verträgt sich das mit dem aufklärerischen Verständnis der Vernunft als oberste Instanz, unabhängig von der Bibel? Aufklärerische Prinzipien sind bis heute zentral für unser Zusammenleben: Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit. Können wir zu ihrer Verteidigung auch auf Martin Luther zählen?


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Deutscher werden? Was bringt ein Einwanderungsgesetz

Fri, 27 Oct 2017 17:00:00 GMT

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Und zwar das beliebteste weltweit nach den USA. Das zeigt die Statistik, so "sprechen“ die Zahlen - und das schon seit Jahren. Die Politik sagt das erst seit kurzem, hat diesem lange umstrittenen Eingeständnis aber wenig Taten folgen lassen. Das soll jetzt anders werden. Wenn es nach zwei der drei Jamaika-Fraktionen einer möglichen nächsten Bundesregierung geht, steht ein neues Einwanderungsgesetz auf der Agenda. Das bisherige heißt "Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung“. Schon der Titel schlägt die Türen zu. Und das ist ja auch genau das, was eine große Minderheit der Bevölkerung und die CSU wollen. Vielleicht könnte man den alten Titel ja für ein neues Obergrenzen­gesetz reservieren und die Themen Zuwanderung und Flüchtlinge so voneinander trennen. Das könnte die Debatte klarer und die Stimmung friedlicher machen …


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Malta. Eine Insel sucht einen Mörder

Thu, 26 Oct 2017 17:00:00 GMT

Eine kleine Insel, ein großer Sumpf und tödliches Pflaster für hartnäckige Journalisten. Daphne Caruana Galizia recherchiert auf Malta Korruption in den höchsten Kreisen und wird ermordet. Die Tatwaffe: Eine Autobombe, vollgepackt mit Semtex-Sprengstoff, wie man es von Mafia-Morden kennt. Das passiert in einem EU-Mitgliedsstaat und nicht nur das. Die Insel im Mittelmeer ist eine Steueroase und anscheinend ein sicherer Hafen für Geldwäsche, für den illegalen Handel mit Öl und mit EU-Pässen. "Wo du auch hinschaust, überall Gauner", schrieb die ermordete Journalistin in ihrem letzten Blog. Wie lange will die EU noch wegschauen?


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Offene Feldschlacht - Der Kampf um Glyphosat

Tue, 24 Oct 2017 22:00:00 GMT

Es könnte krebserregend sein, und wenn es das wäre, müsste man es verbieten - das Glyphosat. Sollte man schon, wenn der Verdacht besteht, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Ist aber unbedenklich, sagt das Bundesamt für Risikobewertung. Und muss sich vorwerfen lassen, sein Gutachten beim Glyphosat-Hersteller Monsanto abgeschrieben zu haben. Wie die Ähren im Wind wogen die Argumente über das Feld. Was dabei gerne übersehen wird, ist das, was Glyphosat und alle ähnlichen Mittel auf eben diesen Feldern anrichten: Wo sie hingesprüht werden, wächst kein Kraut mehr. Es stirbt auch Leben, das gar nicht getroffen werden soll. Das aber unser aller Lebensgrundlage ist. Ob das so weiter gehen darf, entscheidet jetzt die Europäische Union …


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Das Boot ist voll - Abgeordnetenflut in Berlin

Tue, 24 Oct 2017 17:00:00 GMT

So viel Gedränge und Geschiebe im neuen Bundestag war nie. 709 Abgeordnete, das ist Rekord in der Geschichte der Bundesrepublik. Für die Neuen und ihre künftigen Mitarbeiter fehlen Büros. Manche werden ausgelagert und kampieren jetzt auf wenigen Quadratmetern fern des Reichtags. Vor allem die Abgeordneten von der AfD sind stinkig: Sie fühlen sich nach eigener Aussage wie in der Käfighaltung. Auch die FDP zieht einen Flunsch. Sie muss im neuen Bundestag neben der AfD sitzen und nicht, wie gewünscht, in der Mitte. Da tummeln sich schon die anderen. Natürlich beanspruchen auch alle Parteien den Posten eines Bundestags-Vizepräsidenten. Da geht der Ärger schon los. Und Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble muss sich als Zuchtmeister bewähren.


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Selbstbestimmung oder Sezession - Europa, was geht?

Mon, 23 Oct 2017 17:00:00 GMT

Kann der Wunsch nach Selbstbestimmung Verfassungsbruch sein und mit dem Entzug von Selbstbestimmung geahndet werden? Ja, in Spanien geht das. Und anderswo ginge das auch. Weil der Nationalismus keine fremden Nationalismen neben sich duldet. Hat es Sinn, sich mit Nationalisten darüber zu streiten, wessen Nationalismus der richtige ist? Wahrscheinlich eher nicht. Es sei denn, man möchte einen Bürgerkrieg riskieren und so der Frage nachgehen, ob sich die Geschichte nicht doch wiederholen könnte. Man könnte aber auch der Frage nachgehen, woher der Wunsch nach Selbstbestimmung kommt. Oder, ob eine Europäische Union, die die Sezessionsbewegungen eindämmen möchte, nicht besser beraten wäre, endlich am lange verkündeten "Europa der Regionen" zu bauen, um die Nationalstaaten in Europa - die alten und die gewünschten neuen - irgendwann zu überwinden.


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