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Haltungsturnen



Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.



Updated: 2017-02-27T01:10:48.958+01:00

 



Murmeln

2017-02-03T16:11:03.376+01:00

Zuerst hielt ich es für etwas albern, aber habe trotzdem mitgemacht, denn es passte andererseits in die Situation. Inzwischen freue ich mich jeden Tag daran.Weihnachten hatten wir es endlich einmal geschafft, in die sehr schöne Kirche bei uns in Eutin zu gehen. Der Propst predigte und der wunderbare Kirchenmusiker leitete seine erstaunlich jung klingende Kantorei. Was tolle Musik doch für einen Unterschied macht in einem Gottesdienst, vor allem die Orgelvorspiele von Martin West (der, kaum dass wir ihn entdeckten, in den Ruhestand ging, Pech), die mich an die inspirierende Zeit von Klaus Vetter in Bramfeld erinnerten.Zu Beginn der Weihnachtspredigt ließ der Propst den Klingelbeutel rumgehen – und jede Besucherin sollte sich eine Murmel rausnehmen und gut festhalten. Irritation in den Kirchenbänken war garantiert.Sinngemäß sagte er: "Nehmen Sie die Murmel mit. Stecken Sie die in die Tasche. Und wenn Sie darauf treffen in den nächsten Tagen, erinnern Sie sich daran, wie es war, ein Kind zu sein, das Leben und die Welt mit Kinderaugen zu betrachten." So ungefähr jedenfalls. Es ging ihm nicht um Weltflucht, im Gegenteil. Sondern um die Freude und das Staunen von Kindern gegenüber der Welt. Und das Vertrauen. Und den Lebensmut und die Hoffnung und Zukunftserwartung, wenn man so will (auch wenn Kinder es nicht so nennen würden).Seit Heiligabend trage ich die Murmel tatsächlich in der rechten Hosentasche mit mir herum, packe sie ganz gewissenhaft aus und wieder ein, in Jeans, in Anzughosen, sogar in Reithosen. Und spüre ihr nach über den Tag hinweg. Und jedes Mal, wenn ich die Murmel anfasse, erinnert sich etwas in mir daran, was sie mir sagen will.Das Verrückte ist, dass es funktioniert. Ich weiß, ich werde sie irgendwann verlieren, werde sie mit Kleingeld, das ich in der gleichen Hosentasche mit mir rumtrage, herausziehen und fallen lassen, sie wird unter einen Schrank rollen oder in einen Gulli. Bis dahin aber passe ich auf sie auf. Und erinnere mich daran, was Gott Noah versprochen hat. Und dass es sich lohnt zu leben und zu arbeiten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass eine Kleinigkeit wie diese Murmel wertvoll für die ersten Wochen dieses Jahres, für die Weihnachtszeit, die gestern zu Ende ging, sein könnte. Dass sie einen Gedanken weiterträgt in mein Leben, den jemand in einer Situation in mich gepflanzt hat, in der ich dafür aufnahmebereit war. Und dafür bin ich dankbar.Und werde versuchen, die Murmel, so lange es irgendwie geht, eben gerade nicht zu verlieren.#DNKGTT[...]



Sondersteuer für Frauen

2017-02-03T16:15:07.328+01:00

Obwohl ich selbst Pferde halte und ein bisschen züchte, war ich lange unentschieden in der intensiven Diskussion um die Pferdesteuer. Grundsätzlich irgendworauf Steuern zu erheben, ist ja ok (wenn man wie ich Steuern und die Finanzierung staatlicher Aufgaben sinnvoll findet).

Inzwischen bin ich überzeugt, dass es eine schlechte und sogar dumme Idee ist. Vor allem aus drei Gründen:

1. Das Neid-Argument.
Es stimmt einfach nicht, dass Reiten und sogar das Halten von Pferden eine "Reichen-Sache" ist. Ja, unter Wohlhabenden gibt es welche, die Pferde auf einem bestimmten Niveau haben oder einen sauteuren Sport wie Polo spielen. Aber unter den Ponybesitzerinnen sind viele mit sehr kleinen Einkommen, die sich das Pferd vom Mund absparen oder einen Zweitjob nur für das Pferd haben. Schülerinnen, die alle Geschenke und ihren Nebenjob in ihr Hobby stecken und so weiter. Und die Kinder, die "nur" reiten, geben dafür weniger aus als ein Fitnesstudio kostet und nur wenig mehr als die Mitgliedschaft in einem Sportverein. 
Für alle diese wäre die Pferdesteuer hart und für viele das Ende ihres Sports oder Hobbys. Wenn die Reitstunde von 10 EUR auf 13 EUR steigt (zusätzlich zu den Erhöhungen, die durch die steigenden Heupreise entstehen, die auch politisch induziert sind, weil immer mehr Grünflächen für die Energieerzeugung genutzt werden), dann ist das für Leute wie mich verschmerzbar. Für viele andere aber nicht. 

2. Die Milchmädchenrechnung.
Da die Pferdesteuer eine Gemeindesteuer ist, werden die Betriebe die Gemeinde verlassen. Die Reitställe beispielsweise in Tangstedt (wo die SPD die Steuer durchsetzen will) werden nach Bargfeld gehen oder nach Norderstedt. 
Es kommt also nicht nur keine Pferdesteuer in die Kasse, es brechen auch noch Gewerbesteuern weg. Dumm. 

3. Die Sondersteuer für Frauen.
Das wichtigste Argument aber — weil das dazu führen wird, dass die Gerichte die Steuer am Ende kassieren werden — kommt daher, dass mehr als 80% aller von dieser Steuer Betroffenen Frauen sind. Weil Frauen so extrem viel häufiger als Männer Pferde besitzen. Faktisch ist eine Pferdesteuer eine Sondersteuer für Frauen. 
Dass nur ein Sport mit einer Sondersteuer belegt wird, der fast ausschließlich von Frauen betrieben wird, dürfte eher schwer mit europäischem Recht vereinbar sein. Und sagt darüber hinaus auch viel über die Gedankenwelt der Initiatoren. 



Und dann auch noch Knut Kiesewetter...

2016-12-31T17:11:18.380+01:00

Was war das für ein Jahr. Im ersten Moment geht es wahrscheinlich nicht nur mir so, dass ich es geballt empfunden habe. Vieles, was Angst macht. Mir zumindest. Vieles, was traurig macht. Mich zumindest. Ein nicht mehr zu verdrängender langanhaltender Teil des Weltkriegs, der seit einiger Zeit herrscht. Beängstigende autoritäre Bewegungen und Führer, die ihre Macht autokratisch umbauen oder demokratisch an die Macht kommen. Viele Idole meiner Jugend oder zumindest solche, mit denen ich aufwuchs, starben. Und das alles nur die Vorhut für ein Jahr, das zumindest in meinem Land noch viel schlimmer werden wird und die Gesellschaft zu zerreißen oder zu zerstören droht.

Und dann kam die Weihnachtspost. Und mit ihr etwas, das eine Tradition in unseren Familien ist: die Jahresbriefe. So wie wir auch den unseren kurz vor Weihnachten verschickt hatten. Und in diesen Briefen war von einem ganz anderen Jahr die Rede. Einem, das gut war, in dem viel geklappt hat, Kinder groß wurden, konfirmiert, Abitur machten, geboren wurden. Reisen, die Familien unternommen haben. Neuanfänge und Veränderungen. Neue Beziehungen. Beförderungen. Neue Berufe. Berufseinstiege. Engagement. Hoffnung.

2016 war für sehr viele Menschen in meinem Umfeld, mich eingeschlossen, ein wirklich gutes Jahr. Eines, in dem viel richtig lief in all dem Chaos, das um uns herum herrschte.

Ich will dies nie vergessen. Mich immer wieder daran erinnern, wenn die Verzweiflung oder die Trauer oder die Angst überhand zu nehmen droht. Und die Briefe, die bei uns an einer Wäscheleine hängen, die einmal quer durch die Wohnküche geht, wieder und wieder zur Hand nehmen. Als Zeugnis eines Lebens in Fülle und einer Hoffnung auf einen Sonnenaufgang am Ende der Nacht.

Wie passend, dass die Tage wieder länger werden.

Ein gesegnetes Jahr 2017 wünsche ich euch, eines, in dem ihr immer wieder Hoffnung und Gelingen sehen könnt. In dem wir gemeinsam stark sind in allen Anfechtungen, die kommen und schon zu sehen sind. Erinnert mich daran, wenn es besonders schlimm ist, bitte.

(image)
Und dann ist da die Hoffnung und die Sonne geht wieder auf




Denk ich an Deutschland

2016-12-14T16:45:54.021+01:00

terror, m., lat. – Furcht, Schrecken, AngstVorbemerkung:Ich schreibe hier über meine widerstreitenden Gefühle. Über etwas, das mir tatsächlich zu schaffen macht. Das wiederum macht mich verletzlich, ich weiß. Aber da dies Blog ein sehr wichtiger Teil meines Lebens- und Heimatraumes ist, ist es mir wichtig, dies genau hier zu teilen. Darf ich dazu eine einzige Bitte äußern? Wenn ihr - hier oder woanders - darauf antworten wollt, mögt ihr dann auch von euch reden? Und nicht allgemein oder in Beschimpfungen abgleiten oder so was? Ist viel verlangt, aber es ist für mich auch ein Experiment. Dazu, ob ich neben aller Angst auch noch Hoffnung haben darf.Anderes lösche ich auch, davon mal abgesehen. Vom Zorn, dem manchmal gerechtenIch bin leicht erregbar, war ich schon immer. Wenn etwas ungerecht ist oder jemand einfach nicht auf Argumente hören will beispielsweise. Oder wenn ich etwas als böse empfinde. Terror im Wortsinne macht mich zornig. Also wenn jemand Angst und Schrecken verbreitet, ob körperlich oder mit Worten. Ob online oder in der Kohlenstoffwelt. Unredlichkeit macht mich zornig.In meiner religiösen Tradition kennen wir so etwas wie einen gerechten Zorn. Die Bibel unterscheidet gerechten und ungerechten Zorn. Gott zürnt oft, aber nie ohne Barmherzigkeit. Das ist eher schwer für uns, für mich. Aber aus Zorn entsteht eben auch Kraft, Energie, Aktion. Wenn er ein Ventil findet, wenn er sich auf eine Veränderung richten kann.Oft rufe ich meinen Zorn hinaus, hier, auf Twitter, woanders. Sage, was mich zornig macht, was terror verursacht oder ich als terror erlebe. Oft gab es in den letzten Sorry, aber wenn die AfD nicht von allen normalen Menschen als rechtsradikale Partei bezeichnet wird, dann hat sich das Koordinatensystem verschoben. Und das bringt mich um den Schlaf.Ebenso wie die Tatsache, dass neben der lustvollen Selbstviktimisierung überaus privilegierter Menschen vor allem die Vorstellung immer mehr Menschen (auch in meiner Umgebung) befällt, wir befänden uns aktuell in einer Wiederkehr der Situation von 1989. Und zwar nicht etwa, weil die Stimmung explosiv sei (auch dann fände ich den Vergleich hanebüchen) - sondern weil das "Merkelregime" so weit von Volk abgekapselt sei wie das Honeckerregime damals. Weil die Medien in diesem Land genau solche Staatsmedien seien wie die in der DDR 1989. Weil eine Volksbewegung genauso wie 1989 in der DDR die Demokratie wieder herstellen müsse und werde.AK 74Nachdem diese Menschen beginnen, sich zu bewaffnen(und Gleichgesinnte auffordern, sich einen "kleinen Waffenschein" zu besorgen), hatte die "Welt am Sonntag" diese Woche nichts besseres zu tun, als auf dem Titel zu erklären, wie man ganz einfach (allerdings illegal) an eine Kalaschnikow komme.Da bekommen die Vergewaltigungs- und Todesdrohungen, die viele meiner Freundinnen seit einigen Monaten erhalten, doch eine ganz neue Note.Und das bringt sie um den Schlaf.Und dazu, was das alles mit dem Internetz zu tun hat und mit Social Media, schreibe ich als nächstes, vielleicht Ende der Woche oder so. [Update: done.][...]



Alle Christen hassen Homos

2016-01-15T14:32:13.862+01:00

Seit vielen Jahren setze ich mich sehr kritisch mit "dem Islam" auseinander. Mindestens seit 2010 auch hier im Blog (auf die Schnelle fand ich keinen älteren Beleg hier). Wahrscheinlich stört es mich deshalb so sehr, wenn ich in den letzten Tagen und Wochen immer wieder von Leuten auf Interviews mit "Islamkritikerinnen" aufmerksam gemacht werden, deren Tenor in etwa ist: Ich weiß das, denn ich komme aus einer islamischen Familie. Und alle muslimischen Männer verachten Frauen und alle muslimischen Mütter erziehen ihre Söhne zu Frauenhassern. Und so weiter und so ähnlich.Ihr glaubt auch den Religionshassern aus christlichen Familien, wenn es darum geht, was _alle_ Christinnen tun, richtig? #kelek #ramadani— Wolfgang Lünenbürger (@luebue) January 15, 2016Wie die meisten, die mich schon länger als zwei, drei Tage lesen, wissen, bin ich mehr als nur skeptisch, was den organisierten Islam, auch und vor allem den in Deutschland angeht. Und ja, wer sich ein bisschen mit Geschichte auskennt, weiß, dass das organisierte Christentum auch nicht direkt aus seinen Institutionen heraus die ersten Schritte gemacht hat, um im Zuge der Aufklärung und vor allem dann im Zuge der Modernisierung nach der Katastrophe des ersten Weltkriegs (die für die Kirchen theologisch noch weit prägender und verändernder war als das Versagen der nicht-lutherischen Kirchen während des Nationalsozialismus) ein auf Freiheit und Menschenfreundlichkeit ausgerichtetes Selbstverständnis zu entwickeln. Und ja, Teilen des organisierten Christentum (glücklicherweise nur in einer sehr verschwindenden, wenn auch lauten Minderheit) ist das bis heute nicht gelungen. Und ja, die unterschiedlichen Erfolgsgeschichten von Islam und Christentum hängen auch damit zusammen, dass sie - nach meiner Auffassung - in unterschiedlich starkem Maße den Keim zur Aufklärung und zum Selbstdenken in sich tragen. So weit dazu.Aber: So wenig, wie wir aus einem durchgeknallten Erzbischof in Spanien [Edit: auch die Meldung in dieser Quelle und nicht nur in der gewohnt unseriösen, die ich nicht verlinke, die runter und rauf gereicht wurde die Tage, ist falsch und basiert auf einer Lüge. Ist sozusagen das QED der These dieses Posts hier, was fast schon skurril ist. Also: der Bischof mag durchgeknallt sein, was ich nicht weiß, aber er hat ausdrücklich das Gegenteil dessen gesagt, was ihm vorgeworfen wird. Paradoxerweise ist das schon ohne Spanischkenntnisse in dem auch bei der HuffPo verlinkten Originaltext seiner Predigt sofort zu erkennen. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich den Link nicht vorher aufgerufen habe. Unten im Kommentar von Martin Recke ist ein Link auf eine deutsche Übersetzung der Predigt.] auf alle Christinnen schließen ("wir" sind hier, tschuldigung, alle, die nicht aus ideologischen Gründen genau so argumentieren wie die aus dem Islam Konvertierten), können wir behaupten, alle Moslems, männlich wie weiblich, seien so oder so.Selbstverständlich ist es Alltagswissen und auch die privatempirische Erfahrung von allen, die mit Jugendlichen arbeiten, dass es unter jungen Männern, die aus muslimischen Familien kommen, überproportional viele gibt, die eine Haltung zu Frauen haben, die sie ausschließlich als Objekt sieht. Nur gibt es auch ganz andere und in unserem Teil von Hamburg beispielsweise leben sehr, sehr viele Familien, in denen das ganz anders ist. Und, erschreckend: diese abstruse Haltung nimmt unter biodeutschen und anderen Jugendlichen aus nicht-muslimischen Umfeldern in den letzten Jahren ebenfalls wieder massiv zu. Was nicht ausschließlich der Einwanderung zuzuschreiben ist, weil es auch in Gegenden so ist, in denen nicht die Kinder der Einwanderinnen milieuprägend sind. Es ist im Gegenteil erschreckend zu beobachten, wie in Milieus und Stadtteilen, in denen eher Mittelschicht und obere Mittelschicht zu Hause ist, "Mackerverhalten" massiv zunimmt. Was übrigens überwiegend aus nicht mehr christlich geprägten Fami[...]