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VoxEeurop | Ideen



The talk of the continent



 






Polen und seine Geschichte – Reaktion: „Verwechseln wir nicht Patrioten und Nationalisten!“

Fri, 01 Sep 2017 20:47:09 +0100

RMF FM, Krakow – In Polen hat Lorenzo Ferrari’s Artikel über das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig heftige Diskussionen ausgelöst. Der für den Radiosender RMF FM arbeitende Journalist Bogdan Zalewski hat uns einen ausführlichen Antwort-Brief geschrieben. Seine äußerst umstrittenen Argumente finden allerdings durchaus Zustimmung: Sowohl bei einem beträchtlichen Teil der Öffentlichkeit, als auch bei der gegenwärtigen politischen Elite Polens. Wir veröffentlichen diesen Brief in seiner ursprünglichen Form, in der er auch auf der Internetseite von RMF FM zu finden ist. Sein Inhalt spiegelt ausschließlich die Ansichten des Autors wider. Mehr....



Polen, Geschichte und die Flüchtlingskrise: Warschaus Antwort fordert einen ernüchternden Blick auf die Vergangenheit

Fri, 01 Sep 2017 20:43:48 +0100

, – Die andauernde Ablehnung der Polnischen Regierung von Flüchtlingen kommt uns unangenehm bekannt vor. Ist es an der Zeit, von den Tragödien des 20. Jahrhunderts zu lernen? Mehr....



Der Gründer von Pulse of Europe: „Man muss die Menschen ernst nehmen und dort abholen, wo sie stehen“

Sat, 01 Apr 2017 10:14:32 +0100

, – Daniel Röder ist der Gründer von Pulse of Europe, einer Bewegung, in deren Namen sich jeden Sonntag in immer mehr europäischen Städten Bürger versammeln um ihre Verbundenheit mit Europa und ihre Ablehnung des Populismus zu zeigen. Mehr....



Video: Europa JETZT!

Fri, 31 Mar 2017 08:57:42 +0100

Aber sie ist unvollständig und wird von ihren Dämonen im Inneren und ihren äußeren Feinden bedroht. Europas Geschichte ist die von Blut und Versöhnung, von Wohlstand und unerreichten Träumen. Europa trägt aber auch das tragische Andenken an Diktaturen und an Teilung in sich, und andererseits die Vorstellung von Gemeinschaft und eine Kultur des Teilens.

Kino und Archivbilder sind da, um uns daran zu erinnern. Es gibt eine europäische Identität. Ihr Inbegriff sind heute die Erasmus-Generation und das Volk der europäischen Bürger. Heutzutage stellen die Mängel der EU und die Zwänge des Souveräns eine Gefahr, aber auch eine historische Chance dar, mit einem Ruck mehr Europa zu fordern, und zwar jetzt!

Aus dem Englischen von Karen Gay-Breitenbach, (DVÜD)







60. Jahrestag der Römer Verträge:: Das Europa der Generation Y formen

Wed, 15 Mar 2017 15:27:38 +0100

, – Unmittelbar vor den Feierlichkeiten am 25. März traf sich eine Gruppe junger Studenten aus ganz Europa in Italien um ein Manifesto zu skizzieren, welches ihre gemeinsame Vision für die Zukunftsgestaltung der Europäischen Union darlegt. Mehr....



60. Jahrestag der römischen Verträge : Man spielt nicht mit der Europäischen Union

Fri, 03 Mar 2017 07:45:04 +0100

, – Momentan herrscht in vielen europäischen Ländern eine von Angst gekennzeichnete Stimmung, doch wir denken, dass es für die Bürgerinnen und Bürger an der Zeit ist, ihre Stimme zu erheben. Dieser Text wird vom Schülerrat, dem Elternbeirat, dem Kollegium und der Schulleitung unterstützt. Mehr....



60. Jahrestag der römischen Verträge : Für einen Neustart der europäischen Integration !

Wed, 15 Feb 2017 10:53:11 +0100

, – Der Jahrestag der Unterzeichnung der römischen Verträge rückt immer näher ; eine Gruppe von über 300 europäischen Akademikern, Persönlichkeiten und Intellektuellen unterstützen diesen Appell, die europäische Integration zu erneuern und laden Zivilgesellschaft, die akademische Welt, die junge Generation und EU Bürger dazu ein, am March für Europa in Rom am 25 März teilzunehmen. Mehr....



Europatag am 9. Mai: Retten wir Europa!

Mon, 09 May 2016 08:44:16 +0100

, – In Zeiten, in denen die Grundwerte der Europäischen Union bedroht sind, ist der Europatag Anlass, diese zu bekräftigen und die Idee einer tieferen Integration zu verteidigen. Mehr....



Europäische Integration: Wieso die EU, trotz allem, ein politischer Erfolg ist

Wed, 02 Mar 2016 07:31:18 +0100

In einem Interview, das Andrew Moravcsik dem polnischen Nachrichtenmagazin Polityka, gegeben hat, sagte er, dass es der EU gelungen sei, den goldenen Mittelweg zwischen nationalem Egoismus und Föderalismus zu finden:

Europa kommt gut voran, nicht 'trotz', sondern gerade 'weil' es nicht genauso zentralisiert ist, wie einige Eurobefürworter dies gerne hätten; weil es keine Unsummen verprasst und gar nicht so viele Beamte hat.

Tatsächlich ist es Vernunft, nicht unrealistische Ideale, die sich beim Aufbau von Europa immer durchgesetzt haben. Die Euroskeptiker haben Europa sogar am meisten vorangebracht:

De Gaulle hat die gemeinsame Landwirtschaftspolitik begründet, die am stärksten zentralisierte Politik in Europa, obwohl er supranationalen Ideen ablehnend gegenüber stand. Margaret Thatcher war ebenfalls antieuropäisch eingestellt, aber sie förderte den gemeinsamen Markt.

Es ist eben jener gemeinsame Markt, den ein amerikanischer Forscher am meisten schätzt, denn

er funktioniert gut, obwohl die größte Krise seit den 1930er Jahren von dort ausging. Damals wurden die Grenzen geschlossen, heute hingegen […] bleiben sie offen, denn Europa verfügt über einen starken institutionellen Schutz des freien Kapital- und Warenverkehrs. Dieser Sieg ist keine Eintagsfliege, sondern es wurde ein anhaltender weltweiter Erfolg errungen.

Jener freie Verkehr ist durch die aktuelle Zuwanderungskrise in Verruf geraten, aber Moravcsik

glaubt nicht an eine zentralisierte Zuwanderungspolitik mit festgelegtem Verteilschlüssel. Für wahrscheinlicher hält er beständiges Feilschen unter den Mitgliedsstaaten entsprechend ihrer jeweiligen inländischen Situation.

Außerdem bleibt Europa weiterhin eine Weltmacht. Dem Machtzuwachs Chinas zum Trotz

behält Europa die Oberhand über das Reich der Mitte – auf wirtschaftlicher und militärischer Ebene und in puncto Einfluß. […] China ist das am meisten überschätzte Land der Welt, Europa hingegen die am meisten unterschätzte Region der Welt.

Die USA wissen ihrerseits nicht,

wie sie humanitäre Hilfe finanzieren und organisieren sollen, wie sie Wirtschaft, internationale Institutionen und Menschenrechte unterstützen sollen. Die USA können sich nicht erweitern wie die EU und haben kaum noch Einfluß auf Russland, denn die beiden Länder pflegen keinen Austausch miteinander.

Diese Lobeshymne enthält dennoch einen Wermutstropfen:

die Einführung des Euro war eine schlechte Entscheidung und widersprach der modernen Wirtschaftslogik. Es wurde davon ausgegangen, dass die Wirtschaftszyklen der Länder der Eurozone schrittweise konvergieren würden, aber das ist nicht der Fall. Mittelfristig profitieren nur Länder wie Deutschland, die Niederlande und Finnland von der Einheitswährung, während sie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien bestraft.

Übersetzung aus dem Französischen von Karen Gay-Breitenbach, DVÜD

Lektorat: Christopher Köbel




Europa und Demokratie: Nationale Wahlen, europäischer Einfluss

Mon, 25 May 2015 17:37:40 +0100

, – Ob es sich um Großbritannien oder Griechenland handelt – nationalen Wahlen auf Messers Schneide scheinen über das Schicksal der EU bestimmen zu können. Es wäre wohl eher an den Europäern, sich zu äußern – wenn die Europäischen Institutionen nur demokratischer funktionieren würden. Mehr....



Slavoj Žižek: Europas größte Gefahr: ‘Trägheit, Gleichgültigkeit und allgemeiner Relativismus’

Fri, 17 Apr 2015 05:37:21 +0100

In einem Interview mit dem deutschen Magazin Der Spiegel macht der Slowenische Philosoph Slavoj Žižek Europas Trägheit für viele Probleme des Kontinents verantwortlich.

Er sein kein „Wirrkopf“, sagt er: „Ich bin Kommunist in Ermangelung eines Besseren, aus Verzweiflung über die Lage Europas.“ Für ihn ist die europäische Krise nicht nur eine Frage, ob man den Kapitalismus unterstütz, oder nicht; sondern eine Frage, bei der es um die Grundsätze der westlichen Demokratie geht. Dennoch „gibt keinen Weg zurück zum Kommunismus.“

Für Žižek sind die vier großen Herausforderungen eines globalisierten, kapitalistischen Systems der Klimawandel, die klaren Konsequenzen der biogenetischen Forschung, die nicht vorhandene Selbstregulierung der Finanzmärkte und die immer größere Zahl ausgeschlossener Menschen. „Einzig eine erneuerte Linke vermag die zentralen Werte der liberalen Demokratie zu retten“, sagt er im Interview. Sollte die Linke ihre Chance verpassen, bestünde die Gefahr eines neuen Faschismus, „oder zumindest eines neuen Autoritarismus.“

Žižek argumentiert, es gäbe einen Punkt, ab welchem kulturelle Koexistenz nicht mehr möglich ist.

Für Žižek ist die Antwort auf religiösen Fundamentalismus, Rechts-Populismus und Nationalismus jedoch nicht mehr Toleranz oder Verständnis, sondern eine neuartige, „übergeordnete Leitkultur“, die Grenzen festlegt. In Europa wäre diese „Leitkultur“ der „Universalismus der Aufklärung“, meint Žižek. Žižek argumentiert, es gäbe einen Punkt, ab welchem kulturelle Koexistenz nicht mehr möglich ist.

„Die größte Gefahr für Europa ist seine Trägheit, seine Zuflucht in eine Kultur der Gleichgültigkeit und des allgemeinen Relativismus,“ meint er, und sieht ein europäisches Schulgefühl auf dem multikulturelle Toleranz aufbaut. „Zu einem explosiven Problem kommt es dann“, sagt Žižek, „wenn zwei ethnische oder religiöse Gruppen in enger Nachbarschaft zusammenleben, aber über unvereinbare Lebensweisen verfügen, also Kritik an ihrer Religion oder ihrer Lebensweise als Angriff auf ihre Identität als solche empfinden.“

Dennoch verteidigt Žižek Europa und bezeichtet sich selbst als „eurozentrischer Linker.“

Ich bin dagegen überzeugt, dass wir Europa mehr denn je brauchen. Stellen Sie sich eine Welt ohne Europa vor: Übrig blieben zwei Pole, die USA mit ihrem brutalen Neoliberalismus und der sogenannte asiatische Kapitalismus mit seinen autoritären politischen Strukturen. Dazwischen noch Putins Russland mit seinen Expansionsbestrebungen. Verloren wäre der wertvollste Teil des europäischen Erbes, in dem Demokratie eine Freiheit des kollektiven Handelns umfasst, ohne die Gleichheit und Gerechtigkeit nicht möglich sind.




Deutschlands neue Rolle in Europa: Ein tatsächliches Viertes Reich?

Fri, 03 Apr 2015 14:44:58 +0100

Wo positioniert sich Deutschland innerhalb Europas? Und haben seine unterdrückten Nachbarn recht, die seine aktuelle Dominanz mit den finsteren Tagen der Nazi-Regentschaft vergleichen? Darum drehen sich die Fragen, die eine Gruppe von Journalisten in einer Untersuchung, die für das deutsche Magazin Der Spiegel durchgeführt wird, versucht zu beantworten. Sie ziehen Deutschlands problematische Vergangenheit heran, um Europas “Führer wider Willen” paradoxerweise sowohl als zu groß als auch als zu klein zu bezeichnen, um seine aktuelle Rolle ausüben zu können: Die Eurozone wird ganz eindeutig von Deutschland angeführt, obwohl Berlin nicht unumstritten ist. Es hat jedoch ein gewichtiges Wort über die Schicksale von Millionen von Menschen aus anderen Ländern mitzureden. Eine derartige Macht verlangt die Wahrnehmung großer Verantwortung, aber die [deutsche] Regierung und andere politische Entscheidungsträger benehmen sich manchmal so, als ob sie ein kleines Land führen würden. De facto hat Deutschland seine politische Dominanz dem wirtschaftlichen Erfolg zu verdanken, aber es ist größtenteils unvorbereitet, wirkliche politische Führung zu übernehmen und sich bei seinen kurzfristigen Interessen kompromissbereiter zu geben, schreiben die Autoren des Spiegel. Seine diplomatische Dreistigkeit ist die Frucht des unnachgiebigen Wunsches, dass sich alle Mitglieder der Eurozone nach den deutschen Grundsätzen von Sparsamkeit und Effizienz richten sollen. Das ist Wasser auf die Mühlen der zunehmend hörbaren Gegner deutscher Vorherrschaft — Für fast alle Kritiker der deutschen Politik wurde ein einziges Wort zum Schwerpunkt ihrer Beschwerde: Austerität. Sie weist auf Sparpolitik hin, ein Konzept, das in Deutschland einen guten Klang hat. In den am schwersten von der Schuldenkrise getroffenen Ländern steht sie für eine düstere Politik, [wie] ein von Externen angewiesener Raub. Deutschland exportiert nicht einfach nur seine Waren, es exportiert auch seine Regeln. In Verbindung mit einer Untersuchung der widersprüchlichen Zahlen aus Griechenland, Italien und Frankreich berichtet Der Spiegel dass die Vergleiche mit dem Deutschen Reich dem Bemühen Deutschlands geschuldet sind, seine eigenen wirtschaftlichen Interessen zu schützen. Obwohl das Magazin derlei Vergleiche ignoriert, [sondern] behauptet, "dass niemand tatsächlich Merkel mit Nazismus in Verbindung bringen würde", ergänzt sie, dass "eine nähere Betrachtung des Wortes "Reich" oder "Imperium" nicht unbedingt gänzlich falsch sei." Denn Deutschland übe zweifelsfrei einen starken Einfluss weit über seine Grenzen hinaus aus, indem es unwilligen Wirtschaftspartnern eine Sparpolitik verordnet. Historische Präzedenzfälle fördern beunruhigende Lehren für die Leiter Europas zutage.Historische Präzedenzfälle fördern beunruhigende Lehren für die Leiter Europas zutage. Deutschlands Zweites Reich, das sich unter Bismarck gründete und das bis zur Niederlage im Ersten Weltkrieg bestand, befand sich in einer prekären Lage: Es war Europas führende Macht, aber dennoch nicht stark genug, um den Kontinent alleine zu beherrschen. Sein Handelsüberschuss beläuft sich aktuell auf 217 Milliarden Euro, gleichzeitig sorgen deutsche Banken für den Export von Kapital, was die wirtschaftlichen Interessen auf Europa ausdehnt. Obwohl Deutschland seine Nachbarn überragt, ist es eindeutig durch einen wirtschaftlichen Zusammenbruch Südeuropas angreifbar. Abermals ist es sowohl zu groß als auch zu klein, um effektiv die Führung übernehmen zu können. — Die Gläubiger wünschen sich, Macht über ihre Schuldner zu erlangen, denn sie haben Angst. Angst, ihr Geld nicht wieder zu sehen. Deutschland [...]



Wirtschaftliche Integration Europas: Das langsame Auseinanderdriften eines Kontinents

Tue, 31 Mar 2015 07:25:02 +0100

Eine gemeinsame Währung ohne politische oder steuerliche Einheit hat Europa in Gefahr gebracht, auseinanderzubrechen, schreibt Timothy Garton Ash in der britischen Tageszeitung The Guardian. Die aktuelle Krise innerhalb der Eurozone hat die Gräben zwischen dem noch wohlhabenden Norden und dem von Schulden belasteten Süden vertieft. Dadurch gerieten auch die demokratischen Interessen der Nationalstaaten auf Kollisionskurs mit der EU Führung. Garton Ash glaubt nicht an ein zwangsläufiges Auseinanderbrechen. Allerdings scheint es unvermeidbar. In Anspielung auf den britischen Ökonom Adam Smith schreibt er — Betrachtet man die außergewöhnlichen Anstrengungen, die in den 70 Jahren seit 1945 unternommen wurden und die Erinnerungen und Hoffnungen, die immer noch mit dem Europäischen Projekt verbunden werden, dann gibt es auf unserem Kontinent immer noch viel Verderben. Das Leid wird am deutlichsten im Süden zu spüren sein, allerdings wird die strukturelle Unausgewogenheit schließlich das Kraftzentrum Nordeuropas treffen. Der Grund dafür, so behauptet Garton Ash, ist in dem Fehlen einer politischen Union begründet, die die strukturellen Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten anerkennt. Der US-Föderalismus trägt dem Umstand Rechnung, dass die Wirtschaft von Alabama niemals die Leistungsfähigkeit von Kalifornien haben wird. Im Gegensatz dazu versucht die EU den ganzen Kontinent zu einem „Exportweltmeister“ deutscher Machart umzubauen. Eine derartige Denkweise versäumt es, den Bedarf eines Binnenmarktes wahrzunehmen, in den exportiert werden kann. „Wenn sich jetzt jeder wie Deutschland verhalten soll“ schreibt Garton Ash, „dann sollte sich Deutschland ein bisschen weniger wie Deutschland verhalten. Aber Deutschland ist dazu nicht bereit.“ Viel drängender sind die Einschläge, die Südeuropa in Form von aufeinander folgenden Wellen von Einschnitten und Liberalisierungen trafen, die aber nicht zu der gewünschten wirtschaftlichen Umwandlung führten — Griechen, Italiener und Franzosen sind keine Deutschen. Ihre Wirtschaft braucht sicherlich Strukturreformen, wie sie beispielsweise die Exporte von Spanien angekurbelt haben, allerdings verhalten sich ihre Gesellschaften und Unternehmen schlichtweg nicht genauso. Das Ergebnis wird ein Europa sein, in dem nationale demokratische Interessen zunehmend unvereinbarer werden mit der Kernaufgabe der EU. Die wirtschaftliche Integration führt zu dem Leiden von vielen Mitgliedsstaaten und verstärkt die deutsche Vormachtstellung. Derzeit hat wohl kaum jemand Lust an einem engeren politischen Zusammenschluss, obwohl dies gemäß Garton Ash der einzige Weg aus der aktuellen misslichen Lage ist, in der sich die EU befindet — Leider verlangen die Strukturprobleme der Eurozone eine über die Grenzen hinausgehende demokratische Solidarität ihrer Mitbürger, die jedoch unter den verschiedenen Nationalitäten der Eurozone nicht existiert und die es auch in naher Zukunft nicht geben wird. […] Deshalb geraten die Demokratien der Nationalstaaten unter einen zunehmenden Druck hinsichtlich der europäischen Integration. Was wäre also zu tun? Garton Ash ist nicht allzu optimistisch bezüglich der Wahrscheinlichkeit eines Überlebens der Union. Allerdings ist es noch nicht zu spät, um Europas Kurs zu ändern — Sind die europäischen 89er Jahrgänge – also jene, die um oder nach 1989 geboren wurden – in der Lage, um mit politischer Vorstellungskraft zu verändern, was unsere aktuelle Politik nicht fertigbringt? Deutsche Übersetzung von Karen Gay-Breitenbach, DVÜD[...]



Europäische Integration in Gefahr: Wird die EU wie Jugoslawien oder die UdSSR enden?

Fri, 06 Feb 2015 16:28:34 +0100

Zunehmende Ungleichheit, Extremismus und Intoleranz bedrohen die Grundfesten der europäischen Integration schreibt John Feffer in Le Monde diplomatique. Feffer, Leiter des Think-Tanks Foreign Policy In Focus (auf Deutsch „Außenpolitik im Fokus“) warnt, dass die Europäische Union „genauso wie es der Sowjetunion und Jugoslawien geschehen ist, im Abfalleimer des verfehlten Föderalismus landen könnte“, wenn sie den widersprüchlichen Impulsen erliegt, die den Kontinent dezeit beuteln. Feffer argumentiert, dass Europa nach dem Kalten Krieg dort erfolgreich war, wo die Großmächte versagt hatten, indem es das Modell des sozialen Zusammenhalts, die Förderung der Gleichheit und die Rechtsstaatlichkeit einführte. Obwohl die EU seitdem schon viel erreicht hat, hat die früher dominante Verquickung aus Marktliberalisierung und regionaler Integration großen Widerstand begünstigt. Feffer zufolge befindet sich Europa derzeit in einem Zeitalter der Extreme mit potenziell weitreichenden Konsequenzen — Europa wird als Kontinent weiter bestehen, die Nationalstaaten werden auch weiterhin verschiedene Grade an Wohlstand genießen, aber Europa als Idee wird vorbei sein. Auf einen weiteren Kontinentalkrieg deutet zwar nichts hin, aber Europa muss sich einem möglichen Zusammenbruch des herrschenden Systems stellen: Das bedeutet das Ende der Eurozone und den Zerfall der regionalen Integration. Einen flüchtigen Blick auf Europas mögliche zerrüttete Zukunft bieten die [an Europa] angrenzenden östlichen Länder. Die dortigen föderalen Strukturen, die die unterschiedlichen Völker kulturell miteinander verbinden sollten, haben während des letzten Vierteljahrhunderts schlechte Arbeit geleistet. [...] Europa wird als Kontinent weiter bestehen, die Nationalstaaten werden auch weiterhin verschiedene Grade an Wohlstand genießen, aber Europa als Idee wird vorbei sein. Am Schlimmsten jedoch ist, dass die EU niemandem außer sich selbst die Schuld dafür geben kann, sollte sie den sicheren Sieg aus dem Kalten Krieg verspielen. Feffer behauptet, dass die EU sich selbst schuldig gemacht hat, denn die neoliberale Politik hat es im Zeitraum nach dem Kalten Krieg versäumt, die sozialen und wirtschaftlichen Spaltungen anzugehen. Als sich Deutschland selbst ein großes Defizit gestattete, um die frühere DDR aufzubauen, bestand die Wirtschaftspolitik der EU standardmäßig aus steuerlicher Zurückhaltung zu Lasten des Wachstums; „dieser Kurs stellte eine ‘Schocktherapie’ nach der anderen“ für die anderen EU Mitglieder dar, die von Zahlungsausfällen bedroht waren. Das Ergebnis ist ein Schwenk von einem Europa ohne Alternative zum Neoliberalismus, zu einem Europa, das unter dem Einfluss von Extremisten steht, die sowohl das Ende der von Europas Wirtschaftspolitik, als auch der europäischen Integration an sich verlangen. Viktor Orban, Ungarns selbsternannter „illiberaler“ Premierminister ist dafür ein gutes Beispiel. Solche existenziellen Bedrohungen des europäischen Projekts verlangen konkretes politisches Handeln — „In Vielfalt geeint“ mag zwar ein ansprechendes Konzept sein, aber die EU braucht mehr als hübsche Rhetorik und gute Absichten, um miteinander verbunden zu bleiben. Wenn es sich nicht bessere Rezepte einfallen lässt, um wirtschaftlicher Ungleichheit, politischem Extremismus und sozialer Intoleranz zu begegnen, werden seine Gegner bald mächtig genug sein, um die Rückspultaste der europäischen Integration zu drücken. Deutsche Übersetzung von Karen Gay-Breitenbach, DVÜD[...]



Slavoj Žižek: Die Attentäter von Charlie Hebdo sind „falsche Fundamentalisten“

Tue, 20 Jan 2015 18:52:27 +0100

Der tödliche Anschlag von letzter Woche auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo sollte eine Verurteilung dieser Taten und Solidarität mit den Opfern hervorrufen, aber vor allem „der richtige Moment sein, den Mut zum Denken zu fassen“, schreibt der slowenische Philosoph Slavoj Žižek in der britischen Wochenzeitung New Statesman.

Žižek argumentiert, dass der Vorfall „einen bestimmten religiösen und politischen Hintergrund hatte und damit eindeutig nur Teil eines großen Ganzen ist“: eines ideologischen Modells, das die Meinungsfreiheit der westlichen Verteidiger und deren säkuläre Werte den islamistischen Fundamentalisten gegenüberstellt, die ihre kulturelle Identität vor dem „Ansturm der weltweiten Konsumgesellschaft“ schützen wollen. Doch diese Ansicht der Angreifer ist falsch –

Was [islamistischen Fundamentalisten] offensichtlich fehlt ist etwas, das bei allen authentischen Fundamentalisten zu erkennen ist, von tibetischen Buddhisten bis hin zu den Amish in den USA: das Nichtvorhandensein von Verbitterung und Neid, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Lebensstil der Nicht-Gläubigen. […] Das Problem mit Fundamentalisten ist nicht, dass wir sie als uns unterlegen betrachten, sondern vielmehr, dass sie selbst sich insgeheim als minderwertig ansehen. Deswegen machen unsere herablassenden politisch korrekten Zusicherungen, dass wir uns ihnen nicht überlegen fühlen, sie nur noch wütender und schüren ihre Verbitterung. Das Problem sind nicht die kulturellen Unterschiede (ihre Anstrengung, ihre Identität zu bewahren), sondern genau das Gegenteil, nämlich dass die Fundamentalisten bereits sind wie wir, dass sie sich heimlich unsere Standards verinnerlicht haben und sich selbst an ihnen messen.

Diese Verbitterung ist entscheidend für Žižeks Ansicht, dass Fundamentalismus nicht die zentralen Werte des Liberalismus, Freiheit und Gleichheit, in Frage stellt, sondern eine unvermeidliche Folge davon ist. Es sei „eine falsche, rätselhafte Reaktion“, auf „ein echtes Manko des Liberalismus“, der sich ohne die Hilfe einer radikalen, erneuerten Linken „langsam selbst untergraben wird“ –

Der Aufstieg des Faschismus ist das Versagen der Linken

Der jüngste Wandel des islamischen Fundamentalismus bestätigt Walter Benjamins alte Erkenntnis, dass „jeder Aufstieg des Faschismus von einer gescheiterten Revolution zeugt“: Der Aufstieg des Faschismus ist das Versagen der Linken, aber gleichzeitig auch ein Beweis für revolutionäres Potenzial und Unzufriedenheit, was die Linke nicht zu mobilisieren gewusst hat. Und gilt dasselbe nicht auch für den heutigen sogenannten „Islamofaschismus“? Ist der Aufstieg des radikalen Islamismus nicht korrelativ zum Verschwinden der säkulären Linken in muslimischen Ländern?

Deutsche Übersetzung von Julia Müller, DVÜD.




Attacke gegen Charlie Hebdo: Wir sind Charlie

Thu, 08 Jan 2015 21:19:42 +0100

Drei bewaffnete und maskierte Männer attackierten am 7. Januar die Büros der Satirezeitung Charlie Hebdo. 12 Menschen wurden dabei getötet und 11 verletzt. Unter den Toten sind Chefredakteur Charb (43), die Karikaturisten Wolinski (80), Tignous (57), Honoré (73) und Cabu (77), der Kolumnist Bernard Maris (68) und zwei Polizisten. Die Angreifer, von der Polizei als Said und Cherif Kouachi sowie Hamyd Mourad. Said und Cherif Kouachi sind zur Stunde immer noch auf der Flucht. Sie seien radikale Islamisten, die den Propheten Mohamed rächen wollten. Mohamed war eine beliebte Figur bei den Karikaturisten von Charlie Hebdo.

Frankreich steht immer noch unter Schock, ebenso wie die Welt, die zigtausende Botschaften der Solidarität mit dem Satz „Je suis Charlie“ über die sozialen Netzwerke und Medien nach Paris schickte. Tausende gingen in Frankreich und auf der ganzen Welt auf die Straßen. Zur Stunde konzentriert sich die Suche auf Regionen nördlich von Paris. In der Nacht nach dem Anschlag kam es zu Schüssen auf und Explosionen in der Nähe von muslimische(n) Einrichtungen. Ob eine Schießerei im Süden von Paris, bei der eine Polizistin gestorben ist, mit dem Angriff auf Charlie Hebdo in Verbindung steht ist noch unklar.




25 Jahre Mauerfall: Deutschland, ein immer noch geteiltes Land?

Sat, 08 Nov 2014 07:29:18 +0100

Es ist nicht unüblich, an Jahrestages zurückzublicken. Im Hinblick auf den 25. Jahrestag des Mauerfalls beurteilt Deutschland jedoch auch seine aktuelle Lage. Wie geteilt ist Europas größte Wirtschaftsmacht? „Im Rekordtempo haben die Deutschen nach 1989 die Spuren der Teilung beseitigt – aus den Straßen sind sie verschwunden. Doch in Statistiken bleibt der Osten sichtbar“, schreibt Die Zeit in einer Zusammenstellung von Statistiken, Karten und Grafiken, die klar Zeiten, dass die Wiedervereinigung Narben hinterlassen hat, die so schnell nicht verschwinden werden. In einem Editorial-Blogeintrag zum Artikel schreibt Redakteur Fabian Moor: Doch die Grenze gibt es noch heute. Ziemlich genau dort, wo sie real existierte, ist Deutschland weiter zweigeteilt. Bis heute, 25 Jahre nach dem Ende der erzwungenen Teilung, gibt es gravierende demographische und ökonomische Ungleichgewichte, dazu unterschiedliche Lebensgewohnheiten. [...] Wäschetrockner? Im Westen weit verbreitet, im Osten kaum. Eine Waffe besitzen? Interessiert in Ostdeutschland nur wenige. Im Osten ist das verfügbare Einkommen pro Kopf immer noch um vieles geringer als in der alten Bundesrepublik (BRD); Agrarbetriebe sind um einiges größer auf dem Gebiet der ehemaligen DDR als im Westen. Die Zeit bemerkt ebenfalls, dass die Bewohner im Osten andere Urlaubsziele bevorzugen als Menschen aus dem Westen. Ganztagsbetreuung ist im Osten die Regel, Grippeschutzimpfungen sind flächendeckend. Und die Menschen sind älter. Viele Kinder der Wende gingen in den Westen und blieben. Dennoch wird die Idee eines geteilten Landes immer öfter kritisiert. „Ich halte diese Ost-West-Vergleiche für überflüssig“, schreibt Zeit-Redakteur Steffen Dobbert. „In Deutschland steht keine Mauer mehr, auch nicht in den Köpfen junger Menschen“, schreibt er und fügt hinzu: In einigen Jahren wird "der Ossi" ganz aussterben. Wenn die Medien ihn denn lassen. [...] Die meisten Menschen fühlen sich mehr als Deutsche denn als Ost- oder Westdeutsche. Ich frage mich nur: Wann kommt diese Realität auch in den Fernseh-, Radio-, Zeitungs- und Online-Redaktionen an? Der Bayerische Rundunk veröffentlichte vor kurzem eine Zusammenstellung von Umfragen zu Ost- und West-Deutschland. Daraus geht hervor: 75 Prozent der Ostdeutschen bewerten die Wiedervereinigung positiv, im Westen sehen nur rund die Hälfte mehr Vor- als Nachteile, fand Infratest dimap jüngst heraus. [...]Die gute Nachricht: Ost-West-Klischees werden nicht vererbt. Zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen lehnen die Vorurteile ihrer Eltern ab. „Im Willen, die alte Mauer zu finden, suchten die Kollegen von Zeit Online vor Kurzem sogar nach Ronnys“, schreibt Steffen Dobbert. „Ronny war in den Jahren 1975 bis 1983 der beliebteste Jungenname in der DDR“, erklärt er. Und in der Tat gab es im Osten bedeutend mehr „Ronny“-Facebookseiten je 10 000 Nutzer als im Westen. Ich habe einen Freund, der Ronny heißt. Als ich ihm von der Karte erzählte, sagte er: ‚Ist doch klar, die meisten Ronnys leben heute noch da, wo ihre Heimat ist. Aber das bedeutet doch nicht, dass die DDR fortlebt!’ Dann fragte er, was denn eigentlich noch alles passieren müsse, bis wir ein Jubiläum des Mauerfalls feiern, ohne die Ronnys zu zählen. ‚Vielleicht müssten er und die anderen Ronnys erst alle ins Saarland ziehen’, sagte ich. Die Zeit schreibt schlussendlich und wirft die Frage in den Raum: Einer der wenigen Orte, an dem die Teilung noch zu sehen ist: die alte innerdeutsche Grenze. Die Türme und Zäune sind v[...]



Östliche Partnerschaft: Keine Zukunft ohne die Gründerväter

Mon, 03 Nov 2014 08:28:34 +0100

Revista 22, Bukarest – Mit dem Verschwinden von der Bildfläche des Schweden Carl Bildt und des Polen Radosław Sikorski steht eines der wichtigsten Projekte der Europäischen Union am Rande des Zusammenbruchs. Auszüge. Mehr....



Wirtschaft: Für einen „europäischen New Deal“

Wed, 10 Sep 2014 08:49:52 +0100

Les Echos, Paris – Der Durchbruch einer neuen Generation an Spitzenpolitikern in Europa ebnet auch den Weg für eine Wiederbelebung des europäischen Projekts. Diese erreicht man durch ein massives Investitionsprogramm, das auch eine Neuorientierung der Ausgaben verlangt, meint ein französischer Ökonom. Mehr....



Ideen: Können die Protestbewegungen die Demokratie in Europa retten?

Mon, 21 Jul 2014 11:19:19 +0100

eutopia, Rome – Wie die jüngsten Unruhen im Iran, in Spanien und in der Türkei gezeigt haben, bietet das Internet den Protestbewegungen ein breit gefächertes Instrumentarium, um ihren Forderungen politischen Ausdruck zu verschaffen. Diese Mittel könnten auch in Europa eingesetzt werden, um die aktuelle Krise der Demokratie zu bewältigen, meint ein französischer Ökonom. Mehr....



Debatte: Europas vorgetäuschte Naivität gegenüber den Euroskeptikern

Sat, 05 Jul 2014 13:36:06 +0100

Der Triumph der euroskeptischen, ausländerfeindlichen Parteien bei den europäischen Parlamentswahlen am 25. Mai wird von einer massiven Ablehnung der europäischen Institutionen begleitet, die den Philosophen Slavoj Žižek zu der Frage veranlasst: „Warum hat die xenophobe Rechte eigentlich so lang gebraucht, bis sie diesen entscheidenden Erfolg erringt?“ Schließlich, so Žižek im The New Statesman, hebe sich eine Politikerin wie Marine Le Pen, Chefin der französischen rechtsextremistischen Partei Front National, „klar von den sterilen europäischen Technokraten ab: Sie spricht die Sorgen der kleinen Leute an und bringt wieder Leidenschaft in die Politik.“ Da der Wahlerfolg der Front National und der übrigen anti-europäischen Parteien am 25. Mai vorauszusehen war, überraschte die „vorgetäuschte Naivität“ der Linken in Bezug auf das Ergebnis. Žižek zufolge würden die Technokraten in Brüssel und die rechtspopulistischen Euroskeptiker die zwei Seiten einer Münze darstellen: Die heutige Politik stützt sich auf eine entpolitisierte Expertenadministration und koordinierte Interessen. Um wieder leidenschaftliche Debatten anzufachen und die Menschen zu mobilisieren, muss man ihnen Angst machen: Angst vor Migranten, Angst vor Verbrechen, Angst vor unvorstellbar grausamen sexuellen Straftaten, Angst vor Übergriffen des Staats, der die Steuerlast ständig erhöht, Angst vor Umweltkatastrophen, Angst vor Belästigungen etc. Euroskeptiker wie Marine Le Pen finden Anklang beim Volk, weil sie die regierende europäische Elite, die laut Žižek „immer weniger zu regieren versteht”, an den Pranger stellen: Wie geht Europa mit der Griechenlandkrise um? Es setzt die Griechen unter Druck, damit sie ihre Schulden tilgen, gleichzeitig wird die Volkswirtschaft durch die Sparmaßnahmen abgewürgt und somit sichergestellt, dass Griechenland seine Schulden niemals abzahlen kann. [...] Die Forderungen und Befehle Europas [...] lassen Griechenland keine Chance, weil die Zahlungsunfähigkeit des Landes zu den Spielregeln gehört. Žižek vertritt zudem die Ansicht, dass der Zulauf, den der ausländerfeindliche Populismus derzeit erfährt, dem „Fehlen einer linken Alternative zum globalen Kapitalismus“ zuzuschreiben sei, aber auch beweise, dass es „einst ein revolutionäres Potenzial gab, eine Unzufriedenheit, die die Linke nicht zu nutzen wusste“. In The Guardian, betrachtet der Journalist Antony Loewenstein Žižeks Argumente vor dem Hintergrund der Korruption im kränkelnden Gesundheitssystem Griechenlands. Loewenstein beschreibt eine Podiumsdiskussion, an der er kürzlich teilnahm: Das Publikum meinte, die dunkle, rassistische Vergangenheit und die ihr sehr ähnliche Gegenwart Griechenlands sei abzulehnen. Doch ist es nicht einfach, den Einsatz und Missbrauch nationalistischer Ideen durch die rechtsextremistischen Parteien und die gegenwärtige Regierung wirksam zu kontern. Zum Glück gibt es Anzeichen dafür, dass viele Griechen jene, die direkt an der aktuellen Krise Schuld haben, dafür verantwortlich machen, und nicht die IWF-Chefin Christine Lagarde, die nicht zugeben will, dass ihre Organisation die schwächsten Griechen bestraft hat. [...]



Nach der Europawahl: Die Pro-Europäer sind am Zug

Thu, 05 Jun 2014 11:34:41 +0100

Dilema Veche, Bukarest – Nicht die euroskeptischen Extremisten, sondern die etablierten pro-europäischen Parteien wären für ein Scheitern der Europäischen Union verantwortlich zu machen, glaubt Ovidiu Nahoi. Mehr....



Sprachen: Euro-Globish, die EU-Sprache?

Sat, 31 May 2014 15:02:15 +0100

Welche Sprache spricht die Europäische Union nun eigentlich? Bis vor gut zehn Jahren hätte die Antwort auf diese Frage wohl „hauptsächlich Französisch“ gelautet, obwohl Englisch bereits an Boden gewann. Heute wird die Sprache Shakespeares in einem Dutzend Länder gerne als Zweit- oder Arbeitssprache angewendet: „Die Europäer haben sich mit großer Mehrheit für das Englische entschieden“, schreibt The Economist.

Das britische Magazin meint dazu:

Die Europäische Union führt immer mehr Geschäfte in englischer Sprache. Die Dolmetscher haben manchmal den Eindruck, dass ihnen gar keiner zuhört. Letztes Jahr trat der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck für ein englischsprachiges Europa ein: Man könne die Nationalsprachen weiterhin für ihre Spiritualität und ihre Poesie schätzen, neben einem „akzeptablen Englisch für alle Lebenslagen und Lebensalter“. Manche haben schon eine europäische Form des „global English“ (Globish) entdeckt: Ein Dialekt, der aussieht wie Englisch, gemischt mit kontinentaleuropäischer Kadenz und Syntax, und in seinem Schlepptau ein institutioneller EU-Jargon, in dem es von linguistischen (und vorwiegend aus dem Französischen stammenden) „falschen Freunden“ wimmelt. In Brüssel bedeutet „to assist“, dass man anwesend ist, nicht dass man assistiert; „to control“ heißt „überprüfen“, nicht „beherrschen“ oder „leiten“; „adequate“ wird mit „adäquat“ gleichgesetzt, obgleich es „hinlänglich“ bedeutet; und manche unzählbare englische Substantive haben auf einmal einen Plural, so etwa „advices“, „informations“ und „aids“. „Anglo-Saxon“ ist kein historisches Adjektiv mehr, das sich auf germanische Stämme in Britannien bezieht, sondern ein politisches Schimpfwort, nach welchem „capitalism“ oder gar „press“ steht. Normaleuropäer erhielten einen ersten Eindruck des Euro-Globish in den TV-Debatten der führenden Kandidaten für die Europawahlen vom 22. bis zum 25. Mai. Dass die wichtigsten politischen Fraktionen Europas ihre Anwärter auf den Posten des Präsidenten der Europäischen Kommission mit dem deutschen Wort „Spitzenkandidat“ vorstellen, ist etwas völlig Neues (und Brüssels erster deutscher Neologismus seit Jahren). Damit sollte das demokratische Defizit ausgeglichen, Begeisterung erregt, das Sinken der Wahlbeteiligung gestoppt und der Aufstieg der Anti-EU-Parteien blockiert werden.

Den gesamten Artikel finden Sie auf der Internetseite von The Economist.




Die Rolle der EU: Ein ”Europa in being”?

Fri, 30 May 2014 11:08:17 +0100

Rzeczpospolita, Warschau – Die jüngste Europawahl gab keinen Anlass zur Freude, schreibt der polnische Ökonom Witold M. Orłowski. Mehr....



Presseurop: Ohne öffentliche Meinung kein Europa

Fri, 20 Dec 2013 15:18:07 +0100

Presseurop, – Als Presseurop 2009 startete, hätte niemand gedacht, dass der Euro und die Union ins Wanken kommen könnte. Presseurop hat diese Entwicklung mit den Augen der europäischen Printmedien verfolgt und dazu beigesteuert, den Europäern ihren Kontinent näherzubringen sowie den Grundstein zu einer europäischen Öffentlichkeit zu legen, meint José Ignacio Torreblanca. Mehr....



Europawahlen 2014: Was für eine seltsame Demokratie

Mon, 16 Dec 2013 13:19:25 +0100

Eldiario.es, Madrid – Bei den Europawahlen handelt es sich um eine europaweite Abstimmung, bei der es jedoch vor allem um nationale Belange geht. Dieser Widerspruch ist eines der größten Probleme für die europäische Integration. Mehr....



Europäische Integration : Bitte keine Vereinigten Staaten von Europa

Thu, 05 Dec 2013 16:50:28 +0100

NRC Handelsblad, Amsterdam – Wenn die Europäische Union weiterbestehen soll, dann müssen sich ihre Vertreter über ihr Ziel klar werden. Dies sollte keine Föderation sein, sondern eine Union, die den Blick nach außen richtet, ihre Vielfalt bewahrt, ihre Erweiterung beendet, meint der niederländische Soziologe Paul Scheffer. Mehr....



Europäische Union: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Thu, 21 Nov 2013 12:34:45 +0100

Público, Lissabon – Die Portugiesen erhofften sich viel von der EU-Mitgliedschaft. Heute ist ihre Ernüchterung groß. Doch für sie, genau wie für alle anderen Europäer, liegt die Zukunft in der Schaffung eines öffentlichen Raums und der Entwicklung von politischen und wirtschaftlichen Netzwerken. Mehr....



Ideen: Nichts geht über Dialogkultur

Mon, 11 Nov 2013 10:48:08 +0100

L'Espresso, Rom – Mitten im Ersten Weltkrieg erfand Marcel Proust Figuren, die sich trotz allem für deutsche Kultur begeisterten. Für den Schriftsteller und Semiologen Umberto Eco ist das der Beweis dafür, dass der kulturelle Austausch mehr als alles andere zur Entwicklung Europas beigetragen hat. Mehr....



Dänemark, Schweden: Siamesische Zwillinge oder verfeindete Brüder?

Fri, 18 Oct 2013 16:10:23 +0100

Dagens Nyheter, Stockholm – Nicht ist einem Dänen ähnlicher als ein Schwede, könnte man meinen. Doch obwohl die beiden Staaten einander wirtschaftlich immer näher kommen, kehren sich die beiden Völker lieber voneinander ab – das bedauert eine in Stockholm lebende dänische Politologin in einem Artikel, der in beiden Ländern veröffentlicht wurde. Mehr....



Europäische Unionsbürgerschaft (2/2): „Auf die Krise der Institutionen folgt eine europäische Renaissance“

Fri, 04 Oct 2013 12:10:52 +0100

Trouw, Amsterdam – Im zweiten Teil seiner Rede auf der von Trouw organisierten Konferenz zum Thema Europa spricht der niederländische Schriftsteller Geert Mak über die Krise der europäischen Institutionen. Seiner Meinung nach wird diese Krise das demokratische Machtverhältnis zwischen der EU und ihren Bürgern grundlegend verändern. Mehr....



Europäische Unionsbürgerschaft (1/2): „Wir haben es mit einer grundlegenden Auseinandersetzung zu tun”

Thu, 03 Oct 2013 12:38:03 +0100

Trouw, Amsterdam – Die EU steht vor einem heiklen Problem: einerseits muss sie begreifen, dass sich die Mitgliedstaaten jeder für sich in Europa „zu Hause” fühlen wollen. Andererseits steht sie vor Problemen, die nur mit vereinten Kräften lösbar sind, meint der niederländische Schriftsteller Geert Mak im ersten Teil seiner Rede auf einer von Trouw organisierten Konferenz zum Thema Europa. Mehr....



Balkan: „Man hat uns Woiwode Goze [Deltschew] gestohlen”

Wed, 11 Sep 2013 11:11:57 +0100

In einer UNESCO-Ausstellung in Belgrad wurde der bulgarische Freiheitskämpfer Goze Deltschew – Symbolfigur des Aufstandes gegen das Osmanische Reich um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert – als Mazedonier in Szene gesetzt, ohne dass Bulgarien dabei auch nur erwähnt wurde.

„Skopje verfälscht wieder einmal unsere Geschichte. Unsere Nachbarn haben es sogar geschafft, die UNESCO zu täuschen”, entrüstet sich die bulgarische Zeitung Standart.

In der Ausstellung wird Deltschew als Gründer der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation (IMRO, auch VMRO im Bulgarischen und Mazedonischen) beschrieben, obwohl der ursprünglich Name der Gruppe das makedonisch-adrianople Revolutionäre Komitee bezeichnete.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zerfiel die IMRO in mehrere Teilorganisationen, die auf der politischen Bühne Bulgariens und Mazedoniens sowohl im linken als auch im rechten Lager vertreten sind.

Die Tageszeitung betont, dass sich das bulgarische Landesmuseum von der Ausstellung distanziert hat, die eigentlich die Identität und das kollektive Gedächtnis des 19. Jahrhunderts nachzeichnen sollte. Insgesamt hatten sich zwölf Landesmuseen der Balkanstaaten an der Ausstellungsplanung beteiligt.




Demokratie: Die Parteien sind tot, es leben die Parteien!

Fri, 23 Aug 2013 12:30:22 +0100

Trud, Sofia – Die wochenlangen Proteste in Bulgarien beweisen erneut, dass politische Diskussionen heutzutage im Internet und in sozialen Netzwerken stattfinden. Wenn es aber darum geht, konkrete politische Aktionen durchzuführen, gibt es – zumindest gegenwärtig – nichts, das die politischen Parteien ersetzen könnte. Mehr....



Deutschland: Die schlafende Schönheit

Fri, 16 Aug 2013 09:03:27 +0100

Der Spiegel, Hamburg – Die Regierung Merkel nötigt die Südländer zu tiefgreifenden Reformen und leugnet doch die gesamteuropäische Verantwortung für die Folgen der Krisenpolitik. Eine fatale Haltung für Europa, insbesondere wenige Wochen vor der Bundestagswahl, meint der Philosoph Jürgen Habermas. Mehr....



Sprachen: Gemeinsam gegen die Übermacht des Englischen

Thu, 15 Aug 2013 12:00:07 +0100

România libera, Bukarest – Englisch ist die neue Lingua franca. Die zunehmende Begeisterung vieler Europäer für das Englische sieht ein rumänischer Intellektueller kritisch und wirbt für den Erhalt der Nationalsprachen. Mehr....



Ein Europa der Intellektuellen: Wo ist das freie Denken hin?

Thu, 08 Aug 2013 13:31:30 +0100

De Morgen, Brüssel – Europa ist mehr als ein politisches Projekt, es ist ein moralisches Projekt, in dem die freie Meinungsäußerung und Toleranz im Mittelpunkt stehen muss. Doch leider dazu fehle immer noch die notwendige Offenheit des Geistes, bedauert die polnisch-flämische Philosophin Alicja Gescinska. Mehr....



Europäische Union: Die Sprache der Krise

Fri, 26 Jul 2013 16:32:59 +0100

International New York Times, Paris – Die Eurokrise macht viele Europäer arm, sie bereichert jedoch ihre Sprache. Komplexe Wirtschaftsbegriffe sind mittlerweile verankert in der Alltagssprache, und neue Wortkreationen bringen Kummer, Empörung und Krisenfrust auf oft sarkastische Weise zum Ausdruck. Mehr....



Turkei: Das „Ende der Geschichte“ naht

Mon, 22 Jul 2013 12:52:52 +0100

Dilema Veche, Bukarest – Nach Ansicht des Politologen Francis Fukuyama hat eine Gesellschaft dann ihren höchsten Entwicklungsstand erreicht, wenn dem Wunsch nach Demokratie in einer liberalen Wirtschaft zufriedenstellend nachgekommen wird. Mit ihren Demonstrationen gegen Erdoğan, möchten die Türken genau dieses Ziel erreichen. Mehr....



Eurokrise: Hegels Kritik

Thu, 18 Jul 2013 16:33:39 +0100

Trouw, Amsterdam – Jeder Politiker sollte Hegels „Phänomenologie des Geistes“ lesen, damit die Eurokrise und das mangelnde Vertrauen in die EU überwunden werden kann. Vor 200 Jahren schrieb dieser, dass Wohlstand allein nicht selig macht, und dass der Bürger in der Demokratie vor allem Anerkennung sucht, meint ein niederländischer Journalist. Auszüge. Mehr....



Gesellschaft : Die Gemeinschaftsglücks-Forscher

Wed, 17 Jul 2013 16:45:58 +0100

Süddeutsche Zeitung, München – Was bedeutet gesellschaftlicher Zusammenhalt und von welchen Faktoren hängt er heute ab? Eine in 34 Industriestaaten durchgeführte Studie kommt diesbezüglich zu überraschenden Ergebnissen. Mehr....



Europäisches Projekt: Lasst uns aufhören, vom Scheitern der EU zu sprechen!

Mon, 08 Jul 2013 16:15:43 +0100

De Volkskrant, Amsterdam – Viel zu oft wird vergessen, dass Länder wie Spanien und Italien aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur EU fähig waren, ihren kolonialen Ambitionen den Rücken zu kehren und sich dabei dennoch wirtschaftlich zu entfalten. Dieses Beispiel könnte sich auch für die Zukunft der Union als wertvoll erweisen, meint ein niederländischer Politologe. Mehr....



Debatte: Gegen ein Europa der Fronten

Thu, 04 Jul 2013 13:01:34 +0100

El País, Madrid – Der Aufbau einer lateinischen Front, die dem mächtigen Nachbarn im Norden unter der Leitung Deutschlands die Stirn bieten kann, wäre eine grob vereinfachende Lösung angesichts der Krise und beruht auf dem Nationalbewusstsein des alten Europas, meint Schriftsteller Javier Cercas. Mehr....



Debatte: Die Religion der Bestecher

Wed, 03 Jul 2013 12:46:38 +0100

Linkiesta, Mailand – Bestechung ist einer der Hauptgründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Problemländern der Eurozone. Dass die meisten davon katholisch sind, also einer Religion angehören, die Korruption gegenüber toleranter war als anderen „Sünden“, ist vielleicht nicht bloß Zufall. Mehr....



Protest in der Türkei: Alles soll beim Alten bleiben

Tue, 11 Jun 2013 12:47:15 +0100

Süddeutsche Zeitung, München – Die Demonstrationen gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan werden oft mit denen vom Mai 68 verglichen. Doch damals ging es der Jugend darum, das System zu stürzen. Heute kämpfen sie für den Fortbestand des Wohlfahrtsstaats. Mehr....



Europäische Union: Bühne frei für die Opposition

Fri, 24 May 2013 16:15:58 +0100

Süddeutsche Zeitung, München – Viele werfen der EU einen Mangel an Transparenz und Demokratie vor. Doch das Problem ist ein anderes, meint der Soziologe Armin Nassehi. Was fehlt, ist eine echte, supranationale Opposition, die fest in die europäischen Institutionen verankert ist. Mehr....



Eurozone: Europa braucht einen Martin Luther

Fri, 17 May 2013 16:23:56 +0100

La Repubblica, Rom – Die EU wird zur verdorbenen Kirche, in der Deutschland mit dogmatischer Orthodoxie im Wirtschaftsbereich den Ton angibt. Die Politik muss durch ein protestantisches Schisma von der Basis aus die Kontrolle zurückerlangen, fordert Repubblica-Leitartiklerin Barbara Spinelli. Mehr....



Europäische Union : „Europa mit links“

Thu, 16 May 2013 11:18:53 +0100

Am 15. Mai haben Sozialdemokraten, Linke, Grüne, Gewerkschaften, Intellektuelle und Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich den Aufruf „Europa geht anders!“ unterzeichnet, meldet die Tageszeitung.

„Erstmals regt sich mit dem Aufruf der europäischen Linken ein länder- und parteiübergreifender Protest gegen die Europapolitik insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel“, freut sich die linke Tageszeitung.

Mit dem Appell protestieren die Unterzeichner gegen den geplanten „Pakt für Wettbewerbsfähigkeit“, über den der Europäische Rat im Juni abstimmen will. Tritt er in Kraft, werden Strukturreformen für die Länder der Eurozone zur Pflicht, erklärt die TAZ und fügt hinzu, dass der Pakt für die Unterzeichner des Aufrufs „nichts anderes bedeute als Lohndumping, Sozialabbau und Privatisierung“.