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Nachrichten Heute (Nachrichten Heute, Hintergrundinformationen und Berichte) : Rubrik:kulturfind



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Published: 2017-04-10T19:33:57Z

 



Reitschuel Bern: D Antwort uf iri Politik...

2012-05-14T19:59:00Z

Daniel Mullis - Etwa 5000 "Kulturleichen" machten sich heute in Bern auf die Suche nach neuen Freiräumen. Eine Verfügung des regionalen Regierungsstatthalters Christian Lerch verpflichtet nämlich seit 11.5.12 die Reitschule, auf dem Vorplatz Trinkende nach 00.30 wegzuweisen. Dieser Anweisung der Obrigkeit wurde mit einem von 4 Soundwagen und genügend Freibier begleiteten Umzug untertänigst Folge geleistet. Weitere Bilder bei Flickr Im Folgenden die Medienmitteilung der Mediengruppe der Reitschule. Bern, 12. Mai 2012, 00.30 Uhr Medienmitteilung Umzug der Vorplatz-Weggewiesenen Sehr geehrte Medienschaffende In diesen Minuten werden, wie von Regierungsstatthalter Lerch angeordnet, die auf dem Vorplatz der Reitschule Anwesenden weggewiesen. Um die Folgen dieser kulturpolitisch und sozial harten Massnahme zu lindern, werden die Weggewiesenen mit der Spezial-Aktion "Rattenfänger von Hameln" auf der Suche nach einem neuen Verweil- und Begegnungsort musikalisch begleitet, von einem Nachtleben-Care-Team betreut und mit Gratis-Getränken versorgt. Wie lange diese Suche dauern wird, ist leider unbekannt - sind doch viele öffentliche Plätze und Parks in der Stadt Bern durch Verreglementierung, Überuniformierung und temporäre kommerzielle Nutzung nicht nur für Vorplatz-Weggewiesene quasi unzugänglich geworden. Die Reitschule Bern hofft, mit dieser Massnahme einen Lösungsansatz für die Bewältigung der Folgen der repressiven Nachtleben-Politik aufzuzeigen. Die Reitschule Bern wird in den nächsten Tagen in ihren Strukturen über die weiteren juristischen und politischen Schritte beraten. Unten finden Sie den Text des am Anlass verteilten Flugblatts. Mit freundlichen Grüssen Mediengruppe Reitschule Bern FLUGBLATT Nehmt ihr uns den Vorplatz, nehmen wir uns die Stadt Ab dem 11. Mai 2012 gelten für die Reitschule verschärfte Betriebsauflagen (Zitat aus der Verfügung von Regierungsstatthalter Lerch: "Gäste, die Getränke nach 00.30 Uhr im Freien (inkl. Innenhof) konsumieren, sind wegzuweisen."). Damit wird schon wieder versucht, aus der Reitschule einen angepassten und pflegeleichten - normalen - Kultur- und Gastrobetrieb zu machen. Etwas, das die Reitschule nie war und niemals sein will! Was bei der Reitschule immer wieder versucht wird, ist in der restlichen Stadt schon lange gang und gäbe. Es geht um Aufwertungspolitik, und die betrifft uns alle. Wenn wir uns im öffentlichen Raum aufhalten, werden wir von der Polizei oder von Securitys kontrolliert, schikaniert oder weggeschickt. Im öffentlichen Raum sollen mehr und mehr nur noch profitorientierte Veranstaltungen stattfinden. Damit wird er faktisch privatisiert - wie etwa auf der Grossen Schanze für die City Beach und das Orange Cinema. Kultur und Freizeitangebote finden fast nur noch in Clubs statt, und auch das nur, solange sich niemand beschwert. Wer nicht genügend Geld für den Eintritt und die Drinks hat, muss draussen bleiben. Gleichzeitig finden wir auch immer weniger Wohnungen, denn von Neubauwohnungen und Altbausanierungen profitieren meist nur Gutverdienende. In der neoliberalen Gesellschaft befinden sich Städte in einem ständigen Konkurrenzkampf, um Unternehmen und damit Arbeitsplätze und Steuerzahler_innen anzuziehen. Dabei werden die Interessen der Bewohner_innen untergeordnet und unangepasste oder nicht so einfach zu vermarktende (Frei-)Räume zu Hindernissen, die verschwinden oder angepasst werden müssen. Kurz, die Stadt soll für reiche Steuerzahler_innen attraktiv, schick und sauber sein. Mittels Überwachung, Polizei und privaten Sicherheitskräften werden dafür all jene vertrieben, die nicht in dieses Stadtbild passen. Unser Lebensraum soll jedoch nicht von Politik, Behörden und Polizei verplant, reglementiert und überwacht werden, um im Standortwettbewerb gut abzuschneiden. Im Gegenteil: Wie unsere Stadt gestaltet ist, bestimmen wir selber! Unsere Stadt - unser Raum - unsere Reitschule Medienmitteilung vom Sonntag, 13. Mai 2012 Sehr geehrte Medienschaffende. Die Reitschule Bern hat heute an ihrer Voll[...]



Stadt Bern: Unsinnige Verhältnisse

2011-04-04T18:08:00Z

Lukas Vogelsang – Stolz hat die Stadt Bern, Abteilung Kulturelles, Anfang Jahr veröffentlicht, dass sie wieder 50’000 Franken für den Bereich «Musik der Jungen» (so definiert die Stadt Bern noch immer alle Musikstile zwischen Rock, Pop, Hip Hop, Techno, Folk usw.) zur Verfügung stellt. Dieses Geld wird für Datenträger-Produktionen reserviert – und erst noch in zwei «Halbjahrestranchen » aufgeteilt. Dass die Gesuche zusätzlich in fünf Exemplaren eingereicht werden müssen zeigt, wie modern diese Strukturen sind. Ein Blick auf die gesprochenen Beiträge aus dem Jahre 2010 zeigt, dass sich diese Beiträge zwischen 1’000 und 3’000 Franken bewegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei GesuchstellerInnen um DJs mit Plattenspieler oder eine 15-köpfige Band handelt, und Studiomiete und wöchige Aufnahmesessions sind ebenfalls egal. Wer mit diesen Beiträgen eine einigermassen professionelle Produktion machen will, würde den Druck und die Grafik vom Booklet bezahlen können – nicht aber die Musik. Hier werden keine Löhne gerechnet, keine Proberaummieten, keine Studiomieten, keine Arrangeure, geschweige denn ein anständiger Toningenieur, der die Technik einigermassen so hinkriegt, dass eine CD-Produktion die Chance erhält, von einem nationalen Radiosender gespielt zu werden. Das ist ein trauriger Fakt und zeugt nicht von viel Förderwillen. Zum Schluss: Es erhalten so etwa 20 Gesuchsteller zu wenig, um etwas Anständiges zu machen. Anders sieht es bei Theater- und Tanzschaffenden aus. Diese erhalten doch meistens etwas mehr Geld. Obwohl nicht ersichtlich ist, warum Theaterschaffende wesentlich mehr Geld aus dem Förderungskässeli erhalten, als Tanzschaffende. Das Spektrum bewegt sich hier von 1’000 Franken (Gastspiele) bis zu 40’000 Franken (hauptsächlich Theaterproduktionen). Eine Tanzkompanie wird zum Beispiel mit 15’000 Franken für zwei Jahre unterstützt, ein Performance- Festival erhält gleich viel für ein sechstägiges Festival. Eine Theaterkompanie – egal wie viele Leute mitspielen – erhält im Schnitt ca. 20’000 Franken für eine einzige Produktion. Zuzüglich Geldern vom Kanton Bern, der in etwa gleich viel beisteuert, wird ein Theater sicher realisierbarer, da die Technik, Requisiten und Proberäume nicht so teuer sind. MusikerInnen sind also fast um das 10-fache weniger unterstützt und gefördert, als SchauspielerInnen. Eine unverschämte Wertung. Im direkten Vergleich des Bereiches Tanz mit Zürich muss sich Bern verstecken: Dort erhält eine Tanzkompanie für eine Produktion gute 20 – 25’000 Franken, oft mehr, und mindestens drei Kompanien erhalten Dreijahresverträge zu 150’000 Franken. Das sind paradiesische Zustände. Übertroffen werden diese nur noch vom Kanton Bern: Anna Huber erhielt 360’000 Franken für das Produktionsjahr 2010 ausbezahlt (Anmerk: Das war ein Fehler auf den Listen vom Kanton Bern und das haben wir in der Märzausgabe richtig gestellt: Anna Huber hat für total 3 Jahre vom Kanton Bern, der Stadt Bern und der Pro Helvetia 930’000 Franken erhalten, plus Zusätzlich den Choreografiepreis von 30’000 Franken im Jahr 2010 – Die Zahlen stammen von der Anna Huber Compangnie. Eine interessante Rechnung ergab sich, als ich den Namen und Produktionen auf den Listen von Stadt und Kanton Bern gefolgt bin, und bei einer kleinen Kinder-Theater-Produktion auf einen Förderbeitrag von mindestens 210’000 Franken gestossen bin. Meine Güte, was ist hier geschehen? Es hat sich herausgestellt, dass die betreffende «Fördergeld-Beschafferin» eine professionelle Marketing- und Fundrising-Frau ist. Alle Ihre Projekte werden mit den maximal möglichen Geldern gefördert. Das ist insbesondere unfair, da nicht jede Gruppe, jede(r) MusikerIn, jede Tanzkompanie über diese Fachkompetenz verfügen kann. Wer also ein «professionelles» Budget vorweist, erhält mehr Geld. Dazu kommt, dass bei Budgets immer versucht wird, ca. 15 Prozent mehr anzugeben, als wirklich benötigt wird, damit der schlussendlich gesprochene Beitrag einigerm[...]



Weltkulturerbe in Gefahr – kann man wegsehen wo Millionen Augen weltweit hinsehen?

2011-01-01T21:12:00Z

Erich Neumann - Wird die Via Appia Antica – die “Königin der Straßen“, das über alle Grenzen hin bekannte Weltkulturerbe – zerstört, da deren Basaltsteine seit Mai 2010 stillschweigend neu verlegt wurden / werden!

Die Via Appia Antica wurde zum Jahr 2000 und mit Einsatz europäischer Fördergelder (!) als archäologische- und Naturschutz-Zone valorisiert, d. h. Müll entfernt, das Basaltsteinpflaster wieder freigelegt, in der Nähe der Park der Aquädukte eingerichtet, etc..

(image)
© Bild: Edda Schaffer, CC

Stadtführer, welche die Via Appia Antica mit ihren Reisegruppen in der Saison fast wöchentlich stadteinwärts erwandern, registrierten seit Mitte Mai 2010 eine Baustelle.

Aufgrund des Bauzauns, der auch Fußgängern Zutritt wie Einblick versagte, war nicht zu verifizieren, was da genau geschah; die Auskunft der Bauarbeiter war “auf die Via- Appia-Basaltsteine würde Kopfsteinpflaster gelegt.“

Am Nationalfeiertag, den 02. Juni 2010 hatte die Menschenmenge derjenigen, die wie immer an Feiertagen bei gutem Wetter die Via Appia bewandern, die Bauzäune geöffnet und so wurde einer engagierten Stadtführerin und Kunsthistorikerin Tags darauf zweifellos klar, dass nicht ein Belag auf den historischen Basaltstein-Belag der Via Appia gelegt wurde, sondern die originalen Basaltsteine neu verlegt wurden und werden, das authentische – vor 10 Jahren unter großem finanziellen Aufwand und mit viel Mühen hervorgeholte Pflaster – somit zerstört wird, bzw. bereits ist!

Am Bauzaun ist das Ganze als “Straßenverbesserungsmaßnahme“, mit einem von der Presidenza del Consiglio dei Ministri gezeichneten Schild und mit Kosten von ca. € 400.000 deklariert.

(image)
© Bild: Edda Schaffer, CC

Die Arbeiten am größten “neu verlegten“ Abschnitt der Via Appia waren Anfang Juni 2010 bereits abgeschlossen und damit der Schaden unwiederbringlich eingetreten. Seither werden diese Maßnahmen an mehreren kleineren Stellen weiter fortgesetzt.

Wie es möglich ist, dass derartiges Vorgehen ohne Transparenz für die Öffentlichkeit erfolgt, ist dazu die zentrale Frage.

Zum Schutz unwiederbringlicher Kulturgüter und Kunstschätze ist die Weltöffentlichkeit also aufgerufen, einen Blick ganz anderer Art auf diese Stätte zu werfen und diesem Treiben Einhalt zu gebieten und für die Zukunft ähnlich zerstörerische Eingriffe zu verhindern!

Bei Stuttgart 21 zeigt Bürgerprotest Wirkung und in Dresden schließlich reichte bereits ein neuer Brückenbau zur Aberkennung des Titel als Weltkulturerbe – wie also könnte dann die direkte Zerstörung eines solchen ohne Gegenwehr und Folgen bleiben?

(image) Erich Neumann ist freier Journalist, Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband e. V., Hamburg



Wikileaks Enthüllungen: Lifestyles of the Kazazhstani Leadership

2010-12-13T20:15:00Z

Lukas Vogelsang - Es hat etwas belustigendes, wenn’s nicht auch tragisch wäre: Der Schwiegersohn vom kasachstanischen Präsidenten lässt es sich bei Geburtstagsfeiern gut gehen. So finden wir in den Wikileaks-Dokumenten (17.4.2008 / Embassy Astana) folgende Notiz:

In 2007, President Nazarbayev’s son-in-law, Timur Kulibayev, celebrated his 41st birthday in grand style. At a small venue in Almaty, he hosted a private concert with some of Russia’s biggest pop-stars. The headliner, however, was ELTON JOHN, to whom he reportedly paid one million pounds for this one-time appearance. (Note: The British Ambassador relayed a slightly different story, with an unknown but obviously well-heeled friend arranging and paying for Sir ELTON’s gig. End Comment.)

(image)

There have been separate reports that Nelly Furtado performed at the August 2007 birthday bash for Kulibayev’s wife, Dinara Nazarbayeva. Kulibayev also appears willing to spend his fortune on others. According to Turkish diplomat Isik, when the Kempinski group recently built luxury villas in Bodrum, Turkey, Kulibayev bought up a number of them — at a cost of 4-5 million dollars each — and doled them out as gifts to friends and family.



Tratschundlaber

2009-08-23T18:47:00Z

Sonja Wenger - Geld regiert die Welt, das ist nix Neues. Doch bis anhin konnte man immerhin sicher sein, dass für den Lidschatten aus dem Bodyshop keine Äffchen im Labor gequält wurden. Doch dieses gute Gewissen ist jetzt futsch – der Kosmetikgigant L’Oréal hat vor kurzem die Firma Bodyshop aufgekauft.

(image)

Wem darüber nun die Tränen kommen, kann sich aber leicht wieder aufmuntern mit dem Lesen der bunten Schweizer Blätter. Die haben letztens ein ungeheures Humorpotential entwickelt. Da finden sich Brüller wie: «Wir essend die Vogelgrippe weg» oder es wird sinniert über die Frage: «Müssen Tokio Hotel eigentlich nicht zur Schule?». Auch gut ist: «Eine Kuh macht muh...Michelle Hunziker macht Werbung für die Schweizer Bauern.» oder der erstaunte Unterton bezüglich des Fakts, dass Salman Rushdie mit einem Model verheiratet ist.

Das sei der «lebende Beweis, dass Intellekt auf Frauen halt doch erotisch anziehend sein muss.». Da sage noch ein Mensch, die SchweizerInnen hätten keinen Humor! Ganz neu hingegen ist die Information, dass die böse US-Regierung nun ihre Gefangenen in Guantánamo (image) mit Songs von Eminem foltert. Obwohl es da noch etwas Besseres gibt.

Im Interview mit Vera Dillier, der «letzten Überlebenden des Schweizer Jetsets» schreibt die SI nämlich: Ihr Chihuahua-Rüde Macho (12) diktiere ihr zurzeit ein Buch über sein «Leben als Mexikaner in der Schweiz». Bei ihr zuhause sehe es aus, «wie bei Saddam Hussein», so Dillier und Botox hält sie für die «genialste Erfindung aller Zeiten». Auf die Frage nach dem Alter antwortet sie: «Ich frage Sie ja auch nicht nach Ihrem Bankkonto.» und besonders treffend im gleichen Gespräch: «Wissen Sie, ich habe es nicht gerne vulgär.» Immerhin kann sie mit Fug und Recht behaupten, nicht zu heucheln. Dazu ist sie zu blöd. Als Gegenmittel unbedingt zehnmal hintereinander schnell Chihuahua sagen!

Zugegebenermassen den Vogel abgeschossen (oho!) hat im März allerdings die US-Ausgabe der ELLE: Der Schreiberin eines Leserbriefes mit dem Namen Lumiere Chieh wurde Folgendes geraten: «Mit diesem Namen sollten Sie sich in Leder kleiden und eine Karriere als Pornostar in Betracht ziehen... ». Offen bleibt, ob das tatsächlich eine Überlegung wert ist oder ob die Entschuldigung: «das war doch ironisch gemeint» nur das neue und beliebte Deckmäntelchen für Ehrlichkeit
(image) Rap als Folterinstrument der CIA



Der Mozart des Tätowierens – Im Gespräch mit Louis Molloy

2009-06-09T19:19:00Z

Nando Rohner - Louis Molloy ist wohl ohne Zweifel einer der besten Tätowierer der Welt, der aufgrund seiner feinen und filigranen Arbeiten in der Szene auch gerne als „Mozart des Tätowierens“ bezeichnet wird. 2007 war er in Basel zu Gast an einer von Tätowier-Kollege Orlando ausgerichteten Tattoo-Convention. Und obwohl er einen vollen Terminplan hatte, nahm er sich die Zeit für ein kurzes Interview, dass exklusiv auf „Nachrichten von Heute“ zum ersten Mal nachgelesen werden kann. Wann hast du angefangen zu tätowieren? Ich habe mit Tattoos angefangen, als ich 14 Jahre alt war. Mit 18 Jahren habe ich mein Studio eröffnet, was nicht ganz ohne Risiko war, dass ich aber bis heute betreibe. Meine Eltern haben mich von Anfang an dabei unterstützt, da es nicht nur was Kreatives war was ich tat, sondern es hielt mich auch aus irgendwelchem Ärger heraus. Innerhalb der Tattoo-Szene genießt du ja einen ausgezeichnete Ruf… Man könnte sagen, dass ich mir eine gewisse Reputation erbaut habe, da hast du Recht. "Man kann einen Menschen heutzutage nicht mehr aufgrund seiner Tattoos beurteilen, dass geht einfach nicht mehr." Du hast in England auch eine eigne TV-Show namens „London Ink.“, richtig? Genau. Die Show wird auf dem Discovery Chanel ausgestrahlt. Die erste Staffel war dabei so erfolgreich, dass eine zweite Staffel in Auftrag gegeben wurde, die im September 2008 auf Sendung ging. Ich finde es sehr interessant, diese Show zu machen, da sie aufzeigt wie es ist ein Tattoo-Studio zu betreiben. Die Show gibt der Öffentlichkeit die Chance zu sehen, was hinter den Kulissen abgeht, wie ein Tattoo entsteht und was für eine kreative Arbeit es benötigt, um ein gutes Motiv zu entwerfen und in die Tat umzusetzen. Würdest du sagen, dass die Tattoo-Szene von solch einer Show wie „London Ink.“ profitiert?. Auf alle Fälle. Tattoos sind momentan so angesagt wie noch nie zuvor. Und solch eine Show wie „London Ink.“, oder auch „Miami Ink.“, mir der alles angefangen hat, gibt der ganzen Szene noch eine zusätzlichen Aufwind. Die Tattoo-Studios können davon nur profitieren, da ihnen das zusätzlich Kundschaft bringt. Die Leute erkennen, dass Tattoos nicht nur was für Rocker oder auch Kriminelle sind, dass all diese Vorurteile einfach nur quatsch sind. Die Leute sehen, dass jeder ein Tattoo tragen kann, ohne deshalb abgestempelt zu werden. Man kann einen Menschen heutzutage nicht mehr aufgrund seiner Tattoos beurteilen, dass geht einfach nicht mehr. Dementsprechend vielseitig ist auch dein Kundenkreis? Ich habe schon alle möglichen Leute tätowiert, angefangen beim Rocker über Doktoren bis hin zu Profi-Sportlern. Tattoos kennen keine Grenzen! Das erste was ich einen Kunden frage, mit dem ich noch nie gearbeitet habe ist, mit was er seinen Lebensunterhalt verdient. Und ich bin immer wieder erstaunt, was für verschiedene Berufsgattungen genannt werden, vom Anwalt bis hin zum normalen Angestellten. Aber genau das macht den Job auch so interessant. Du hast aber auch schon Prominente tätowiert, wie z.B. die Mädchen von den SPICE GIRLS? Ich habe Victoria Beckham, Mel B, Mel C und Emma Bunton von den Spice Girls tätowiert. Aber auch Ronan Keating von BOYZONE war schon bei mir. Und wie schaut es mit irgendwelchen Musikern aus der Rock und Metal-Szene aus, hast du da auch wenn tätowiert? Hhhmmm, nicht wirklich. Der einzige, der ungefähr in die Richtung geht und mir gerade in den Sinn kommt ist Peter Hock, Bassspieler der Band NEW ORDER. Eine wirklich gute Band, die übrigens auch in der Rock n Roll Hall of Fame ist. Besser kann man es wohl nicht machen *lacht*. Ich habe aber auch ein paar Mitglieder von CHUMBAWAMBA ein Tattoo verpasst, auch wenn die Band eher im Punk zuhause ist. Mir persönlich ist auch vollkommen egal, was für eine Musik die jeweilige Person macht, da es schließlich um Tattoos und nicht um die Musik geht. Was für eine Musik hörst du den Privat? Da stell[...]



Tropic Thunder

2008-09-24T19:38:00Z

Sonja Wenger - Ein Urwald geht in Flammen auf, aber es ist nicht «Apocalypse now». Ein Soldat wird von hinten erschossen und geht mit ausgestreckten Armen zu Boden, aber es ist nicht «Platoon». Und auch die schauderhaften Szenen in einem Camp im südostasiatischen Dschungel stammen nicht aus «Rambo Teil 17», sondern allesamt aus «Tropic Thunder», dem neuen Film von Ben Stiller in Personalunion als Regisseur und Hauptdarsteller.

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Veritabler Sauhaufen aus exzentrischen, verweichlichten, drogenabhängigen Hollywoodschauspielern soll einen knallharten Kriegsfilm drehen

Was einem dabei an Wortfetzen, Filmfetzen oder gar Menschenfetzen um die Ohren gehauen wird, ist stinkfreche Provokation. Die Macher haben dafür eine gehörige Portion Mut gebraucht – genauso wie dem Publikum in einigen Szenen ein resistenter Magen zugute kommt. Dabei ist die Grundgeschichte denkbar harmlos. Ein veritabler Sauhaufen aus exzentrischen, verweichlichten, drogenabhängigen Hollywoodschauspielern soll einen knallharten Kriegsfilm drehen. Gleich drei Stars konkurrieren um den Preis, wer von ihnen denn nun das abgedrehteste Ego besitzt. Da ist zum einen der Actionheld Tugg Speedman (Ben Stiller), der dringend einen Kinoerfolg braucht und zum anderen der Komiker Jeff Portnoy (Jack Black), dessen Filmen es bisher an Tiefe mangelte. Ihnen gegenüber steht der mehrfache Oscargewinner Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), der für seine Rolle als schwarzer Vietnamsoldat alles gibt und sich deshalb einer kosmetischen Operation unterzogen hat.

Sie alle sollen die Geschichte des heldenhaften Veteranen Four Leaf Tayback (Nick Nolte) verfilmen, der als Berater am Set weilt und die verhätschelten Schauspieler mal so richtig schleifen will. Er überzeugt den Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan), die Männer im Dschungel auszusetzen und dann im Guerillastil zu filmen. Doch genau dort kann ein falscher Schritt gleichzeitig der letzte sein.

Der Film «Tropic Thunder» ist ein Phänomen: Er ist einerseits abstossend und in typischer Stiller- Manier masslos übertrieben. Doch gleichzeitig ist er auch eine fast perfekte, witzige Satire und gelungene Persiflage auf das Genre der US-Kriegsfilme, die man durchaus politisch wahrnehmen kann. Und wem das nicht reicht, kann sich immer noch damit beschäftigen, den genial versteckten Tom Cruise ausfindig zu machen.



WANTED

2008-08-23T19:37:00Z

Sonja Wenger - Der Film «Wanted» ist einfach nur cool. Er hat eine hanebüchene Geschichte, aber er ist cool. Und über die gravierenden Schwachstellen bei der Dramaturgie, den Dialogen oder das Fehlen von jeglicher Logik sieht man mit links weg, denn hey, der Film ist cool! Es fliegen die Fetzen, das Adrenalin pumpt durch die Venen und Hauptdarsteller James McAvoy verursacht dem Publikum mit seiner Wandlung vom frustrierten Jammerlappen zum eiskalten Draufgänger eine vergnügliche Gänsehaut.

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Eine hanebüchene Geschichte, aber sie ist cool...

Es geht für ihn aber auch um einiges. McAvoy spielt Wesley Gibson, einen kleinen Büroangestellten, der sich selbst als das unbedeutendste Schaf in der grossen Herde jener bezeichnet, die ein frustrierendes Leben leben und eine sinnentleerte Existenz fristen. Seine Angstzustände und die ätzende Chefin machen das Ganze nicht gerade einfacher.

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Doch wie immer gibt es unter den vielen Schafen auch ein paar Wölfe. Und zu Wesleys Überraschung scheint er einer davon zu sein. Er sei der «Sohn eines der besten Killers aller Zeiten», erzählt ihm die mysteriöse Fox (Angelina Jolie), der aber gerade eben vom Zweitbesten umgebracht worden sei.

Er habe seines Vaters Fähigkeiten geerbt und solle nun in die sogenannte Bruderschaft aufgenommen werden, eine Organisation, deren Mitglieder im Auftrag des Schicksal töten. Deren Anführer Sloane (Morgan Freeman) erklärt ihm zudem, dass die Aufträge dafür von einem Webstuhl kommen, einer Art Sprachrohr des Schicksals, der seit über tausend Jahren einen Code webt. Daraus lassen sich die Namen jener ableiten, die der Menschheit Böses wollen und deshalb weg müssen. Wesley erhält von den Mitgliedern der Bruderschaft ein hartes Training und daraufhin die Aufgabe, den Mörder seines Vaters zu eliminieren. Doch natürlich kommt alles anders als erwartet.

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Der skurrilen Faszination von «Wanted» kann man sich nur schwer entziehen

Sei es wegen der düster-bedrohlichen Atmosphäre des Films oder einfach wegen dem Hauptdarsteller, der einen im wahrsten Sinne des Wortes wegbläst, der skurrilen Faszination von «Wanted» kann man sich nur schwer entziehen. Die Verfilmung der gleichnamigen Comicserie von Mark Millar ist erstaunlich kurzweilig und trotz vieler Mängel sehenswert. Aber schliesslich erlebt man auch im Kino nicht so oft die Geburtsstunde eines neuen Antihelden.



After-Shock-Party: "Don't Tase Me, Bro' !"

2007-10-19T19:03:00Z

World Content News - Amerikas Subkultur feiert derzeit einen neuen Helden des Widerstands: Andrew Meyer (21) hatte es vor vier Wochen auf einer Wahlkampfveranstaltung an der Universität von Florida gewagt, den früheren Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Senator John Kerry hinsichtlich seiner Zugehörigkeit zu dem geheimen Orden Skull & Bones einige Fragen zu stellen - mit postwendenden Folgen. Polizisten drängten ihn ab und verpassten ihm einen Elektroschock mit dem Taser. Sein vergeblicher Ruf: "Don't Tase Me, Bro' !" und seine anschließenden Schmerzensschreie hallen seitdem durchs Internet, wurden in unzähligen Video-Remixes verarbeitet, sogar ein Computerspiel über den elektroimpulsiven Versuch, den Publizistik-Studenten mundtot zu machen, ist derzeit in Vorbereitung. Laut MSNBC versuchten insgesamt 19 Polizisten seiner Herr zu werden und obwohl er sich gar nicht sonderlich wehrte, sondern nur akustisch auf seine Situation aufmerksam machen wollte, kam es im Saal zu diesem rabiaten Übergriff, gefilmt von Mitstudenten. Meyer hatte Kerry lediglich vorher gefragt, warum er beim offensichtlichen Wahlbetrug von George W. Bush im Jahr 2004 so schnell nachgegeben hätte, ob es wohl daran gelegen habe, dass er und Bush Mitglieder in der gleichen Geheimgesellschaft "Skull & Bones" sind. Skull & Bones (auf deutsch: Schädel und Knochen) ist eine geheime Elite-Organisation mit okkultistischen Ambitionen, zum Aufnahmeritual gehört es Blut aus einem menschlichen Schädel zu trinken. Der Verein ist bekannt dafür, einige führende Vertreter in Politik und Wirtschaft hervorgebracht zu haben, darunter drei Präsidenten der USA. Das Logo von Skull & Bones ist ein Totenschädel über gekreuzten Knochen (ähnlich wie bei der deutschen Waffen-SS), der Gesellschaft werden u.a. Grabschändungen vorgeworfen. Verschwörungstheoretiker beschuldigen sie zudem an einer Mitwirkung bei den Attentaten des 11. September.        Buttons, T-Shirts, Videospiele: Kult & Kommerz mit dem Schmerz Die Umstände der Festnahme von Andrew Meyer und seine hitverdächtige Not-Losung haben nicht nur USA-weit zunächst eine Welle der Empörung hervorgerufen, mittlerweile wird das Thema auch künstlerisch und kommerziell aufgearbeitet. Don't Tase Me Bro war in der Woche nach dem Zwischenfall eine der häufigsten Suchbegriffe bei Google, allein der originale Video-Mittschnitt wurde bei YouTube fast zwei Millionen Mal aufgerufen (erweiterte Fassung mit den kämpferischen Fragen von Meyer hier) und ist Diskussionspunkt zahlreicher Internet-Foren. Mehr als 50.000 Volt: Parade-Beispiel einer getaserten US-Kultur (Mehr davon: 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  Game over) Das Echo auf den gewaltsamen Eingriff in die Redefreiheit war überwältigend. Selbst der prominente Fox-News-Moderator Bill O’Reilly ("The O'Reilly Factor") warb eigens in einem Spot für einen Don't Tase Me, Bro'-Sticker und bezeichnete Meyer sogar als einen Patrioten. Nicht nur die Huffington Post schreibt derzeit euphorisch: Nach "Tune In, Turn On, and Drop Out" und "Give Peace a Chance" lautet der neue Slogan der kommenden Generation: "Don't Taze Me Bro." Klar dass sich da auch die Nörgler und Spielverderber auf den Plan gerufen fühlen: Spiegel Online titelt mit "Der Elektroschock-Scherzkeks" und behauptet, der Vorfall wäre von dem Medienprofi Meyer von Anfang an inszeniert worden. Der Autor ist sich dabei auch nicht zu fein, Kritiker zu zitieren, die zu wissen meinen, dass die Polizisten erst auf Meyer's Handzeichen hin eingeschritten seien. Elektroschock auf Bestellung? Aua, das tut weh. Nun - vom "Medienprofi" sieht und hört man mittlerweile nichts mehr. Hoffentlich hat er sich den Spruch wenigstens patentieren lassen, allein mit seiner Stimme und den Schreien als Klingelton fürs Handy ließen sich vermutlich Millionen [...]



Tratschundlaber

2007-09-28T05:59:00Z

Sonja Wenger - Wer heutzutage in sein will, muss sich einbuchten lassen – woher man das weiss? Paris Hilton hat’s vorgemacht, und alle anderen ziehen nach: Lindsay Lohan säuft und fährt und geht für einen Tag in den Knast, Nicole Richie hat auch 82 Minuten (!) ihrer viertägigen Haftstrafe abgesessen, und weil das ausser BBC kaum noch jemanden interessiert, sich nun etwas ganz Eigenes ausgedacht: sie ist schwanger. Seither überschlagen sich die Klatschspalten mit der Freudenbotschaft und wissen, dass das Mädel jetzt endlich etwas essen muss! Schöne Vorbilder für unsere Tugend und Jugend also.

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Herzig: Die Knastschwestern Nicole Richie & Paris Hilton

Dafür gibt es nun «Thinspiration» auf dem Internet. Seit kurzem fi nden sich vermehrt auch auf sogenannten Social Networks wie MySpace und Facebook Pro-Anorexia- und Pro-Bulimie- Webseiten, deren Devise lautet: «The Thinner is the Winner». Nicht, dass die oben genannten Damen da noch etwas Neues erfahren würden, aber für unsereins eröffnen sich ganz neue Dimensionen.

So lässt uns ein 14-jähriges Mädchen auf der Kommentarseite von BBC wissen, dass in der «Fachwelt» ein neuer Begriff geschaffen wurde: Aus anorektisch und sexy entsteht «rexy».

Damit könnte man es glatt auf die Liste der RTL-Show «Die 10» Besten und Schlimmsten von Irgendetwas schaffen. Bei der Präsentation der zehn grössten Fettnäpfe der letzten Jahre haben es nämlich nur die üblichen Verdächtigen wie USPräsident George Bush («er würde auch in einen Fettnapf treten, wenn er an der Decke hinge») und Gloria von Thurn und Taxis geschafft.

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Paris Hilton machts vor: Knast ist lustig

Dabei gäbe es so viele aktuelle Beispiele. Nehmen wir nur den Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche» Roger Köppel. Mit Vorliebe geifert auf in seinem Tagebuch auf der letzten Seite, die nicht nur so heisst, weil sie physisch dort platziert ist, über provokativ-populistische Themen. In den vergangenen Wochen waren besonders Frauen, die sich für gleichberechtigte Löhne und Feminismus einsetzen unter seinen Lieblingszielen. Er nannte es die «Rache der weniger schönen Frauen an den Männern mit den schönen Frauen». Woher er das nur wieder weiss?

Noch interessanter zu wissen wäre allerdings, ob die Leserschaft jemals den alternierenden Baby- und Hochzeitsberichten, den schockierenden Geständnissen («Jetzt packt sie aus: So hat mich Boris verführt») und den nie enden wollenden Fotostrecken der «funkelnd schunkelnden Golden Girls und VIPs» in irgendeinem Ferienparadies müde wird. Immerhin versucht die «Schweizer Illustrierte» hin und wieder, ein Gegengewicht zu liefern, zum Beispiel mit 279 Schwinger im Bild. Wann genau war schon wieder die Miss Schweiz Wahl?



k-notes

2007-09-27T19:26:00Z

Lukas Vogelsang - Es ist soweit: Zürich hat ein neues Kulturmagazin! Gestern haben wir die Daten in den Druck gebracht, bereits morgen werden wir in Papierbergen ertrinken... Aber dem nicht genug: artensuite ist ab sofort eine eigenständige Publikation und wird den Abonnenten beigelegt - wer kein Abo hat muss in eine Galerie oder Museum rennen.




Ein grosses Stück Arbeit liegt hinter uns. Ohne das wirklich fantastische Team, welches die letzte Woche bis zum Umfallen mitgewirkt hat, wäre das alles nicht möglich gewesen. Ein ganz grosser Dank deswegen an Monique Meyer, Anna Vershinova, Stephan Fuchs, Dominik Imhof - und natürlich all den Schreiberlingen, welche seit 5 Jahren beim ensuite mitwirken.

Und so haben wir eine neue Ära einberufen. ensuite ist gewachsen und zum grössten Kulturblatt der Schweiz geworden. Mit einer Gesamtauflage von 37'500 Exemplaren stehen wir jetzt ganz vorne. Das ist sicher noch gewöhnungsbedürftig...

(image) ensuite das Kulturmagazin mit mehr Druck



k-notes

2007-09-12T07:00:00Z

Lukas Vogelsang - 110'000 Franken will die Stadt Bern nach der neuen Kulturstrategie 2007 in die Kulturvermittlung investieren. Diese Vermittlung ist auf die "Berner Kulturagenda" beschränkt, welche dafür pro Jahr rund 100'000 Franken von der Stadt Bern erhält. In 2.5 Jahren wurde dieses Geld in eine dünne, 14-täglich erscheinende und redaktionell nicht ganz befriedigende Kulturagenda gesteckt. Diese musste aus finanziellen Gründen in diesem Sommer eingestellt werden.

Jetzt wollen die gleichen Leute mit dem Steuer- und Kulturgeld ein noch grösseres Produkt lancieren, mit über 140'000 Exemplaren im Amtsanzeiger - doch just da ist der neue Hacken: Das Amt für Gemeinde und Region hat Einspruch erhoben und Auflagen gemacht. Keine Editorials, keine Gastautoren, keine politischen Texte, wie Bildinhalte. Damit auch keine Kulturdebatte, keine werbende Kulturförderung, keine Interviews, ... keine Kultur also! Ich frage mich, ob Kultur nicht apriori politisch ist - dann wären sogar jegliche Vorschautexte illegal. Dumm ist jetzt nur, dass der lizenzierte Amtsanzeiger, der die Kulturagenda neu hoch subventioniert (welch neutrale Haltung...), die Einhaltung dieser Bestimmungen selber überwachen muss! Das ist etwa so, wie wenn der Billett-Kontrolleur selber ein Tramticket lösen würde. Doch da steckt noch viel mehr dahinter - doch das wollen Sie, liebe LeserInnen, lieber gar nicht wissen...

(image) ensuite kulturmagazin
(image) Berner Kulturjournalismus „Super Light“ verabschiedet sich
(image) ensuite goes Zürich
(image) Berner Kulturagenda kann sich kaum mehr überbieten



k-notes:

2007-07-26T08:57:00Z

Lukas Vogelsang - Das war's wieder, das Gurtenfestival. Es ist schon erstaunlich, wie lange die G-Crew und Organisatoren den berner Hausberg noch besetzen wollen. Spätestens nach diesem Regenfestival wird die Frage, ob der Gurten wirklich ein guter Ort für so eine Grossveranstaltung ist, wieder aufblühen. Es ist nicht nur logistisch und anfahrtstechnisch ein ungeeigneter Ort, auch die BesucherInnen haben von diesem Berg wenig: Das Festivalgelände ist mit Bäumen umstellt - man sieht gar nicht, dass man auf einem Berg ist.

(image)
Haben Zuhause auch viel Schlamm: britische Gurtenveteranen The Pipettes

Nach diesem Regenfallfestival kommt anschliessend dazu, dass der gesamte Boden restauriert werden muss. Das heisst, die Matsch-Erde muss abgetragen, neue Erde angeliefert und neuer Rasen angesäht werden. Das heisst, dass der Gurten diesen Sommer wegen 4 Tage Festival insgesamt für 3 Monate ungeniessbar ist. Was für eine Kultur ist das?

Bis ins Jahr 2001 hatte sich das Festival weiter-entwickelt und verändert. Seither ist nichts mehr geschehen. Man hat zwar die Infrastruktur verbessert, aber es gibt nichts mehr zu entdecken. Darüber kann auch die Waldbühne nicht hinwegtäuschen, die in diesem Jahr wieder aufgebaut wurde. Das Konzept stammt von früher.

Dazu kommt, dass das Festival schon länger unter einem musikalisch kritischen Stern hängt. Ein wildes Potpourri, welches möglichst viele Besucher in die Geldmaschine locken will - dieses Konzept ist veraltet. Es ist also an der Zeit, dass die Festivalcrew über die Bücher geht. Vielleicht erhält so ein eigentlich guter Anlass wieder etwas mehr Herz...



Berner Kulturjournalismus „Super Light“ verabschiedet sich

2007-06-28T06:00:00Z

Stephan Fuchs – Mit 84 Wörtchen, respektive 533 Zeichen verabschiedet sich die „Berner Kulturagenda“ in einer super knappen Medienmitteilung vom Berner Steuerzahler. Kein Warum, kein Wieso. Das Geld fehle eben. Et voilà, Kulturjournalismus "Super Light" eben. Tragisch ist, dass in den zwei Jahren mit 65 publizierten Ausgaben à 32 Seiten mit 5 (!) redaktionellen Seiten eine Million Franken Steuer- und Kulturgelder verbraten worden sind. Autsch das schmerzt. Das schmerzt den Steuerzahler, das schmerzt die Kultur; denn da herrscht ein finanzieller Scherbenhaufen. An ganz vorderster Front verantwortlich für das Debakel ist der Berner Kultursekretär Christoph Reichenau. Er hat das Projekt trotz Warnungen von verschieden Seiten durchgeboxt. Wollte er sich ein Denkmal setzen? Dass die „Berner Kulturagenda“ schon länger am verkümmern war, ist Beobachtern schon lange aufgefallen. Offensichtlich auch Reichenau, denn der trat im günstigsten Moment vom Präsidialposten des gegründeten Vereins „Verein Berner Kulturagenda“ zurück. An seine Stelle setzte sich Dorothe Freiburghaus, die sich in ihrem ersten geschriebenen Editorial auf dem Foto als Präsidentin denn auch prompt mit Weinglas ablichten liess. Zumindest in der, laut Reichenau „vorläufig letzten Nummer“, die heute Donnerstag zum letzten mal im Frühverteiler der Berner Zeitungen „Bund“ und „BZ“ beigelegt ist, hätte der Steuerzahler und kulturinteressierte Berner vielleicht etwas Substantielles vom Verlagsleiter Oliver Wermuth erwarten können. Es ist unglaublich: In der Rubrik „Kulturkopf“ erzählt er in seiner letzten Publikation über seine Zuneigung zu „Schoggi“, insbesondere der Kinderschokolade. Hier einige Passagen des Verlagsleiters: „…ab, und zu gibts ein bisschen Schoggi. Meine Lieblingssorten? Eigentlich alle, obwohl die Kinderschokolade mein Favorit ist.“ „Wo ich in zehn Jahren sein werde, ist schwer zu sagen. Meistens weiss ich nicht einmal, wo ich in den nächsten fünf Minuten bin, weil immer mal wieder das Telefon klingelt oder ein Mail reinflattert, und dann muss ich springen.“ „Noch letzte Woche hatte ich die Anzahl der gelben Zettel auf ein Minimum reduziert, aber heute pflastern sie schon wieder meinen Schreibtisch zu. Doch zu diesem Phänomen wie auch zu meiner unkonventionellen Pultordnung (Anm d Red: Pultordnung ist ein Grundstufenausdruck in der Schweiz) sage ich: An meinem Arbeitsplatz laufen die Geschicke der Kulturagenda zusammen, das braucht halt seinen Raum.“ Berner Kulturjournalismus "Super light" eben. In einer E-Mail die mich heute erreichte stand: „Das ist einfach nur SCHWACHSINN... und wenn das die Berner LeserInnen und die Berner Kulturinstitutionen nicht sehen - wenn die also wieder für nichts weiter als SCHWACHSINN Geld in die Aare schmeissen, dann... bin ich einfach nur sprachlos und des Journalismus überdrüssig.“ Ja, da kann man sich nur anschliessen. Denn wenn es nach Kultursekretär Reichenau geht, dann ist die Geschichte einer Berner Kulturagenda noch nicht abgeschlossen. Er will es wieder versuchen. Dieses mal als Beilage beim Berner Anzeiger – einem Gratisblatt, das die Meisten mit einem „WILL ICH NICHT“ Aufkleber aus dem Briefkasten raushalten wollen. Reichenau, will aber genau da rein: „Dies ist im Interesse aller und macht die eingesetzten Steuermittel nützlich. Eine Win-win-Situation in jeder Hinsicht also, wenn deren Finanzierung möglich ist.“ Ja klar, das haben wir auch schon bei der ersten „Kulturjournalismus Light" Version gehört. Was wir aber auch gehört haben ist, dass von Seiten Reichenau in den neuen Verhandlungen mit den Geldgebern – den Kulturhäusern und schlussendlich dem Steuerzahler - wieder Druckmitte[...]



Den eingeäscherten Paps verkoksen

2007-04-04T20:11:00Z

Stephan Fuchs – Ja, das macht Spass - das Kokain. "Rolling Stones" macht auch Spass und Väter machen Spaß. Vor allem machen Väter Spaß, wenn man sie eingeäschert mit Koks gestreckt und den "Rolling Stones" im Ohr die Nase raufzieht. Keith Richard will es getan haben.

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Keith Richard: Das verrückteste, was durch meine Nase ging

Gegenüber dem Musikmagazin „New Musical Expresse“ NME, meinte der Welt „oldest & sexiest“ Gittarist Keith Richards von der Kultband Rolling Stones: „das ist wirklich das verrückteste, was ich je durch die Nase gezogen habe“. Damit meinte er Kokain, gestreckt mit der Asche seines Vaters. „Und eh, das Zeug ging gut runter.“ Damit bestätigte er ein makaberes Gerücht der Londoner Rockszene, das seit langem durch die Clubs und Nasen zieht.

Keiths Vater starb 2002 im Alter von 84 Jahren. Dass er auf dem Koksspiegel des Sohnes endet, das hat er sich wohl nicht träumen lassen. „Das wäre ihm scheißegal gewesen, das hätte Dad nichts ausgemacht“, meinte der 63-jährige Stargitarrist. „Ich konnte einfach nicht widerstehen, ihn mit Koks zu vermalen.“ Klar: besser den Papa drin als Waschpulver, nicht wahr?

Gleich nach der Veröffentlichung im NME dementierte der Opa Rocker seine nasal-innige Vaterbeziehung: "Das war nicht ernst gemeint", sagte Rolling-Stones-Sprecher Bernhard Doherty von der Agentur LD Communications am Mittwochabend in London. "Er hat das nur so hingeworfen." Das Musikmagazin "NME" blieb jedoch bei seiner Darstellung. Laut Mark Beaumont, der das Interview mit Richards führte, hatte der Musiker in keiner Weise zu erkennen gegeben, dass seine Antworten nur scherzhaft gemeint haben könnte. Ist ja auch kein Verbrechen seinen Paps zu verkoksen. Aber wäre es nicht viel lustiger die Asche einer vollbusigen Blondine zu verkoksen?