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Nachrichten Heute (Nachrichten Heute, Hintergrundinformationen und Berichte) : Rubrik:umweltfind



Nachrichten Heute, Hintergrundinformationen und BerichteSearch this site:



Published: 2017-10-25T18:05:54Z

 



US-Forscher warnen: Massentierhaltung verursacht neben Antibiotikaresistenz auch...

2017-10-20T15:37:00Z

Dr. Alexander von Paleske ---- 20.10. 2017 ----- Im Mai 2017 sandten Forscher aus Boston einen offenen Brandbrief an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), worin sie darauf drängen, die Massentierhaltung einzudämmen. Sie sei mit-verantwortlich für - Klimawandel - Antibiotikaresistenz - Anstieg übertragbarer Erkrankungen insbesondere Virusinfektionen: Die in der Massentierhaltung gehaltenen Tiere können selbst Ursprung von neuen gefährlichen Erkrankungen für den Menschen werden, siehe die H7N9 Epidemie. - Anstieg nicht übertragbarer Erkrankungen wie Krebs und Herzkrankheiten durch übermässigen Fleischgenuss Keine Überraschung Pro Jahr verzehren Bundesbürger (Vegetarier ausgenommen) durchschnittlich mehr als 60 Kilo Fleisch, 85% essen jeden Tag Fleisch. Dafür müssen pro Jahr rund 753 Millionen Tiere geschlachtet werden (Arzneimittelbrief September 2017 p. 71) Weiter die Forscher in ihrem Brandbrief, der von 200 Experten aus den Bereichen öffentliche Gesundheit, Medizin, Klimaerwärmung, Grundlagenerforschung und Ethik unterschrieben wurde: - Die globale Landwirtschaft wird so das gesamte CO2 Budget verbrauchen, das errechnet wurde, um die globale Erwärmung unter 2 Grad bis zum Jahre 2050 zu halten. - Durch die wegen der Massentierhaltung zur Futterproduktion erforderlichen Landflächen können nur durch weitere Entwaldung gewonnen werden, die bereits in vollem Gang ist, was wiederum den Klimawandel beschleunigt.. - Die in der Massentierhaltung erforderlichen Antibiotika führen zur zunehmenden Antibiotikaresistenz, die weltweit in der Zunahme begriffen ist, ohne dass neue Substanzklassen ohne Resistenz entwickelt werden. Dadurch werde die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten erschwert, insbesondere auch viele lebensgefährliche Infekte wie Tuberkulose. Eine Klinik in Deutschland Z.B. Klinikum Bad Mergentheim. Einst als Klinik für 800 Tuberkulose-Patienten erbaut, mittlerweile akademisches Lehrkrankenhaus, das 22.000 stationäre Patienten pro Jahr behandelt. Ärztlicher Direktor Christoph Eingartner im Interview: "Wir sind ja hier ein Krankenhaus im ländlichen Raum. Wir sehen zum Beispiel viele Patienten, die zu Hause eine Landwirtschaft haben und dann mit multiresistenten Keimen kommen." Keine Überraschung: multiresistente Keime dank andauernder Antibiotikaverfütterung an die Tiere. 40.000 Infektionen mit resistenten Keimen Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kommt es pro Jahr in Deutschland zu 400.000 bis 600.000 im Krankenahaus erworbenen Infektionen. Hier gehen bereits 6% der Infektionen auf resistente oder multiresistente Erreger zurück. Ähnlich nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts: Jährlich kommt es in deutschen Krankenhäusern Deutschland zu 30. 000 bis 40. 000 Infektionen mit multiresistenten Keimen.. Tendenz: Zunehmend. Als Folge davon sterben in Deutschland bis zu 4000 Patienten pro Jahr, in ganz Europa rund 25.000 an Infektionen mit multiresistenten Keimen, weltweit nach Schätzungen rund 700.000. Die Isolierung derartiger Patienten wird angesichts der geplanten und vollzogenen Krankenhausschliessungen, verschärft durch dem allgemeinen Pflegenotstand und Investitionsstau immer schwieriger. Der Pflegenotstand führt zwangsläufig zur Vernachlässigung von Hygiene-Regeln, und führt damit zur weiteren Verbreitung von Krankenhauskeimen. Banale, und natürlich erst recht schwere Infektionen, die bisher durch Antibiotika beherrschbar waren, können nun zur Todesfalle werden, wie vor dem Beginn der Antibiotikaära vor 70 Jahren. Dazu Noch-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Jeder - und das beginnt beim aufgeklärten Patienten oder der Patientin - Landwirtschaft, Humanmedizin, an allen Stellen müssen wir wissen: das kostbare Gut Antibiotikum darf nicht seine Wirksamkeit verlieren durch übermäßigen Gebrauch." Keine Konsequenzen Lächerlich, da es auch die Sparmassnahmen im Gesundheitswesen sind, die der Ausbreitung von Infektionen Vorschub leisten. Gerade aber auch an [...]



Die afrikanischen Wälder verschwinden - mit Folgen für das globale Klima

2015-08-11T17:07:00Z

Dr. Alexander von Paleske --- 11.8. 2015 --- Im Jahre 1993 fuhr ich auf dem Weg nach Malawi durch den Tete-Korridor in Mosambik. Der Bürgerkrieg in diesem Land war vorbei, der Korridor wurde von UN-Soldaten aus Botswana bewacht. Von 1975 bis 1992 hatte die Renamo hier einen Guerillakrieg gegen die Regierung geführt. Mosambik Dichte Bewaldung Das erste, was sofort auffiel: Die dichte Bewaldung mit afrikanischen Harthölzern. Am Strassenrand bot die lokale Bevölkerung selbst hergestellte Beistelltische und Kerzenständer an. Auch ich kaufte, und der kleine Beistelltisch steht heute immer noch in meiner Praxis. Die Lastwagen, denen wir unterwegs begegneten, transportierten Güter nach Malawi. Keinerlei Holztransporte waren zu sehen. Abholzung sahen wir nur im Umkreis der Provinzhauptstadt Tete, für Feuerholz und zum Bau von Hütten und Häusern. Ich stellte mir damals die Frage: wird dieser afrikanische Urwald wohl noch Bestand haben, wenn erst einmal die internationalen Holzkonzerne in Mosambik auftauchen? Nur noch wenige Jahre Heute, 22 Jahre später, ist die Frage beantwortet: Es sind nur noch wenige Jahre. In einem investigativen Bericht in der Wochenzeitung Mail & Guardian vom 20.März 2015 wird die skrupellose Abholzung dort geschildert, bei der mittlerweile chinesische Firmen führend beteiligt sind: Einheimische fällen die Bäume mit Kettensägen, die sie mit Krediten der Holzfirmen erwerben. Die bettelarmen lokalen Holzfäller machen sich dann an die Arbeit. Pro Baum bekommen sie umgerechnet zwischen 4 und 8 US Dollar. Die ausländischen Aufkäufer, die einmal pro Woche anrücken, verdienen mehr als das Hundertfache daran. Illegale Holzfällerei in Mosambik Abtransport der gestohlenen Stämme Über Beira nach China Der Transport geht vorwiegend in die im Norden gelegene Hafenstadt Beira, von dort aus wird das Holz verschifft, grösstenteils nach China. Überall auf den Strassen zur Hafenstadt sind jetzt Lastkraftwagen zu sehen, die Holz geladen haben- Das Fällen der Bäume , die allesamt, wie auch das Land, Eigentum des Staates sind, ist ohne staatliche Genehmigung illegal. Legal, illegal, völlig egal Zunächst einmal ist eine Lizenz erforderlich, die Menge der zu fällenden Bäume ist begrenzt, und ausserdem müssen neue Bäume als Ersatz für die gefällten gepflanzt werden. Kaum jemand schert sich um Genehmigungen. Das wurde ja auf die Profitrate drücken. Stattdessen werden Polizei, lokale Behörden und Politiker bestochen. So wird geschätzt, dass mehr als 90% der Holzfällerei in Mosambik illegal ist. Die lokale Bevölkerung, abgesehen von dem Hungerlohn der Holzfäller, verdient nichts an diesem dreckigen Geschäft, das sie ihrer Ressourcen beraubt und die Zukunft nimmt. Ironie: In China ist die kommerzielle Holzfällerei seit 1998 verboten. Welche globalen und lokalen Konsequenzen diese Raub-Waldrodung hat, dass der Urwald gleichzeitig Regenpuffer und Lunge ist, verstehen die Einheimischen vielleicht, aber ihnen gehören die Bäume ohnehin nicht, die gehören dem Staat , und ihnen geht es ums nackte Überleben. Erst kommt das Essen und dann die Moral. Sie sehen ausserdem eher die Chance, mehr Ackerland zu gewinnen. Der unbrauchbare Baumbestand wird mit dem Unterholz einfach abgebrannt, Brandrodung ein anderes Wort dafür. Endresultat: Überschwemmungen und Klimaveränderung Das Endresultat lässt sich im Nachbarstaat Malawi besichtigen, dort sind die Wälder grösstenteils verschwunden, die Folge der Nachfrage nach Feuerholz. Nicht nur für Haushalte, sondern gerade auch zur Trocknung und Räucherung der Tabakblätter. Die Überschwemmungen in Mosambik und Malawi, gerade wieder letztes Jahr, sind die Konsequenz der globalen Klimaveränderung und des lokalen Wegfalls der Wasserpufferung. Sie werden mit der andauernden illegalen Holzfällerei noch weiter zunehmen. Auch in anderen Ländern Mosambik und Malawi stehen keineswegs allein da: Illegale Waldrodung findet in ähnlicher Weise in Kongo[...]



Ein versandeter Fluss und eine Beerdigung in Simbabwe

2015-01-01T14:51:00Z

Dr. Alexander von Paleske ---- 1.1. 2015 ----- Vor drei Wochen in Birchenough Bridge, am Save Fluss im Osten Simbabwes gelegen: Eine langjährige Mitarbeiterin in Umweltorganisationen wie IUCN und World Fish, Tabeth Chiuta, wurde in ihrem Geburtsort zu Grabe getragen. Tabeth Chiuta Trauerfeier in Birchenough Bridge - Foto: Dr. v. Paleske Dort, wo die Birchenough Bridge den afrikanischen Strom Save überspannt. Ein Fluss, der in Simbabwe in der Nähe von Wedza, 80 km östlich der Hauptstadt Harare, entspringt, und in dem Nachbarstaat Mozambique in den Indischen Ozean mündet. Die Brücke über die Save, 1935 fertiggestellt, das Modell für die Sydney Harbour Bridge, ein imposantes Bauwerk, und damals ein Meisterstück der Ingenieurkunst. Birchenough Bridge Zerstörung durch Menschenhand Weniger imposant allerdings, was Menschenhand in den letzten Jahrzehnten mit dem Save Fluss angerichtet hat: der Fluss ist versandet, und kann nur noch in der Regenzeit als Strom bezeichnet werden. Zur Trockenzeit ist der Strom eine Ansammlung von Sandbänken, unterbrochen von Rinnsalen fliessenden Wassers. Ein Traum von der Rehabilitierung Der Traum der Verstorbenen war es, mitzuhelfen, den Save Fluss zu rehabilitieren. Ein Fluss, der während ihrer Jugend in den späten Fünfziger und Anfang der 60er Jahre noch das ganze Jahr über grosse Mengen von Wasser führte, also auch in der Trockenzeit in den Monaten Mai bis Oktober. Damals reichte dichter Busch bis zum Ufer, die nahegelegenen Hügel waren bewaldet, in dem fischreichen Fluss tummelten sich Nilpferde und Krokodile. Wer heute zur Trockenzeit von der Brücke auf den Fluss herunterblickt, der schaut eher auf ein Rinnsal mit riesigen Sandbänken ohne Leben im Fluss. Mühelos lässt sich der Fluss zu Fuss überqueren, weder Nilpferde noch Krokodile sind zu sehen. Save-Fluss in der Nähe von Birchenough Bridge ........flach und voller Sandbänke, in der Trockenzeit wesentlich ausgeprägter Weiter flussabeärts in der Trochkenzeit: ein Rinnsal. Foto: Dr. v. Paleske In der Regenzeit wird der Fluss dann zum reissenden Strom, dann kommen auch die Krokodile zurück – für eine begrenzte Zeit. Schicksal vieler afrikanischer Flüsse Der Save Fluss teilt damit das Schicksal vieler afrikanischer Flüsse: Hochgradige Versandung, und grössere Mengen Wasser Wasser nur noch in der Regenzeit, mit der Gefahr von Überschwemmungen. So auch im Falle des weltberühmten Mara Flusses in Kenia, den die Wildtiere bei ihrem Weg über Hunderte Kilometer von den südlichen Weidegründen der Serengeti hinauf in den Norden und die angrenzende Masai Mara überqueren. Die ZEIT vom 19.12. 2014 Der Fluss ist ihre einzige Wasserquelle auf dem langen Weg. Er entspringt in den Wäldern des Hochlandes im kenianischen Mau-Regenwald, auf rund 3000 Metern Höhe. In den Ursprungsgebieten der afrikanischen Flüsse und seiner Nebenarme pufferte Wald den Regen, und gab ihn verzögert über das Jahr wieder frei. Die Wälder sind grösstenteils verschwunden, abgeholzt. Erst kamen die Holzfäller, um afrikanisches Hartholz nach Europa abzutransportieren, dann kam die Brandrodung zur Landgewinnung, der Rest wird als Feuerholz verwendet. Während der Regenzeit werden dann regelhaft Teile des Ackerlandes fortgespült mit der Folge der Versandung der Flüsse . Soweit die Abholzung noch nicht vollständig ist, wie im Falle des Mara-Quellgebiets und das seiner Nebenflüsse, erteilen korrupte Politiker Lizenzen zur Abholzung. Gier treibt sie an, die Folgen sind ihnen gleichgültig. Die Verstorbene fand auf dem Friedhof in Birchenough Bridge ihre letzte Ruhe. Die Umweltgefahren, die sie zu Lebzeiten umtrieben, dürfen uns jedoch keine Ruhe lassen.[...]



Massentierhaltung, Antibiotikaresistenz, Grundwasserbelastung und die Zukunft

2014-10-29T20:09:00Z

Dr. Alexander von Paleske ----- 29.10. 2014 ---- Am 8. 10. berichtete der Hessische Rundfunk über eine Bürgerversammlung in Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis. Dort stellte der Besitzer der grössten Hähnchenschlachterei Hessens seine Erweiterungspläne vor: täglich sollen jetzt nicht mehr „nur“ 125.000 kg (70.000 Hähnchen) verarbeitet werden, sondern doppelt so viel: 250.000 kg (250 Tonnen). Bürger gegen Erweiterung. Die Bürger dort wollen jedoch keine Erweiterung, sie befürchten - wohl nicht zu Unrecht - dass diese Schlachterei weitere Mastbetriebe in die Region locken wird. Proteste in Gudensberg Die Argumente der Schlachthof (-erweiterungs)-Gegner: Die Massentierhaltung (Tierfabriken) - Intensivtierhaltung verharmlosend genannt - führt zum verstärkten Einsatz von Antibiotika, und leistet damit der Resistenzentwicklung von Bakterien Vorschub. Brutstätten der Antibiotikaresistenz: Tierfabriken - Screenshot: Dr. v. Paleske Die Gülle aus den Mastbetrieben verseucht das Grundwasser Massentierhaltung ist Tierquälerei Die Geruchsbelästigung der Massentierhaltung vermindert die Lebensqualität der Bewohner in der Nähe. Übertriebene Kritik? Der Betreiber der Anlage, Plukon, hält die Kritik für übertrieben, und lässt keinen Zweifel daran, dass die Erweiterung kommen wird. Offenbar hat er gute Gründe für den Optimismus, obgleich in Hessen ja eine Regierung mit grüner Mitbeteiligung am Ruder ist. Koalitionsvertrag:- zum Thema Massentierhaltung nur Bla Bla Bessere Argumente Die Schlachthofgegner haben jedoch die besseren Argumente auf ihrer Seite, denn: Antibiotika: In der Massentierhaltung werden mittlerweile in Deutschland 7-mal so viel Antibiotika eingesetzt, wie in der gesamten Humanmedizin, und 40-mal so viel wie in allen Krankenhäusern. Dieser (Missbrauchs-) Einsatz ist einer der wichtigsten Schrittmacher bei der alarmierenden Zunahme der Antibiotikaresistenz, wir berichteten mehrfach darüber. Multiresistente Keime wurden in Schlachthöfen, auf Hähnchen aus dem Supermarkt, und in der Umgebung von Mastbetreiben gefunden. Keine Überraschung: Wie eine Studie aus Nordrhein Westfallen belegt, erhielten 91,6 % der Tiere aus den untersuchten Beständen der Geflügel-Massentierhaltung Antibiotika. Antibiotikafreie Hähnchenmast wurde nur bei 155 von 984 Mastdurchgängen (16 %) festgestellt, wo jedoch nur 8,4 % der Tiere gehalten wurden. In 829 Mastdurchgängen (84 %) erfolgte der Einsatz von Antibiotika. Kaum ein Tier schafft es ohne Antibiotika bis zum Schlachttag, wobei die durchschnittliche Dauer des Einsatzes mit der Zahl der eingepferchten Tiere ansteigt: sind es bei weniger als 20.000 Viechern noch durchschnittlich 3,1 Antibiotika-Behandlungstage, so steigt bei einer Zahl von mehr als 20.000 bis 50.000 diese Zahl auf 6,5 und bei 50-90.000 auf 9.1 Behandlungstage. Grundwasserbelastung durch Gülle: Mittlerweile fallen dank der exponentiellen Ausdehnung der Massentierhaltung seit den 60er Jahren Riesenmengen von Gülle an. Konkret: Mehr als 160 Millionen Kubikmeter im Jahr, wie Fritz Vorholz in der ZEIT zu berichten wusste. War bis dato die Gülle kein Problem, was in den landwirtschaftlichen Betrieben an Mist und Gülle anfiel, wanderte – ohne Umweltschäden – wieder als Dünger auf die Felder. Ein problemloser Kreislauf, auch wenn der Kunstdünger die Gülle und den Mist als Dünger zum Teil verdrängte. Die Riesenmengen Gülle, angefallen in Tausenden von Mastbetrieben und auf die Felder gebracht, haben mittlerweile in vielen Teilen Deutschlands, insbesondere in der Nähe von Mastbetrieben, zu einer total unakzeptablen Belastung des Trinkwassers mit Nitraten geführt. Diese Nitrate werden im Körper in Nitrite umgewandelt - gesundheitsschädlich und krebserzeugend. Die Lage ist inzwischen so bedrohlich, dass die EU einschreiten will, weil die deutsche Regierung im Nichtstun verharrt. Einige Wasserwerke in Gülle-Einzugsgebieten kö[...]



Jagd nach Elfenbein: Schwarze Zukunft für afrikanische Elefanten

2014-09-09T08:14:00Z

Dr. Alexander von Paleske ---- 9.9.2014 ---- Vor 100 Jahren gab es in Afrika noch 10 Millionen Elefanten, diese Zahl ist mittlerweile auf 500.000 also 5% geschrumpft, und täglich werden es bis zu 100 weniger - als Folge der Jagd nach Elfenbein, für das auf dem illegalen Markt astronomische Preise geboten werden. Afrikanische Elefanten -----schwarze Zukunft. Screenshot: Dr. v. Paleske Hauptabnehmer mittlerweile: China. Dorthin gehen rund 70% der durch Wilderei erbeuteten Stosszähne, die dann zu Schnitzereien weiterverarbeitet werden. Beschlagnahmte Stosszähne Schnitzereien aus Elfenbein in China angeboten Screenshots: Dr. v. Paleske Der zunehmende Wohlstand in China hat einen neuen Markt für Elfenbein geschaffen, der vor 25 Jahren noch nicht existierte. Elfenbein gilt in China als Wohlstands-Symbol. Es dokumentiert den finanziellen Aufstieg, es mittlerweile zu etwas gebracht zu haben. Mafia am Werk Während in Europa die strikte Einfuhrkontrolle und das öffentliche Bewusstsein den Markt weitgehend ausgetrocknet haben, muss dies in China erst noch erreicht werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Einfuhrverbote allein greifen nicht. Der illegale Import von Elfenbein ist mafiamässig organisiert: Am unteren Ende stehen bettelarme Afrikaner, die unter Lebensgefahr die Elefanten mit Maschinenpistolen erlegen, neuerdings auch durch die Vergiftung der Wasserstellen mit Zyanid, was zum lautlosen Tod führt, und deshalb die Wildhüter nicht alarmiert. Den Weitertransport übernehmen dann in der Regel chinesische Verbrechersyndikate. Ein alternativer Transportweg läuft über Vietnam, wie der investigative Journalist Julian Rademeyer in seinem Buch beschreibt. Das Ende der afrikanischen Elefanten - bei anhaltend hoher Nachfrage nach Elfenbein - ist damit absehbar. Sie folgen den Nashörnern, die nahezu ausgerottet sind. Der Umweltminister Simbabwes, Saviour Kasukuwere, berichtete vor einem Unterausschuss des Parlaments in der vergangenen Woche, dass der Regierung das Geld und die Manpower fehlen, um der Wilderei wirksam zu begegnen. Financial Gazette Zimbabwe vom 4.9. 2014 Mittlerweile operieren die Banden mit Helikoptern, und nach wie vor werden Wasserstellen mit Cyanid vergiftet – mit katastrophalen Folgen: Löwen, Hyänen aber auch Geier, die nach dem Verzehr der vergifteten Kadaver ebenfalls sterben. Ebenso andere Tiere, die von dem vergifteten Wasser trinken, wie Büffel, Kudus und Gnus, um nur ein paar zu nennen. 300 Elefanten in Hwange getötet Mehr als dreihundert Elefanten fielen allein im Hwange Nationalpark Zimbabwes dieser Vergiftungsbarbarei zum Opfer . Aber auch den ohnehin fast ausgerotteten Nashörnern geht es weiter an den Kragen: Von der dezimierten Zahl von 2300 Nashörner in Simbabwe, einem der wenigen Länder Afrikas mit wo sie überhaupt noch anzutreffen sind, ist ihre Zahl auf 800 geschrumpft. Wilderei auch im Krüger Nationalpark Mittlerweile hat die illegale Jagd auf Elefanten auch auf den südafrikanischen Krüger Nationalpark übergriffen. Die Wilderer kommen aus Mozambique, die Armut treibt sie zu diesem lebensgefährlichen Geschäft, denn auch die Wildhüter sind bewaffnet und fackeln nicht lange. Während das Elfenbein vorwiegend zu Figuren und Dekorationsgegenständen verarbeitet wird, werden den Hörnern der Nashörner magische Kräfte zugesprochen, zu „Medizin“ vermehlt, oder als Knaufe für Säbel in den arabischen Raum verkauft. Früher wurden den Nashorn-Produkten auch noch potenzfördernde Eigenschaften nachgesagt, da hat sich aber Viagra als billigere und hocheffektive Alternative mittlerweile fest etabliert. Staaten wie Botswana, Simbabwe und Südafrika hatten vor einigen Jahren noch eine Überpopulation von Elefanten in den Parks, die abgeschossen werden mussten. Diese Länder, versuchten das Elfenbein zu verkaufen, aber die CITES entschied mittlerweile regelmässig dagegen. [...]



Haie jetzt weltweit besser geschützt – Wirklich?

2013-05-11T05:30:00Z

Dr. Alexander von Paleske --- 11.5. 2013 --- Auf der internationalen Artenschutzkonferenz (CITES) im März im Bangkok wurde - wieder einmal – ein verbesserter Artenschutz beschlossen: zu Lande und zu Wasser. Im Fokus diesmal: Haie und Elefanten. Wirklich? ZEIT Wissen vom 14.3. 2013 Keine Sanktionen Zu Lande ist es das aufrechterhaltene Verbot des Handels mit Elfenbein – allerdings ohne jegliche Sanktionen. Die fanden auf der Konferenz nicht die erforderliche Mehrheit. Nachfrageländer für Elfenbein sind vor allem China und Thailand. Die sanktionslosen Verbote haben bisher jedoch nicht verhindert, dass die Elefantenpopulation weiter abnimmt. Rhinozerosse vor der Ausrottung Die Rhinozerosse, deren Hörnern mirakulöse Heilkräfte in einigen asiatischen Ländern, hier wiederum auch China, zugesprochen werden (alles Quatsch), stehen – trotz Handelsverbot - vor der Ausrottung. Zu verlockend sind die astronomischen Preise, die dafür auf der arabischen Halbinsel und in Fernost gezahlt werden. Nun die Haie Nun also sollen Haie mit Fangverboten besser geschützt werden. Deren Flossen sind in China und Japan eine begehrte Delikatesse, entsprechend hohe Preise werden dafür geboten . Insgesamt ist der Haifischbestand wegen Überfischung um 90% zurückgegangen: Immer mehr Chinesen können sich neben den Japanern, das teure Gericht leisten, während der Bestand mit dieser Nachfrage nicht Schritt halten kann. 100 Millionen Haie sind pro Jahr diesem „Gaumengenuss“ geopfert werden. Haie sind enorm wichtig für das Ökosystem der Weltmeere, denn sie werden für ein gesundes Korallenriff benötigt, da sie kranke und sterbende Fische fressen, die ansonsten die Riffe verpesten würden, und diese dann langsam absterben. Außerdem kontrollieren Haie als größter Jäger die Nahrungskette der Ozeane und fressen vor allem Fische, die Menschen nicht jagen und die sich deshalb stark vermehren und so das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen. Beispiel Mozambique Die Flossen werden von den Haien abgetrennt, die Kadaver ins Meer geschmissen. Aufkäufer der Flossen stehen bereit, die sofort den Weitertransport nach Fernost übernehmen. Kriminelle Banden, die mit dem erzielten Geld dann wiederum Drogen einkaufen, die sie auf dem südafrikanischen Markt absetzten und insgesamt Riesenprofite einstecken. In Mozambique geschlachtet für asiatische Gaumenfreuden - BBC Reportage - http://www.youtube.com/watch?v=Hm_756_i_aU Die Polizei hat gar nicht das Personal, um dieses Treiben wirksam zu unterbinden: weder in Südafrika und schon gar nicht im Küstenland Mozambique. Mal hier ein Fang, mal einer dort. Es ist beim Handel mit verbotenen Tierprodukten ähnlich, wie beim internationalen Drogengeschäft insgesamt: das Verbot des Handels treibt lediglich die Preise hoch, die Nachfrage sinkt aber keineswegs ab. Schlimmer noch: Länder wie China und Japan sind gar nicht bereit, diesem Treiben einen wirksamen Riegel vorzuschieben, also den Import von Haifischflossen, Elfenbein und Hörner der Rhinozerosse schwer zu bestrafen, und Aufklärung darüber zu betreiben, auch welche ökologischen Schäden z.B. durch Überfischung erzeugt werden. Im Gegenteil: auf der CITES- Konferenz in Bangkok stimmte China mit Japan gegen das Haifisch-Fangverbot. Eine konsequente Bekämpfung des nunmehr illegalen Haifischfangs, und vor allem des Imports von Haifischflossen, ist deshalb von diesen Ländern kaum zu erwarten. Märkte müssen ausgetrocknet werden Es bleibt dabei, beim Artenschutz wie beim Drogenkonsum: Die einzig wirklich wirksame Waffe ist nur, die Nachfrage, den Markt für derartige Produkte konsequent auszutrocknen. Beim Artenschutz durch Aufklärung und strikte, strafbewehrte Einfuhr- und Verarbeitungs-Verbote in den jeweiligen Ländern. Solange das nicht geschieht, bleibt das Geschäft lukrativ, wird das Artensterben weitergehen. Folgt Westafri[...]



Guten Appetit Europa – Fischfangsklaverei und Umweltzerstörung

2010-10-01T08:27:00Z

Dr. Alexander von Paleske --1.10. 2010 --- Frisch auf den Tisch, oder: wie gut dass kaum jemand weiss, was an einigen Fischen klebt, die auf dem europäischen Esstisch landen:
Es ist nicht selten:

- Schweiß der Sklaverei–änhnlichen Schufterei auf rostigen Fangschiffen

- Zerstörung des Meeres-Ökosystems durch engste Fangnetze,

- Zerstörung der Korallenriffe

- Zerstörung von Fischfang-Einkommensquellen der lokalen Fischer

- Hunger durch Zerstörung einer wichtigen Nahrungsquelle


Was die Umweltorganisation Environmental Justice Foundation http://ejfoundation.org/
herausfand, kann mehr als nur den Appetit verderben.

Vor den Küsten Afrikas, insbesondere Westafrikas breitet sich eine neue Pest aus: die Piratenfischerei.

Registriert sind diese bis zu 40Jahre alten Fischfangschiffe, besser als Seelenverkäufer zu bezeichnen, in Ländern wie Südkorea, Vietnam etc ., und fahren nicht selten ohne die üblichen Sicherheitsvorkehrungen.

(image)
Rostige Seelenverkäufer und Leerfischer

Täuschung und Sklaverei
Die offiziellen Reeder sind meistens dubiose Briefkastenfirmen , die den wahren Eigentümer verschleiern sollen, um damit jegliche Strafverfolgung unmöglich zu machen.

Die Schiffsbesatzungen stammen fast ausschließlich aus Dritte Welt Ländern, und müssen oftmals bis zu 18 Stunden am Stück schuften, bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Und sind noch erbärmlichen Gestank ausgesetzt , beäugt von jeder Menge Kakerlaken.

(image)
Moderne Sklavenarbeit

Die Besatzungen dieser Fischpiraten-Trawler werden oftmals nicht in Geld, sondern in Fisch entlohnt..
.
Diese Fischereipiraten benutzen engmaschige Netze, die am Meeresboden schleifen, dadurch Zerstörungen an Korallenriff anrichten, und alles fischen, was sich im Wasser bewegt, sodass 80% des Fangs anschließend wieder über Bord geht - tot versteht sich - zu Tierfutter verarbeitet wird, oder die Besatzungen werden mit kleineren Booten an Land geschickt um dort Fisch zu verkaufen, der ungeeignet für den Export nach Europa ist.

Das Resultat: Leerfischen und Zerstörung des Ökosystems. Außerdem wird den lokalen Küstenfischern dadurch die Existenzgrundlage entzogen.

Anlaufstelle für diese Raubfischer zum Export nach Europa und Importhafen ist Las Palmas / Kanarische Inseln.

Die meisten Länder Westafrikas, deren Küsten so leergefischt werden, haben nicht die nötigen Resourcen, um diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben.



Nur USA? - Die tägliche Umweltkatastrophe in Nigeria

2010-06-03T18:17:00Z

Dr. Alexander von Paleske --- 3.6. 2010 --- Tag für Tag, seit nunmehr mehreren Wochen , berichten die Nachrichtensender über die Entwicklung einer gigantischen Umweltkatastrophe nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vor der Küste Louisianas. Mittlerweile nähern sich die ersten Öllachen der Küste Floridas. Während BP einen erfolglosen Versuch nach dem anderen unternimmt, das Leck zu stopfen, verdichten sich die Hinweise, dass auch strafbares Verhalten beim Betreiben bzw. der Betriebsgenehmigung der Plattform eine Rolle gespielt haben könnte. Ganz abgesehen davon, dass die Firma auf den grössten anzunehmenden Unfall, der jetzt eingetreten ist, offenbar überhaupt nicht vorbereitet war. Gerne wird jedoch vergessen, dass die Verursachung einer derart gigantischen Umweltverschmutzung seit Jahren in Afrika zum Ölförder-Alltag gehört. Konkret: Im Nigerdelta des Staates Nigeria, dort, woher die USA mittlerweile rund 40% ihres Erdöls beziehen. Nigeria Niger-Delta Kein Interesse an Umweltkatastrophe Nur interessiert diese Tragödie weder die Verbraucher, noch die Regierungen der USA oder Europas. Im Zusammenhang mit der Einrichtung eines militärischen Kommandos der USA für Afrika (Africom), damals noch unter US-Präsident G.W. Bush, schrieben wir: ……muss die Bevölkerung (in Nigeria) aber all die Lasten der massiven Umweltverschmutzung durch die Förderanlagen und Pipelines tragen. Geplatzte Pipelines haben die traditionellen Einkunftsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung beeinträchtigt, oftmals zerstört. Insbesondere der Fischfang im Nigerdelta ist durch die Ölverschmutzung massiv eingebrochen. Dies führte zum Aufstand, der von der Regierung hart bekämpft wurde. Deren prominentestes Opfer war der Dichter Ken Saro-Wiwa vor 12 Jahren. Jahrelang kam es in Nigeria, Ölförderland seit den 60er Jahren, zu einer Extremverschmutzung. Öl-Leck, das Öl ergiesst sich ins Niger Delta Öl-verseuchtes Erdreich Screenshots: Dr. v. Paleske Und dies, obgleich die Förderanlagen und Pipelines sich an Land befinden, also bei ordnungsgemässer Wartung eigentlich keine Probleme entstehen sollten, da, theoretisch jedenfalls, Reparaturen auf jeden Fall schnell durchgeführt werden könnten, theoretisch. Die Praxis sieht allerdings völlig anders aus. Zu wenig und zu spät Um den Aktionären der Ölmultis Höchstprofite zu ermöglichen, wurden und werden in Nigeria offenbar Reparaturen mit erheblicher Verzögerung, und Erneuerung von korrodierten Pipelines kaum vorgenommen. , Wie die britische Sonntagszeitung Observer in einem investigativen Bericht offenlegt “Nigerias agony dwarfs the Gulf oil spill, The US and Europe ignore it, sind die Pipelines zum Teil über 40 Jahre alt, oftmals korrodiert, platzen, und werden erst nach Monaten repariert, während das auslaufende Oel massive Umweltschäden anrichtet. Abgesehen davon, dass die lokale Bevölkerung ohnehin von dem Ölreichtum nicht profitiert.. Die Gelder verschwinden in den Taschen einer kleptokraten Oligarchie, die natürlich gar nicht daran denkt, die Ölkonzerne, wie jetzt von US-Präsident Obama in eigener Sache angekündigt, konsequent zur Verantwortung zu ziehen. Die lokale Bevölkerung, hat alle Umweltschäden mit ihren Folgen zu tragen. Ihre Existenzgrundlagen als Fischer, in dem einst fischreichen Nigerdelta, wurden sukzessive zerstört. Aber auch die Kleinfarmer sind betroffen, auf deren Felder sich das Öl nach Lecks ergiesst. Und alle leiden unter einer gigantischen Luftverschmutzung durch das Abfackeln des Gases. Oftmals verhindert der Rauch das Durchdringen der Sonne, der Tag wird zu einer Art Dämmerung Mehr als in den USA Mittlerweile tritt - alles zusammengenommen aus allen Lecks in Nigeria - mehr Öl aus, als bisher insgesamt aus dem Leck im Golf von Mexiko, und zwar jedes Jah[...]



Südafrikas Präsident Zuma auf Staatsbesuch in London – noch mehr Kohlekraftwerke...

2010-03-10T13:34:00Z

Dr. Alexander von Paleske --- Südafrikas Präsident Jacob Zuma stattete vergangene Woche Grossbritannien einen Staatsbesuch ab.

Während die britische Presse mit den spannenden“ Fragen beschäftigt war, wer nun von Zumas vielen Frauen ihn nach London begleiten würde und ob der britische Premier Gordon Brown seine Haltung gegenüber Simbabwe ändern würde (was er nicht tat), da wurden ohne grosses Aufsehen Vereinbarungen getroffen, die dem Weltklima wenig Gutes verheissen.

Südafrika, dank der desaströsen Politik des abgehalfterten Präsidenten Thabo Mbeki, hat mit enormen Stromengpässen zu kämpfen. Die bereits im Jahre 1999 Mbeki mitgeteile zukünftige Stromkrise wollte er nicht wahrhaben, also wurden keine durchgreifenden Neuinvestitionen in den Elektrizitätssektor seitens der staatlichen Firma Eskom unternommen.

Das Resultat ist heute zu besichtigen: Das südafrikanische Elektrizitätsnetz ist chronisch überlastet. Davon sind auch die Nachbarländer Namibia und Botswana betroffen, die von Südafrika teilweise mitversorgt werden.

Insbesondere im Winter kommt es zu häufigen Stromabschaltungen auch „Load Shedding“ genannt.
Also muss die Stromerzeugung drastisch erhöht werden. Dafür würden sich erneuerbare Energien in Südafrika geradezu anbieten. Das Land hat eine lange Küstenlinie, mehrere tausend Kilometer, ausserdem gute bis sehr gute Sonneneinstrahlung.
Damit hätte die Entscheidung voll in Richtung erneuerbarer Energien relativ leicht fallen können.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall
Die Kohle- und Kohlekraftwerksindustrie soll stattdessen den Löwenanteil zugeschlagen bekommen, wenn auch mit neuer Technologie. Ein magerer Rest geht an erneuerbare Energien.
Ein Weltbank-Kredit soll die Finanzierung absichern. Der Antrag findet sich hier.

Der britische Premier Gordon Brown hat seine Unterstützung zugesagt.
Die südafrikanische Elektrizitätsgesellschaft Eskom will zwei Kohle-Kraftwerke in Medupi/Limpopo errichten, 4000 Megawatt sollen dort produziert werden .

Dass Gordon Brown das Projekt unterstützt dürfte kaum überraschen, da angeblich weitere Kohlekraftwerke auch in Grossbritannien gebaut werden sollen, um die Zeit zu überbrücken, bis weitere Atomkraftwerke ans Netz gehen. Aber erst nach den Wahlen im Mai oder Juni soll die Katze aus dem Sack gelassen werden.

Kopenhagen – war da was?



attac: Klimaschutz oder soziale Strompreise?

2008-10-02T11:34:00Z

Felix Werdermann - Die Strompreise steigen, die Politik sucht Antworten. Auch die Stromkonzern-Kampagne von attac diskutiert, ob sich Ökologie und Sozialverträglichkeit manchmal beißen. Am Freitag waren zum Auftakt der attac-Aktionskonferenz Thorben Becker von der Umweltorganisation BUND und Edgar Schu vom Aktionsbündnis Sozialproteste eingeladen.„Wir müssen den Energieverbrauch drastisch senken.“ Thorben Becker ist überzeugt, dass daran kein Weg vorbeiführt. Daher seien steigende Preise nicht schlecht: „Sie zeigen die richtige Richtung an: Der Energieverbrauch muss runter.“ Mit dieser Position hat es der Jurist nicht leicht. Er arbeitet beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), eine der größten Umwelt-NGOs in der Bundesrepublik. Für diese Position ist der BUND in die Schlagzeilen gekommen – in einer Zeit, in der sich Politiker aller Parteien über steigende Strompreise beklagen. „Wer nicht zahlt, wird gesperrt“ Becker redet vor etwa dreißig Leuten, die der Einladung von attac gefolgt und zu der Diskussionsveranstaltung gekommen sind. Sie ist gleichzeitig der Startschuss für die Aktionskonferenz, die noch über das ganze Wochenende in Berlin stattfindet. Mit der Stromkonzern-Kampagne setzt sich attac für eine soziale, ökologische und demokratisch kontrollierte Stromversorgung ein. Neben Becker sitzt Edgar Schu vom Aktionsbündnis Sozialproteste. Er ist „Bewegungsarbeiter“ aus Göttingen und koordiniert die Proteste gegen Sozialabbau. Und kennt die Probleme der Einkommensschwachen. Das Arbeitslosengeld II sei mit 351 Euro „bei weitem zu niedrig“, da würden auch die 21 Euro, die für die Stromrechnung vorgesehen sind, nicht helfen.„Wer nicht zahlen kann, wird gesperrt“ und das schmerzt nicht nur, das kostet auch: Schu berichtet von Aufsperrgebühren bis zu 200 Euro, die man in Deutschland zahlen muss, um nach einer Sperrung wieder Elektrizität zur Verfügung zu haben. Dies sei ein untragbarer Zustand, der in Deutschland leider inzwischen fast schon zur Normalität geworden sei: 840.000 Stromsperren sind es pro Jahr. Seine Antwort: Ein Grundkontingent an Strom, das jeder Mensch kostenlos erhält. Energiesparen für arme Leute Für Becker (BUND) ist das ein „falsches Signal: Energie kostet nichts“. Die Subventionierung von Energieverbrauch mache keinen Sinn, sie könne „kein Ersatz für eine anständige Sozialpolitik“ sein. Der BUND habe daher eigene Vorschläge entwickelt, wie alle Haushalte „in die Lage versetzt werden“ könnten, mit weniger Strom auszukommen. Wegweisend sei ein Pilotprojekt in Frankfurt am Main, das von der Caritas ins Leben gerufen wurde. In dem Projekt wird einkommensschwachen Haushalten eine kostenlose Energieberatung angeboten. Ein-Euro-Jobber, die zuvor extra dafür geschult werden, erklären, wie durch einfache Veränderungen Strom gespart werden kann. Dass diese Arbeit von Ein-Euro-Jobbern übernommen wird, hat laut Becker mehrere Gründe: Zum einen sei der Aspekt der Finanzierung ausschlaggebend gewesen, zum anderen werde so aber auch der Eindruck vermieden, „hier kommt der Kontrolleur vom Amt“.Becker erzählt, dass der Effekt zu Beginn sehr gering war: Die Leute wollten zwar sparen und wussten auch wie es geht, aber sie hatten nicht das Geld für die technische Ausrüstung. Daraufhin wurde die Idee weiterentwickelt, inzwischen gibt es ein kostenloses Energiesparpaket, in dem zum Beispiel Steckerleisten oder Energiesparlampen zu finden sind. Dieses Paket koste eigentlich etwa 50 Euro, die momentan durch Spenden und die Unterstützung des lokalen Energieversorgers aufgebracht würden, so Becker. Sparen könne man damit allerdings bis zu 100 Euro im Jahr. Auf dem Podium diskutieren Thorben Becker (BUND), Martin Hoffmann (Moderation) und Edgar Schu (Aktionsbündnis Sozialproteste). Druck auf Erwerbs[...]



„Den Atomausstieg in der BRD gibt es nicht“

2008-08-10T17:48:00Z

Interview mit Horst Blume von der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm Horst Blume hat 1975 die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm mitgegründet. Er arbeitet seitdem in verschiedenen libertären Zeitungsprojekten mit, unter anderem bei der Monatszeitung „Graswurzelrevolution“. Seit 22 Jahren gibt er den THTR-Rundbrief heraus, der bisher auf insgesamt 2.500 Seiten Widerstand und Kritik begleitet und dokumentiert. Interview: Michael Schulze von Glaßer Michael Schulze von Glaßer: Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm hat dem Bundesumweltministerium vor zwei Wochen 4.000 Unterschriften zur Erstellung einer Leukämiestudie am Standort des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR) Hamm überreicht. Warum muss das Bundesumweltministerium erst dazu gedrängt werden solch eine Studie zu erstellen? Übergabe der 4000 Unterschriften Horst Blume: Im Rahmen dieser Studie über Leukämiefälle bei Kindern bis zu fünf Jahren wurde die Umgebung von 50 Kilometern im Umkreis aller Atomkraftwerke in Deutschland durchgeführt. Allerdings mit der Ausnahme, dass Forschungsreaktoren und Prototypen wie der THTR nicht aufgenommen werden. Außerdem wurden nur Atomstandorte, die von 1980 bis 2003 in betrieb waren, in die Studie aufgenommen. Da der THTR Hamm zudem wegen seiner Störanfälligkeit nur an 423 Volllasttagen in Betrieb war, fällt er aus der Studie raus. Das kommt den Betreibern RWE und der Atomlobby natürlich sehr gelegen. Es ist ein formeller und statistischer Grund, den THTR wegen mangelnder Vergleichbarkeit aus der Studie herraus fallen zu lassen. Das ist natürlich sehr bedauerlich, weil der THTR Hamm der Störfall- und Pannenreaktor schlechthin in Deutschland ist. Gerade deswegen müssten vor Ort nähere Untersuchungen stattfinden. Was war der schlimmste Störfall im THTR? Der schlimmste Störfall fand 1986 statt – 8 Tage nach der Tschernobyl-Katastrophe. Am 4. Mai 1986 klemmten mehrere Kugelbrennelemente (Durchmesser 6 cm) in dem Rohrabzugssystem und wurden dann mit erhöhtem Druck heraus geblasen. Dabei wurden diese Kugeln zerstört und zerbröselten. Genau in dem Moment wurde ein Filter in der Anlage gewechselt. Wie der Zufall es will, wurde auch das Messsystem abgeschaltet, so dass nicht genau nachgehalten werden konnte, welche Menge an Radioaktivität in die Umwelt entlassen worden ist. Wir von der Bürgerinitiative haben allerdings zusammen mit dem Öko-Institut selbst Messungen durchgeführt und konnten nachweisen, dass die erhöhte Radioaktivität aufgrund der spezifischen Nuklid-Zusammensetzung nicht aus Tschernobyl kam, sondern aus „unserem“ THTR. Das war nur der größte Störfall, es gab zahlreiche weitere Pannen. Wie verhält sich denn die lokale Politik zu eurer Forderung nach einer Leukämiestudie? Der Gemeinderat von Lippetal hat sich sehr schnell unserer Forderung angeschlossen. Ein paar Wochen später haben sich dann auch die Kommunen Hamm, Welver und Beckum unserer Forderung angeschlossen. Sind euch denn aus dem Umkreis des THTR Hamm Krankheitsfälle bekannt, die auf eine erhöhte Strahlung hinweisen? Nachdem wir zunächst protestiert hatten, dass der THTR nicht in die KiKK-Leukämiestudie aufgenommen wird, gab es eine gute mediale Resonanz. In deren Folge haben sich viele Menschen bei uns gemeldet, die in ihrer Familie oder auf ihrer Straße Krebsfälle zu beklagen haben. Unzählige Mails, Telefonate und Briefe sind bei uns eingegangen, insbesondere aus der Hauptwindrichtung. Das nehmen wir sehr aufmerksam zur Kenntnis und haben dies dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Bundesumweltministerium in anonymisierter Form zugeschickt. Die haben darauf aber nicht reagiert. Das Bundesumweltministerium nahm euch nicht ernst? Genau, deshalb haben wir diese Unterschriftenaktion gestartet um nochmals Druck zu machen[...]



Deutschlands Energieversorgung im Jahr 2050

2008-06-26T09:03:00Z

Felix Werdermann - Kohle, Gas, Atomkraft, Sonne, Wind, Wasser: Alle Energieträger haben ihre Vertreter. Aber welche Energien werden im Jahr 2050 welche Rolle in Deutschland spielen? Dieser Frage stellten sich am Dienstag vier Podiumsgäste auf einer Veranstaltung der Nachhaltigkeits-Initiative und dem Energie-Seminar der Technischen Universität Berlin. Wie also sieht die Energieversorgung im Jahr 2050 aus? Peter Hennicke vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie legte vor: Der deutsche Kraftwerkspark müsse „risikominimal sein, nicht nur CO2-frei.“ Das heißt: Ausstieg aus der Atomkraft und zusätzlich 90% CO2-Emissionen einsparen. Ob das realisierbar ist? „Die Antwort lautet ganz definitiv ja. Da gibt es überhaupt keine Zweifel unter Experten, dass das technisch möglich ist“, so der emeritierte Professor für Wirtschafts- und Energiepolitik. Er schlägt vor, auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu setzen. Energieeffizienz ist auch eines der Lieblings-Themen von Stephan Kohler, Vorsitzender der deutschen Netzagentur, kurz dena . „Wir diskutieren immer über Energieträger“, kritisiert er, dabei sei die entscheidende Fragestellung: „Wie kann Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum garantiert werden mit weniger Energie?“ Ganz verkneifen kann er sich eine Antwort auf die Frage nach den Energieträgern aber doch nicht: Heute müsse man sich entscheiden zwischen „neuen, effizienten Kohle- und Gaskraftwerken“ und der Atomkraft. Das liege daran, dass bei 8.760 Stunden im Jahr Solaranlagen nur weniger als tausend Stunden Strom liefern könnten, Windenergie etwa 1.400 Stunden im Jahr. Stromlücke oder Effizienzlücke? Seine Agentur hatte mit Gelder, die größtenteils von den großen deutschen Energiekonzernen kommen , eine „Effizienzlücke“ für das Jahr 2012 prognostiziert. In den Medien wurde diese als „Stromlücke“ bekannt und diente den großen Stromkonzernen dazu, Pläne für neue fossile Großkraftwerke zu legitimieren. Von der Angst vor der „Stromlücke“ konnte auch die deutsche Atomindustrie profitieren, die versucht, längere Laufzeiten für die Atomreaktoren in Deutschland durchzusetzen. Bernd Arts vom Deutschen Atomforum , dem Zusammenschluss der Atomindustrie, bringt aber auch Klima-Argumente: Eine 40-prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 seien mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar, und wenn man aus der Atomkraft aussteige, müsse man sich „auf einiges gefasst machen.“ Die CDU ist bereits aufgesprungen und hält Atomstrom für Ökoenergie . Mit der Atomkraftnutzung hat auch Arts, der früher wissenschaftlicher Mitarbeiter beim CDU-Bundestagsabgeordneten Kurt-Dieter Grill war, kein Problem: Sie entspreche den Nachhaltigkeits-Prinzipien Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit. Dass die Uran-Vorräte knapp werden, Atomkraft massiv subventioniert wird und erhebliche Umweltschäden verursacht, erwähnte der selbst ernannte „Fan der Kernenergie in Deutschland“ nicht. Atomkraft und CO2-freier Strom Die Atomkraft könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, schließlich sei „unumstritten, dass die Kernenergie CO2-freien Strom erzeugt.“ Bei diesen Worten ging ein erstes Gelächter durch das Publikum. Mit dieser Begründung hatte das Atomforum schon vor etwa einem Jahr für die deutschen Atomkraftwerke - „Deutschlands ungeliebte Klimaschützer“ - geworben. „CO2-Ausstoß: Null“ war auf den Plakaten zu lesen, die Atomkraftwerke in idyllischer Landschaft zeigten. Die Werbekampagne wurde auf EU-Ebene mit dem „Greenwashing Award“ ausgezeichnet, das Argument des CO2-freien Atomstroms von Umweltverbänden scharf kritisiert. Schon 2006 hatte eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums ge[...]



Aktion Bantam Mais von Save Our Seeds

2008-05-02T23:35:00Z

Sophia Deeg & das Berliner Bantam-Team - Die gegenwärtige Hunger-Krise ist Folge einer verfehlten Handels-, Agrar- und Subventionspolitik. Diese führt zu ökologisch und sozial zerstörerischen Monokulturen zugunsten eines globalen Marktes, der nicht zuerst diejenigen bedient, die hungern, sondern diejenigen, die die explodierenden Preise bezahlen können – für Futtermittel, für „Bio“-Sprit, für Exportwaren oder Spekulationskäufe, die die Preise noch weiter in die Höhe treiben. Die Gentechnik spielt in diesem Zusammenhang eine traurige Rolle: Auf über 100 Millionen Hektar weltweit wird sie fast ausschließlich für die Futter-, Sprit- und Rohstoffproduktion eingesetzt; gerade auch in Ländern wie Argentinien, Brasilien oder Indien in denen Menschen hungern, während dort gleichzeitig Milliarden mit Agrar-Exporten verdient werden. Wissenschaftler und Experten, zuletzt der Weltagrar-Rat und auch das Technikfolgenabschätzungs-Büro des Deutschen Bundestages stellen fest, dass die Gentechnik nichts zur Linderung des Hungers auf der Welt beiträgt.

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Vom Himmel, da kommt es her – „Weltraumschrott“

2008-03-29T10:12:00Z

onlineredaktion - Laut Goscinny und Uderzo, die Schöpfer von Asterix und Obelix, waren die Gallier ein sehr mutiges Volk, das nur eines fürchtete, nämlich dass ihm der Himmel auf dem Kopf fiele. Wahrscheinlich sind wir Mensch heutzutage zu sorglos. Oder wir haben zu viel, vor dem wir uns fürchten, so dass wir kaum noch an den Himmel denken, der uns auf dem Kopf fallen könnte. Sicherlich wird nicht der ganze Himmel herunter kommen, aber gewisse Teile aus den Tiefen des Weltalls fallen täglich auf die Erde und erreicht uns höchstens als Staubkorn, weil der überwiegende Teil des Himmelskörpers in der Atmosphäre verglühte. Doch Heiner Klinkrad, Leiter der Abteilung Raumfahrtrückstände bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt, sagt, im Jahr 2007 seien rund 70 Tonnen „Weltraumschrott“ auf die Erde gefallen, von Menschen gemachte Himmelkörper also.

Wie jetzt bekannt wurde, schlug im November 2007 ein rund 20 Kilogramm schweres Stück „Weltraumschrott“ in Australien bei Cheepie im Bundesstaat Queensland auf eine Farm ein. James Stirton, der Besitzer der Farm, fand das Teil in einem abgelegenen Feld und benachrichtigte die Behörden. Angereiste australische Wissenschaftler identifizierten es als „Weltraumraumschrott“. Sie sind überzeugt, dass es sich um den Teil einer Rakete handele, mit der Satelliten in den Weltraum befördert werden, sagte der Direktor des Planetariums in Brisbane, Mark Rigby. Vermutlich habe der Farmer den Helium- oder Stickstoff-Tank einer Rakete gefunden, die vor gut eineinhalb Jahren in den USA gestartet sei. Es sei nicht ungewöhnlich, „Weltraumschrott“ auf der Erde zu finden. „In der Erdumlaufbahn sind wahrscheinlich rund 5000 Tonnen an ausgedienten Satelliten und Müll-Teilen unterwegs“, sagte er.

Na, dann könnte bald ein neuer Beruf entstehen: Weltraumschrotthändler. Auf einfachsten wäre es, wenn die Teile aus dem All gleich auf dem Schrottplatz fielen. Das wäre der Raumfahrt angemessen und effizienter für den Weltraumschrotthändler.



Exxon-Mobil gibt auf in Lateinamerika

2008-01-28T07:00:00Z

Karl Weiss - Die immer deutlicher werdende revolutionäre Gärung in vielen Ländern Lateinamerikas hat anscheinend ein neues Opfer gefordert. Die Exxon-Mobil, größter Ölkonzern der Welt, will sich vollständig aus Lateinamerika zurück ziehen und die dortigen Besitze verkaufen. Der Exxon-Konzern reagiert damit auf verschiedene Verstaatlichungsaktionen und Abgabenerhöhungen an Staaten der Region. Kandidat für den Kauf des ganzen Pakets ist die halbstaatliche brasilianische Petrobras. Exxon-Mobil ist bezüglich des Treibstoff-Marktes Marktführer in der Region. Allein in Brasilien verwaltet Exxon heute 1.800 Tankstellen sowie 43 Versorgungsterminals, hier noch unter dem Namen Esso. Neben Tankstellen und Versorgungsterminals hat Exxon-Mobil auch Raffinerien bzw. Beteiligungen an Raffinerien sowie Ölquellen bzw. Beteiligung an Ölquellen in Lateinamerika. Sowohl in Venezuela als auch in Bolivien hat es letztlich Verstaatlichungen gegeben, die Infrastruktur-Anlagen der Erdöl- und Erdgasförderung betrafen. Auch in Ekuador gibt es jetzt solche Pläne. Soweit nicht verstaatlicht wurde, wurden Beteiligungen der jeweiligen staatlichen Öl-Unternehmen erzwungen und teilweise auch drastisch die Abgaben für die Förderlizenzen erhöht. Mit anderen Worten: Mehr und mehr Länder in Mittel- und Südamerika wollen auch selbst beteiligt sein an dem Reichtum, der aus ihren Bodenschätzen fließt, nicht nur als Basis für die Profite von internationalen Öl-Konzernen dienen. Ein klassisches Beispiel ist Venezuela, das lateinamerikanische Land mit der höchsten Erdölproduktion und den größten Ölreserven: Obwohl man schon seit langem einer der größten Erdölexporteure ist (Platz 4 oder 5, je nach Quelle), sah die Venezuelanische Bevölkerung absolut nichts von diesem Reichtum. Venezuela blieb eines der Armenhäuser Lateinamerikas – und das will dort schon etwas heißen. Das Gross der Gewinne ging in die Taschen der Erdöl-Multis, ein kleinerer Teil ging an die nationale Oligarchie des Landes, einige tausend Familien, die seit den Zeiten der Unabhängigkeit des Landes dem Volk im Nacken sitzen und in extremem Reichtum und Luxus schwelgen, den sie vor allem aus den Staatskassen abzweigen. Diese Oligarchie ist traditionell eng mit den Vereinigten Staaten verbunden und stellte das Faustpfand des US-Imperalismus im Land dar. Mit Präsident Chaves gibt es nun einzelne geringfügige Verbesserungen für das Volk, nachdem Venezuela jetzt einen etwas grösseren Anteil am Kuchen der Erdölgelder hat. Brasilien war mit seiner halbstaatlichen Erdölgesllschaft Petrobras (51Prozent liegen beim Staat, der Rest in weit gestreuten Aktien, eines der größten Aktienvermögen Lateinamerikas) im Jahr 2006 die Öl-Autarkie feiern können, d.h. man produzierte eben so viel Erdöl wie man verbrauchte. Nachdem US-Experten es der brasilianischen Regierung vor einigen Jahrzehnten schriftlich gegeben hatten, es gebe kein Erdöl auf brasilianischem Boden, hat man trotzdem im Meer vor der Küste gesucht und traf auf nicht unerhebliche Reserven, die allerdings aus Tiefen von über Tausend Meter heraufgeholt werden müssen und unter Wasserschichten von Tausend und mehr Metern liegen. Ebenso ist dieses Erdöl eine mindere Qualität, ein sogenanntes „schweres“ Erdöl. Ende letzten Jahres hat die Petrobras nun bekanntgegeben, im Meer vor der Küste der Bucht von Santos in noch größeren Tiefen und in noch tieferen Wassern ein erhebliches Feld von Erdöl und Erdgas gefunden zu haben, das die Reserven des bevölkerungsreichsten Landes Südamerikas um etwa 50 Prozent erhöht. Zudem ist dieses Erdöl von besserer Qualität. Damit wird (in etwa 7 Jahren) Brasilien unt[...]