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holy fruit salad!



„holy fruit salad!“ ist ein Ausruf des Erstaunens, von meinem alten Freund Robin. Robin ist wiederum ein Freund von meinem alten Kumpel Batman, das ist der mit dem coolen Auto und der ewigen Lebenskrise. Und mit beiden bin ich aufgewachsen. (Dummerwei



Updated: 2017-11-18T22:11:57.128+01:00

 



Kinder und das Sterben

2017-10-25T14:03:58.310+02:00

Dieser Aufruf von Thomas Achenbach in seinem Blogpost „Bitte nehmt auch die Kinder mit … ans Sterbebett, ins Krankenhaus, ins Hospiz!” hat mich wiederum zu diesem Blogpost inspiriert!Und vor allem deswegen, weil ich das dumme Gefühl habe, dass heutzutage die Kinder – dank dieser Helikopter-Problematik – noch viel mehr vermeintlich beschützt werden von den Eltern in schwierigen Situationen, als es zu meiner Zeit schon üblich war. Wenngleich damals das weniger zum Schutz von uns Kindern diente (in meiner Familie) als überhaupt der Unfähigkeit der Erwachsenen sich der Situation mit dem Sterben und dem Tod zu stellen. Die Kriegsgenerationen unterschiedlicher Dekaden – eine sehr eigene Geschichte.• Mein Erleben als Kind beim Sterben meines Großvaters. Ich war zehn Jahre alt. Erklärend muss man hinzufügen, dass damals Kinder unter einem bestimmten Alter nicht so einfach in Krankenhäuser zu Besuch durften, schon gar nicht auf Intensivstationen.Es hieß eines Tages, mein Opa ist sehr krank und so war er von einer Sekunde auf die andere weg – im Krankenhaus. Für sehr lange Zeit. Für das ihn vermissen, das nicht begreifen, was das alles bedeutet, dafür gab es keinen Raum. Alles war plötzlich mit mit Sorge überzogen, man sprach von Zeiten ohne unseren Opa und ich hatte überhaupt keine Ahnung, was mir das sagen sollte und vor allem: wohin mit mir in dieser Zeit. Ich wusste nicht einmal, ob ich fröhlich sein durfte – wenn Opa so krank war und Oma so sorgenvoll und traurig. Das Wort Krebs verstand ich nicht in seiner Bedeutung. Ich hatte bei Oma in der Großküche einmal einen Hummer gesehen, das war für mich ein Krebs meinem Verständnis nach. Irgendwann entließ man meinen Großvater – wohl zum Sterben – noch einmal nach Hause und so stand ich am Bett eines mir gänzlich unbekannten Mannes, den ich in Folge des massiven körperlichen Abbaus gar nicht wieder erkennen konnte. Ein Mann, der mir still zulächelte, völlig entkräftet. Ich durfte nicht lange bei ihm bleiben, schon gar nicht alleine – um ihn zu schonen. (Vermutlich meinten meine Eltern auch mich schonen zu müssen.) Ich hatte gefühlt keine zehn Minuten mehr mit meinem Opa. Gestorben ist er dann kurze Zeit später doch im Krankenhaus – also wieder keine Nähe und kein Erleben. Er war einfach weg.Mich hat das als Kind sehr traumatisiert, auf zwei Ebenen – dieses Sehen und Erleben meines Opas in diesem Zustand, weil es überhaupt keine Vorbereitung gab. Die es unter diesen Umständen auch gar nicht geben konnte. Aber deswegen bin ich so froh, dass Kinder heute in die Krankenhäuser gehen dürfen und geliebte Menschen beim krank sein begleiten können – nicht für die Kranken, sondern für sie selbst. Es gibt ihnen die Möglichkeit begreifen zu können, Fragen zu stellen, vorbereitet zu sein.Das zweite Trauma: das Gefühl meinen Opa alleine gelassen zu haben als er krank und sehr hilflos war – denn ein Verantwortungsgefühl ist bei einem Kind in dem Alter schon extrem ausgeprägt. Ich vermisse so sehr heute noch, dass man mich damals nicht einfach zu ihm noch einmal ins Bett und mit ihm kuscheln ließ – und ich mich selbst in meinem eigenen Raum der Zeit an seinen Zustand gewöhnen durfte. Dieser Schmerz, wie man mich aus dem Zimmer führte und ich fühlte, dass ist schrecklich was da passiert – diesen Umstand „jemanden ein letztes Mal zu sehen”, den kannte ich damals noch nicht, dennoch fühlte ihn ganz deutlich. Immer ist das Gefühl geblieben, ich hätte ihm noch viel geben können von meiner Liebe, wenn man mich bei ihm gelassen hätte. Und ich habe meinen Opi wahnsinnig geliebt und verehrt. Das nagt noch heute!• Als der Anruf kam, der meine Mutter über den Suizid meiner Oma informierte und sie am Telefon zusammenbrach, war ich anwesend. Ihren Schrei werde ich nie vergessen – aber dass ich dieses Geschehen genauso nah wie meiner Mutter erlebte und im Grunde verstehen konnte, was mit ihr in der Folge passierte, das hat mich dieses Tod weit weniger traumatisiert erleben lassen – als er es hätte unter den beso[...]



Schnäppchen

2017-10-20T14:22:20.888+02:00

Gestern in der Maßnahme, die ich hinsichtlich des Planes für Glück und Lebensfreude heimsuche: Flohmarkt. Das ist ganz nett, es passiert im geschützten Raum (emotional und bautechnisch gesehen). Es gibt Waffeln aufs Haus für Teilnehmer und Besucher. Man lernt andere Teilnehmer noch mal ganz anders kennen. Und man erlebt die Freude, der anderen, die gut verkauft haben oder gut eingekauft haben.

Ich war mir für meinen Teil nicht sicher, ob ich es schaffe daran teilzunehmen und sagte frühzeitig ab. Prima Idee, den unter dem dadurch weggefallenen Druck habe ich es doch geschafft, kurzfristig im Keller und Buchregal zu einigen Dingen und Bücher „Tschüss!” zu sagen und mich dem Vergnügen zu stellen. (Es ist Marotte dieser Krankheit, sich gerne auch mal den Dingen nicht stellen zu können, die man sehr gerne tut.)

Ich schwor mir nur zu verkaufen, nichts zu kaufen. Ich wollte los lassen, Raum schaffen – für erst einmal nichts Neues. (Man lässst nicht leicht und gut los, wenn man weiß, es wird kaum noch nachwachsen können. Diese Dinge machen etwas mit einem auf so vielfältiger Ebene, das kann man sich gar nicht vorstellen – erlebt man es nicht selbst.) Entschlacken. Das war meine Devise. Schlussendlich habe ich für 20,— Euro Dinge verkaufen können, Küchen-Equipment geht in diesen Kreisen offensichtlich nicht so gut. Und für 25,— Euro eingekauft. Äh ja, super erfolgreicher Beschluss so für sich gesehen. Aber: keinen Tinneff.

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Einen Flachbildfernseher, der mich, wenn's funktioniert (ich muss erst ein HDMI-Kabel organisieren) mich vom großen klobigen Röhrenfernseher im Wohnzimmer erlösen könnte – der mir viel zu schwer wirkt im Raum - für einen Freundschaftspreis von 15 Euro. Diese Flachbildfernseher sind ziemlich praktisch. Man kann sie nach Hause tragen, also wenn sie nicht zu groß sind. Wenn ich alleine nur darüber nachdenke, ich muss den Röhren-Screen runter tragen … ach ach.

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Und einen großen BREE Rucksack aus der ersten Punch-Serie. Schwarz, so wie ich es mag. Im Grunde die Taschenserie von vor 20 Jahren bei der ich hängen geblieben bin – in allen möglichen Varianten. Ich habe zwei Handtaschen in unterschiedlichen Formaten – und ich finde es gibt nichts Praktischeres – wenngleich heutige Smartphones an die ehemaligen Handytaschen anders Formatanforderungen stellen. Und ich besitze zwei der kleinen Rücksäcke in schwarz und rot, die im Sommer am Rücken nicht sooo viel Freude bereiten (im Winter hingegen den Rücken gut warm halten), man schwitzt halt. Die alte Punch-Serie wird, wenn die Sachen gut erhalten sind, immer noch zu astronomischen Preise im SecondHand-Markt gehandelt. Begegnen sich Besitzer der alten Serie im öffentlichen Raum nickt man sich zu und versteht sich wortlos. Ich habe gestern für den Rucksack nur zehn Euro bezahlen müssen, was ein Ultraultraultraschnäppchen ist, denn der Rucksack ist in einem hervorragenden Zustand. Es gab noch einen in dem schönen Graublau. Ich war so vernünftig, finde ich.

Soviel zu den Vorsätzen. Den sogenannten. Erwähnte ich übrigens, dass beide Katzen extrem gerne auf den Rückseiten meiner Rücksäcke liegen?



Herbstfreuden

2017-10-12T21:30:48.988+02:00

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Mützen-Marc aka Marc Kromer, bloggender Bäckergott mit Designambitionen hat gerade was mit Äpfeln am Laufen. Und ein kleines Preisausschreiben am Start, das heute 23:59 Uhr enden wird. Die Teilnahmebedingungen sind nicht soooo dramatisch. Und weil Marc so freundlich jedem Teilnehmer „viel Glück!” wünscht, schlage ich vor, ihr bringt ihn heute noch etwas zum Schwitzen.

Mein Apfel-Rezeptvorschlag „Ein Rote Beete-Apfel-Carpaccio (am Besten mit Boskop) und dazu eine deftig-elegante Zwiebel-Apfel-Vinaigrette mit ‘nem Hauch Tonka-Bohne.”, ein gelungener Rote Beete-Einkauf am Samstag auf dem Markt und ebensolchen Birnenzuwachs gestern auf dem Markt (es gibt zur Zeit wieder die wundervolle rotbackige Forelle) ließen mich zu diesem herbstlichen Teller relativ nah am Rezeptvorschlag und trotzdem weit vorbei zubereiten.

Es gab also ein Rote Beete-Birnen-Carpaccio (am Besten aus der Birne Forelle) und dazu eine deftig-elegante Zwiebel-Honig-Senf-Vinaigrette mit Ziegenkäsekrümel, Walnussschnipsel und kross gebackenem Speck zweiter Arten (fetten und durchwachsenen Speck). Alles im Kreis geschichtet und angerichtet und mit der Vinaigrette beträufelt – mit etwas schwarzem Pfeffer beglückt.

Wie ein glücklich machender Spaziergang im roten Wald mit Pilzduft, Moos, der einem zu den Füßen liegt und fliegenden Kastanien auf dem Kopf!

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Die herrliche frisch geerntete, so knackige Rote Beete wurde ungeschält in Backpapier eingepackt und im Bräter bei 180 Grad ca. 30 Minuten gar jedoch nicht zu weich gebacken. Die Backdauer hängt natürlich von der Größe der Beeten ab. Sie durften abkühlen.

Die Beeten wurden dann geschält und mit den Birnen (mit Schale!) in dünne Scheiben gehobelt und auf den Teller gelegt, so dann folgten der Ziegenkäse und die klein gehackten Walnüsse. Der Speck in der Pfanne wurde ausgelassen, zuerst der fette, damit er schön knusprig werden konnte, dann erst der durchwachsene.

Für die Vinaigrette wurden Zwiebeln in etwas Butter glasig gedünstet mit etwas Weißwein und Brühe abgelöscht, mit Senf und Honig abgeschmeckt und eingekocht. Nur ein Hauch Salz, etwas mehr Pfeffer und über das Carpaccio träufeln.

Herbst!



Weihnachtsgeschenketipp 2017 Nr. 1: Victorinox Messerschärfer to go!

2017-10-11T13:17:47.772+02:00

Seit ich in diesem Ostteil dieser Stadt wohne, habe ich die Märkte im Westteil etwas vernachlässigt. Daran gibt es nichts zu leugnen. Im Sommer war ich mit der weltbesten Freundin und dem Hund mal wieder auf dem Winterfeldtmarkt am Winterfeldtplatz (U-Bahnhof Nollendorfplatz, Schöneberg). Sie freute sich auf einen Honigverkäufer, der gar nicht da war. Und ich war einfach nur gucken, riechen, schmecken. Im Vergleich zu früheren Zeiten, also vor Mauerfall, empfand ich den Markt vom Besucherstrom her – nennen wir es – ausgedünnt. Natürlich waren auch übliche Sommerlücken bei den Ständen zu beobachten. Ich hatte ein Brötchen mit 'nem Matjes und wir kauften und kauften.Stunden später – es ist nicht nur das eigene über den Markt schlendern, da ist ja noch der Hund, den 70 Prozent aller Marktbesucher anhimmeln, begucken und um Rassenbestimmung erfragen, als uns dann auch ihre eigenen Hundegeschichten erzählen, Sherlock ist das Protomodell eines Kommunikationmultiplikators – kamen wir auf dem Rückweg am Messerstand vorbei und ließen uns von dem Messerverkäufer Geschichten in den Bauch erzählen und uns von ihm (von seiner Frau) Minzstengel schenken.Wir lernten, dass mein Opinel-Klappmesser noch das richtige Opinel-Klappmesser sei, weil's nämlich rostet. Denn Messer die rosten, die bleiben immmer scharf. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt. Aber dieser Mann – und er scheint mir da ganz gut Ahnung haben – schwört auf rostende Messer. Wobei es weniger darum geht, dass die Messer wirklich rosten sollen. Das natürlich nicht bei guter Pflege. Aber an sich sollte man die Rostkompetenz durchaus als Qualitätsmerkmal erachten, gab er uns auf dem Weg in die allumfassende Messerweisheit mit. So oder so: der Mann ist toll, man kann ihm Löcher in den Bauch fragen. Ein echtes Verkaufstalent. Dann lag da auf seinem Tisch auf dem neben vielen schönen Messern auch diverse medizinische Instrumente dem Platzregen trotzten, ein kurzes schwarzes Ding. So eines:Wollte ich natürlich wissen, was die Schweizer da für uns gebastelt haben und es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um einen Miniatur-Wetzstahl handelte. Einen Messerschärfer to go! Einer für die Hemdtasche. Oder Damenhandtasche. Er erklärte uns das Ding. Wir fanden das lustig und jeder von uns gönnte sich einen. 10,— Euro. Schnäppchen – alleine nur für den Spaß.Bei nächsten Treffen die zögerliche Nachfrage von der weltbesten Freundin, ob ich den Wetzstahl schon einmal ausprobiert hätte, was ich bejahte – und schwups waren wir mittendrinnen in unseren Lobgesängen: Wie praktisch das Ding sei, wie dermaßen scharf die Messer damit würden. Mit welcher Begeisterung sie gleich alle ihre Messer durch geschliffen hätte und wie schön meine Messer jetzt durch die Tomaten sausen würden – und wie viele wir davon noch nachkaufen müssten und sie XYZ schenken müssten. Wie toll. Wie praktisch. Wie großartig!Schlussendlich ist ein Wetzstahl ein Wetzstahl. Aber dieser hier macht wirklich Spaß. Für den Rauhschliff steckt man den Schleifstein umgekehrt an die Hülle, so dass er sich von ca. 12 auf 23 Zentimeter verlängert und zieht das Messer mit der Klingeim flachen Winkel am Schleifstein entlang. Für den Feinschliff wird die Klinge oben am Keramikplättchen entlang gezogen. In der Rille mitten im Schleifstein kann man zusätzlich prima Scheren schärfen. Der Dual-Messerschärfer wiegt 40 Gramm.Sehr sicher werden professionelle Küche über dieses Miniatur-Gadget lachen – oder vielleicht doch über die Qualität der Schärfe der Messer staunen. Vor allem aber wer zum Beispiel gerne in Ferienwohnungen Urlaub, auf dem Hausboot, im Campingmobil macht, im Gartenhäuschen lebt und daher weiß, was es heißt, sich dort mit günstigen und meist kaum zu nutzenden unscharfen Messern in deren Küchen abzuplagen, der hat mit diesem Bonsai-Wetzstahl den perfekten Ferienbegleiter. Und Ihr jetzt für solche Leute das perfekte Weihnachtsgeschenk.Auf dem Winterfeld Markt [...]



Lese- (und Guck-)empfehlung

2017-10-10T21:19:06.524+02:00

Thomas Knüwer lässt sich von Diekmanns Beleidigung „Idiot” zu einem ganz herausragenden Text über den aktuellen deutschen Journalismus inspirieren. Der Text ist lang, ich empfehle ihn herzlich ihn zu lesen. Er verdeutlicht wie der deutsche Journalismus (so wie die deutsche Politik) immer noch glaubt, sich der zeitgemäßen Entwicklung durch bockiges Aussitzen und Abwesenheit von Flexibilität verweigern zu können. Und was die daraus resultierenden Schwäche im Informationsgeschäft mit uns Lesern macht. „Lass uns die Medien re-disruperien.”Aus zweifachem Grund möchte ich die gestrige Sendung „Kulturzeit” auf 3sat empfehlen sich anzusehen. Zum einen, weil sie einen spannenden Beitrag über den jungen Buchautoren Rutger Bregman und seinem Werk „Utopien für Realisten” enthält. „Das Anti-Utopische unserer Zeit bedeutet einen kompletten Sinn- und Bedeutungsverlust." Bregman sagt in der kurzen Zeit dieses Interviews sehr spannende Dinge – und macht auf alle Fälle Lust darauf sein Buch zu lesen! (Hier noch eine Rezension vom Deutschlandfunk Kultur zum Buch.)Später in der Sendung folgt ein Beitrag zum Friedrichstadtpalast im Gespräch mit Berndt Schmidt, dem Intendanten des Hauses. Schmidt schrieb nach dem Wahlergebnis der Wahlen zum Deutschen Bundestages seinen Mitarbeitern, in dem Haus arbeiten zur Zeit Menschen aus 25 unterschiedlichen Nationen, einen Brief in dem er deutlich machte, sich vor sie und gegen die AfD zu stellen. „Meine Intendanz steht für Toleranz, Vielfalt und Demokratie.” Medien machten teilweise Schlagzeilen daraus, die so von Schmidt gar nicht formuliert wurden. Aber nun … die Geschichte geht noch weiter:In Reaktion auf seine Mail hagelte es gegen ihn Schimpfmails und mehrfache Morddrohungen, die am Samstag in einer Bombendrohung ihren bisherigen Höhepunkt fanden – und man kann davon ausgehen, dass diese Reaktionen wohl eher von AfD-nahe stehenden Personen formuliert worden sind.Im Vorfeld der Nachmittagsveranstaltung vom vergangenen Samstag hatte der Pressesprecher der AfD, Ronald Gläser, FreikKarten für die Show erworben und diese vor dem Palast in einer hoch peinlichen Inszenierung als Freikarten an AfD-Mitglieder bzw. -Wähler verteilt. Er rechnete dabei natürlich mit einem Verweis dieser Leute des Hauses und hoffte so auf eine Show in der sich die AfD wieder einmal mehr als armes Opfer präsentieren wollte.Berndt Schmidt ließ es sich jedoch nicht nehmen, Gläser im Haus per Handschlag zu begrüßen und hielt dann im Vorfeld der Show eine deutliche Ansprache an das gesamte Publikum und hoffte sinngemäß, dass die nun anwesenden Wähler der AfD hoffentlich nicht allzu verunsichert wären, wenn sie denn nun auf der Bühne so vielen Menschen zugucken müssten, die aus so vielen unterschiedlichen Nationen stammen würden. Das restliche Publikum soll an den richtigen Stellen geklatscht haben.Ein anonymer Anrufer drohte später am Abend dann mit der Zündung einer Bombe im Haus. Das Haus wurde zuerst geräumt, konnte nach kurzer Zeit von der Polizei zur Abendvorstellung freigegeben werden. Mit allen unschönen Konsequenzen für das Publikum und die Künstler und Mitarbeiter im Haus. (Eine Freundin von mir arbeitete dort Samstag Abend und musste diesen sehr unschönen Abend mit ihren Kollegen und Kolleginnen aushalten.)Ronald Gläser hatte übrigens laut Medienberichten nicht ausreichend Eier der Show selbst beizuwohnen. Der AfD-Abgeordnete Dieter Neuendorf forderte in der Konsequenz gestern im Kulturausschuss dem Friedrichstadtpalast 12 (!) Prozent der Zuschüsse für die nächsten zwei Jahre zu kürzen.Darüber berichtet der oben verlinkte Kulturzeit-Beitrag. Wir leben also im Jahr 2017 wieder in Zeiten in der sich verantwortungsvolle Arbeitgeber um das Wohl von Mitarbeitern, die womöglich nicht ganz dem deutschen Reinheitsgebot der ganz rechts stehenden AfD-Anhängern entsprechen, sorgen. Die Traurigkeit, die ich empfinde, kann ich nicht beschreiben.[...]



Bettflucht

2017-10-10T10:50:41.641+02:00

Lag heute früh im Bett. Mit einer Tally.

Und einer Boulette*.


*Ich war es ganz sicher nicht!



Der Sherlock …

2017-10-07T20:43:14.081+02:00

hatte mich heute vor der Tür abgeholt. Er, sein Frauchen und ich hatten heute einen Markttag. Da kam ich aus der Haustür, der Hund freute sich sichtlich mich zu sehen und sein Rudel wieder komplettiert zu haben und setzte sich dann vor die Tür. Sehr brav, den Balkon anhimmelnd, von dem er weiß, dass dieser von mindestens einer Shiina bewohnt wird. Vor dieser Haustür, durch die er gehen wollte, saß er nun, um seine kleine graue Freundin zu besuchen.

Das war ein bisschen sehr herzerweichend niedlich bis kaum zu ertragen. Nach dem Markt mussten wir dann gemeinsam hoch gehen. Shiina thronte entspannt auf dem Sofa – und sie küssten sich vergnügt. Es ist Liebe.

Als Sherlock viel zu schnell wieder gegangen war, biss sie mir leidenschaftlich in die Hände.

Es ist Liebe. Und wilde Leidenschaft.



52

2017-10-04T08:17:28.799+02:00

Das war irgendwie ein schwieriges Jahr. Also an sich war es ein gutes Jahr, keine wirklichen Katastrophen. Ein bisschen das Gefühl gesundheitlich mich etwas wieder frei zu arbeiten, es tut sich viel – wenngleich das auch bewirkt, dass die von mir sogenannten „Downtimes” schwieriger wirken: die Falllänge wird halt länger, wenn man von weiter oben fällt.Aber der Grundoptimist sieht darin auch das Gute, das darin zu sehen ist.Und trotzdem war es das Jahr in dem mir erstmals deutlich wurde also eben nicht nur im Wissen darum, sondern im Begreifen der tieferen existentiellen Bedeutung: dieses Leben ist endlich. Und es gibt nun Dinge in diesem meinem Leben, die, da ich sie bisher nicht getan habe, nun auch nicht mehr tun werde können. So einfach ist das, so sehr wälzt es vieles um. Und es geht da gar nicht um ein Bedauern, nein, die Entscheidungen sind sehr bewusst getroffen worden. Es geht einzig darum, die Konsequenzen daraus mit mehr Deutlichkeit zu sehen und zu erleben. Zu erleben, die Weichen sind gestellt worden und diese sind nun nicht mehr anderweitig zu stellen: denn dieser Zug ist längst weiter gefahren – und so sehr viele selbst neu zu stellende Weichen, die werden nun nicht mehr kommen. Auch Bahnhöfe werden auf der künftigen Strecke seltener werden, sie wirken zunehmend weniger abwechslungsreich. Das ist so.Es schleicht sich zunehmend ein Gefühl ein, selbst wenn Du diese Weichen komplett anders stellst und Du Deinen Zug des Lebens nun noch in völlig andere Bahnen lenken wirst (oder es auch nur möchtest) – da ist eine Gesellschaft, die Dir zunehmend aufgrund Deines Alters immer weniger zutrauen will und wird. Es wird schwieriger werden, Prellböcke säumen den Weg. Rauben Energie, kratzen am Optimismus.Ich habe erstmals im Leben erleben müssen, dass Blutuntersuchungen mal nicht ohne Befund waren. Alles insgesamt nicht tragisch. Aber es macht sich nun am eigenen Selbst die Erkenntnis breit, künftig wird man auf Dinge mehr achten müssen. Man muss mehr um sich sorgen, muss sich mehr versagen, muss die Dinge klüger, wie ein Erwachsener angehen. Und genau das macht's mir gerade nicht so einfach, weil ich seit anderthalb Jahren immer wieder wechselnd Schmerzen in den Gelenken habe, die an vielem hindern: Rad fahren, laufen: Sport machen. Andererseits ist Sport machen essentiell für mich, insbesondere um Schmerzen zu entgehen. Da ist gerade so ein Kreislauf, den zu erleben mir keine Freude bereitet und einen gewissen Prozess des Verfalles allzu verdeutlicht. Oder auch: man kann sich noch zu gut gehalten haben, es kommt die Zeit, da geht man mehr rückwärts als vorwärts den eigenen Körper anbelangend. I am so fucking not amused!Die Schmerzen scheinen sich als meine Nebenwirkung einer Menopause zu etablieren, so mehren sich die Zeichen. Keine Unruhen, Hitzewallungen (bis jetzt), dafür Schmerzen. Ich habe keine Ahnung, ob der Tausch so super ist. Es gibt so eine Vorahnung, dass man nun mit seinem Leben in den Herbst steuert – auf gerader Strecke direkt hinein. Und das dumme Gefühl noch immer nicht genügend Holz für den kommenden Winter gesammelt zu haben. Trotzdem tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich mein Leben bisher weitestgehend ohne Schmerzen erleben durfte. Das ist ein Glück, das nicht alle Menschen auf dieser Welt haben, ich weiß das wirklich sehr zu schätzen!So ist die Grundstimmung. Sonst war es ein wirkliches schönes Jahr, wundervolle Menschen sind in mein Leben gezogen, die ständig schöne helle leuchtende Lichter anzünden und den ollen Bestand der anderen wundervollen Menschen, die schon in meinem Leben waren, komplettieren. Wunderschöne Reisen, Ausflüge, Erlebnisse! Gute und nicht so gute, deren Schönheit aber darin liegt, dass z. B. Unfälle gut ausgegangen sind – was sie nicht hätten müssen.Dass Stand heute immer noch beide Katzen am Leben sind und im Rahmen ihres Alters mopsf[...]



14 Jahre alt wäre sie heute geworden …

2017-10-01T21:00:13.941+02:00

… am 30.10.2017 wird sie nun schon seit zweit Jahren schmerzlich vermisst. Meine kleine Nishia.

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Was mich dann doch irgendwie beruhigt …

2017-10-01T10:34:37.075+02:00

… nun werde ich 52 Jahre alt. Aber ich kaufe immer noch eine einzelne rote Beete nur deswegen, weil sie sich so charmant in mein Herz lacht!

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(Aus der Reihe: Spaß haben!)



Meine Musikliste zur Beerdigung

2017-10-01T22:06:50.334+02:00

Man muss ja vorsorgen. Auf unterschiedlichen Ebenen. Und wenn man es auf der einen Ebene nicht so gut tun kann, sollte man es auf der anderen wenigstens tun. Zur Zeit bin ich an der Liste „Lieder für meine Beerdigung” dran. Also Status 2017. Man weiß ja nicht, was da noch kommt. Aber realistisch betrachtet sind in den letzten Jahren nur sehr wenige Lieder auf den Markt gekommen, die mich wirklich überzeugt haben. So wie zum Beispiel: … nein, mir fällt keines ein. Nun denn, die bevorstehende Älterwerdung wirft mentale Schatten auf notwendige Auseinandersetzung und so überlege ich schon seit einiger Zeit hin und her, her und hin. Zeit das Dilemma vorab zu skripten:Also auf alle Fälle sollte Elvis „Suspicious Minds” gespielt werden. Ich mag das Lied, mochte es schon immer – es zieht nicht so runter wie „Ghetto”, definitiv sein Song! Meine Eltern waren Rock 'n Roller, Elvis war ihr Held, er begleitete mich ihrerseits in meiner Kindheit sehr. „Suspicious Minds” haben Freunde auch auf der Abschiedsfeier meiner Mum gespielt, das war mir wichtig – und so schließe sich der familiäre Kreis bei meinem Abschied. Das wäre mir sehr wichtig.Schwieriger ist's bei Abba. Ich bin Generation Abba. Ich liebe Abba heute immer noch, auch wenn sich mein Musikgeschmack sicherlich in andere Richtungen entwickelt hat, also mehr vom Pop weg. Aber die Lieder von Abba sind meine Lieder. Abba haben im Laufe ihres Bestehens acht Studioalben veröffentlicht. Acht Mal (im Schnitt) 16 Songs, die allesamt hörbar (naja, bis auf ganz wenige Ausnahmen) sind. Mein liebstes Lied war und ist „Fernando” – das war er damals, weil es die erste Single war auf der endlich einmal Anni-frid eine Single singen durfte, die ich immer souveräner fand als Agnetha (und übrigens auch ihre Stimme spektakulärer). Aber es ist einfach ein wunderschöner Song, der immer passt – denn es ist leider immer überall Krieg auf dieser Welt. „My Move My Life” wäre dann aber doch der noch bessere ruhige Beerdigungssong von denen.Nun will ich aber auf meiner Beerdigung gar nicht so sehr traurige Lieder spielen lassen. Das Bild von Leuten in der Kapelle oder im Kreamatorium oder wie das auch immer bis dahin gestaltet würde, die tanzen und mitsingen, das fänd' ich einhundertmillionen Mal schöner als wenn alle Buddies in Gedanken versunken da vor sich hin sitzen. Und frieren. In diesen Räumlichkeiten ist es ja immer kalt, ein bisschen Bewegung schadet da nicht. Für diesen Plan sind Songs wie „Suspicious Minds” nicht so optimal, „Fernando” mal so richtig suboptimal. Und … naja … „Dancing Queen” geht nicht. Fand ich immer überhypt, netter Song aber ist ja schon von einer Hochzeit besetzt. „So Long” ist ein großartiger Uptempo-Song. Aber dann doch nicht mein Abba-Song.Und schon schlägt die angeborene Unentschiedenheit meines Sternzeichnes Waage in voller Länge zu. Würde es nach mir gehen, könnte man auch alle Studioalben von denen komplett durchspielen. Der Stimmung wegen. Aber das wäre dann wohl die längste Trauerfeier auf dem hiesigen Breitengrad. Andererseits: eine Beerdigungsgesellschaft mit Perücke, in Schlaghosen oder Minirock mit viel Glitzer und Plateaustiefeln? Beerdigungshappening als Abba-Party? Der dritte Song darf etwas sein von entweder Depeche Mode oder The Young Gods, Placebo oder Tool. Oder Wolfsheim, ich liebe die Stimme von Peter Heppner. Mein Lieblingssong ist durchaus „This Time” – aber der Song ist ja nun von vorne bis hinten Tod und Abschied und so dermaßen nicht tanzbar. Schwierig. (Aber ein tolles Lied!) Lustig wäre ja, stellen wir uns vor, mein Tod würde durch simples Ersaufen konsequent durchgesetzt werden – dann könnte man „Die Flut” spielen, dann hätte ich Heppner und Joachim Witt dabei (ich liebte au[...]



I like!

2017-09-27T21:43:21.380+02:00

Was ich in diesen … äh … merkwürdigen politischen Tagen wirklich sehr sehr cool finde, ist, dass die Republikaner selbst gegen „ihren” Präsidenten so ausdrücklich den Ungehorsam ausgerufen haben, dass der nun wirklich den – von ihm so heiß herbeigesehnten – Tod von Obamacare ad acta legen muss.

Doch ja, das macht mich froh!

Und dieser Text vom Frédéric Valin, der war heute sehr lustig: Es kann weitergehen.



72 hrs True Italian Food

2017-09-26T17:16:05.460+02:00

Das war gestern ein wirklich schöner Abend in der italienischen Botschaft. Für mich war es besonders dieses Haus zu betreten, ich war ein bisschen aufgeregt. Das Haus ist genauso groß wie in meiner Erinnerung. Also nichts mit kindlicher Größenverschiebung aber ich meine, dass früher das Foyer mit den Treppen zum Aufgang offener war als heute in der Gestaltung nach dem Umbau. Da wo es früher pompös und frei war, ist heute eine Decke gezogen. Es kann aber durchaus sein, dass die Decke in den 70igern aus ganz anderen Gründen verlustig gegangen war.72 hrs True Italian Food ist eine noch junge Tradition in Berlin. Es geht darum uns Bewohnern der Stadt die echte, traditionelle italienische Küche nahezubringen. Also keine Pizza von der man weiß, dass so wie sie hier serviert wird, sie nichts gemein hat mit ihrem Original aus dem Süden, schon weil die Käseauswahl nicht stimmt. Nix Spaghetti alla Carbonara mit Sahne. Vom 28. September bis zum 1. Oktober 2017 kann man an vier Tagen oder wie wir es nennen „the longest happy hour” an 52 Plätzen (also italienischen Shops, Bars, Eisbars, Restaurants) ganz originäre italienische Küchenkost probieren. Und an Pasta-Workshops teilnehmen. Einfach nach der True Italian Food-Spezialität fragen und man erhält, je nach Angebot, typische italienische Antipasti, Pasta, Pizza und Dolce für nur 7,– Euro inklusive einem Getränk (Wein, Bier oder alkoholfreies Getränk, bei den Dessertanbietern Caffè). So kann man sich günstig und facettenreich durch die italienische Küche dieser Stadt futtern!Und hier der exklusive Tourenplan!Gestern fand in der italienischen Botschaft der Presseempfang zum Event statt und wir wurden nach Begrüßung durch die Organisatoren und dem italienischen Botschafter von teilnehmenden Restaurants, Weinproduzenten und Distributoren italienischer Produkte zum ausgiebigen Kosten und Genießen eingeladen.In - immer charmanter Bloggerunde – repräsentiert durch Maike, Meike und Eva hatten wir viel Freude an den wirklich guten Köstlichkeiten aus allen Regionen Italiens. Wundervolle Weine wurden kredenzt, Spumante (über Spumante werde ich die nächsten Tage noch mal bloggen müssen, aus ehrfürchtigen Gründen), Gin (!), feinste Finocchiona Sbriciolona (Fenchelsalami), Prosciutto in unterschiedlichsten Variationen, Capocollo, Pilzpasten auf feinstem italienischen Weißbrot, Profiteroles, Pistazienkuchen, Olivenöle, Balsamico – soweit ich es überblickt habe alles in Bio-Qualität. Und natürlich Caffè von Segafredo. Es war ein einziges Fest. Und alle diese Menschen lieben so sehr, was ihnen ihr Land an Köstlichkeiten schenkt – und genau diese Liebe vermitteln sie und die Freude über das einfache wundervolle Essen sprang auf uns alle über und so wurde das ein wirklich fröhlicher, schöner und gelungener Abend für uns alle!Um nur eine kleine Auswahl zu kredenzen:Dark choco creme, Pistaziencreme und Pistazienkuchen (und Pistazienschokolade!!!) von Duo Icecream, der Eisladen in der Skalitzer Straße 77. Diese wundervollen Cremes kann man online in deren Shop kaufen! Die dark choco creme übertrifft alles! Die Mutter aller italienischen Restaurants in Berlin, die Trattoria a' Muntagnola (Fuggerstraße 27, Wittenbergplatz), die es schon lange lange vor dem Mauerfall hier in der Stadt gab und sehr ursprüngliche Küche der Basilikata serivert – im Foto vorne übrigens die Nonna Angela! – offeriert apulisches Brot, Frisella mit Burrata. Gestern servierten sie uns aromatische Kräuter- und Pilzsugo auf Brot!ErsteSahne OTIVM (Kienitzer Straße 116) servierten uns einfache aber so leckere „Krümelkekse” und Profiterole. Die schwer zu essen waren auf der Hand mit Wein in der anderen aber so extrem lecker, weil die Leute [...]



Gute deutsche Geschichte

2017-09-25T10:47:26.596+02:00

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Deutsche Geschichte: ich, die ich seit meinem sechsten Lebensjahr auf dem Ehrenhof der Gedenkstätte des Widerstands vom 20. Juli 1944 im Bendlerblock aufwuchs, bin damals mit meinem Bruder und unseren Freunden auf dem Gelände in den leer stehenden Botschaftsgebäuden in der Tiergartenstraße und den beiden Bunkern auf dem Gelände spielen gewesen. In der italienischen Botschaft fanden wir noch Soldatenhelme und eine leere Geldkassette.

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Dort zu wohnen, das war einerseits wie abgehängt sein – danach folgten auf Westseite geographisch nur noch Tiergarten und eine Brache namens Potsdamer Platz, Niemandsland – die kulturellen Monumente wie Philharmonie, Neue Nationalgalerie und Staatsbibliothek folgten erst mit den Jahren. Andererseits war es ein einziger riesiger Abenteuerspielplatz dort aufzuwachsen. Die zunehmend verfallenden Gebäude der Botschaften wurden dann irgendwann aus Sicherheitsgründen zugenagelt und gesichert.

Heute darf ich in dieser wieder zum Leben erweckten italienischen Botschaft zur Auftaktveranstaltung von „72 hrs True Italian Food” italienisch speisen und trinken – und in Erinnerungen schwelgen.

Was ich nicht tun könnte, hätten wir nicht diese Wiedervereinigung geschafft und wären in der Folge die alten Botschaften, wundervolle Gebäude, nicht an dieser Stelle reaktiviert worden. Und dafür bin ich, gerade auch in diesen besonderen politischen Tagen, immer noch so sehr dankbar!



Schlaflos

2017-09-20T09:15:43.520+02:00

Schlafen ist gerade nicht so mein Ding. Schmerzen verhindern zur Zeit das Einschlafen und Sorgen werfen mich regelmäßig morgens um vier Uhr mit einem Schreck aus der Entspannungsphase. Aber ich will nicht klagen, geht ja vielen Menschen ähnlich.

Heute war ich also wieder um vier Uhr wach und bin dann irgendwann anscheinend doch wieder eingeschlafen als im Traum das Telefon klingelte. Ich war in einem Büroumfeld, viele Räume und Etagen und alle suchten wir dieses Telefon, das diesen penentranten Klingelton hatte, der einfach nicht aufhören wollte.

Als uns dann klar war, dass wir wirklich jede verdammte klingende Möglichkeit abgehakt hatten in diesem großen Haus, das Telefon immer noch klingelte, bin ich dann doch aus dem Bett gestiegen und habe dem Smartphone um sechs Uhr und sieben Minuten in der Küche lärmend den Ton verboten.

Sieben Minuten Stress im Traum. Genau das, was man braucht.



Geburtstagswunsch

2017-09-19T18:51:00.771+02:00

Kleines Update: Offensichtlich habe ich den Service von wunschzettel.de falsch verstanden, denn ich hielt das Unternehmen für einen Zwischenhändler. Was es nicht ist. Es ist lediglich eine Möglichkeit einen Klick zu setzen, der die Absicht erklärt – und mehr passiert nicht. Daher habe ich mir erlaubt rechts bzw. unten im Text einen Direktlink auf das Unternehmen zu setzen.Ich habe in den letzten zehn Jahren, die ich dieses Blog führe, zum Thema Geschirrwäsche eine Wandlung genommen. Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen einen Geschirrspüler haben zu wollen, zu besitzen, geschweige denn zu benutzen, hatte ich doch diese (wie ich finde sympathische) Messieeigenschaft Geschirrspülmittel zu sammeln. Und überhaupt, verbrennt selber Geschirr spülen einige Kalorien.Dann zog in diese Miniaturküche dieser Q3A-Wohnung zum nur einem Spülbecken ein Geschirrspüler ein – im Austausch gegen ein paar Umzugkartons. Den ich erstaunlich schnell verstand und lieb gewann. Gebraucht, ein sogenanntes Ur-Modell, sehr analog, sehr einfach für mich zu benutzen. Erstaunlicherweise gewöhnte ich mich sehr schnell, hinsichtlich meiner Flexibilitätsinkompetenz sogar erstaunlich schnell an diesen viel Strom, viel Wasser (für heutige Verhältnisse) und sehr lauten Küchenhelfer. Wenn dessen Schalter auf „fertig” sprang, haben wir hier alle in der Wohnung stramm gestanden. Es ist natürlich bequem nicht selbst abwaschen zu müssen. Vor allem aber ist es in dieser kleinen Küche einfach eine riesengroße Hilfe, kann man Dinge dorthin schnell verschwinden lassen – will man mehr als nur ein Ei kochen. Und – auch der Größe der Küche geschuldet – kann man schnell Dinge dort wieder reinigen lassen, die beim Gebrauch des Herdes eben doch schnell, wie heißt das Wort, zuwrasen? Die kleine Dunstabzugshaube gibt sich ihre Mühe aber … naja … Nun hat sich das lieb gewonnene Gerät schon nach einiger Zeit der aufzeigenden Schwächen seit Januar diesen Jahres in den mechanischen Exitus verabschiedet. Und selbst wenn dieser Zustand die perfekte Hilfe für das perfekte Ei ist und ich komme langsam schlecht drauf, weil mich das Gefühl plagt, meine Küche verdreckt. (Es ist ja Bestandteil der Erkrankung nie etwas gut genug tun zu können, das macht auch vor dem Gefühl „nicht sauber/perfekt genug abwaschen zu können” nicht halt und ein übrig gebliebener Streifen in der Tasse kann da dummerweise schon mal die Tagesform prima in die unwillkommene Selbstkrise versenden.) Zumal die Holzplatte der Küche auch nicht wirklich für zu viel Wasserkontakt rund um das Becken ausgelegt ist - ist doch für mit Geschirrspüler konstruiert. Ich habe im Moment das Gefühl, ich verhunze mir die Küche und das drückt mir ungemein auf das Gemüt und belastet, wenn ich ehrlich bin. Trotz aller mir selbst gegenüber getroffenen logischen Gegenargumente.Ich finde es selbst bekloppt und eines erwachsenen Menschen nicht würdig, was aber lediglich die nächste Selbsthassspirale in Gang setzt. Nicht schön dieser Kreislauf. Natürlich spare ich seit Januar mit recht übersichtlichem Erfolg für ein neues bzw. Ersatzgerät, gucke mir den hiesigen Gebrauchtmarkt an, der vor allem hinsichtlich der 45er-Modelle erstaunlich neben jeder logischen Preisgestaltung liegt. Kurz, ich komme irgendwie meinem Ziel so noch nicht sehr nahe, das Chi der Küche in fürs Seelenheil geordnete Bahnen zu lenken. Nun naht der alljährliche Jahrestag meiner Älterwerdung am 2.10. und ich habe mir erlaubt, ein Gerät der Hausmarke beim altbekannten Versandhandel mit O beginnend und mit O endet, in die engere Wahl zu nehmen und erlaube mir hier einen Link zur Gut[...]



Happy Birthday kleine Mum!

2017-09-16T15:11:31.858+02:00

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75. Fünfundsiebzig Jahre wäre sie heute geworden, wenn sie noch hier wäre.

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So viel Veränderung, Vermissen in den letzten elf Jahren, die sie nicht mehr am Leben ist. Ich hätte mir keine bessere Mutter wünschen können, eine Mutter die eine Löwin war für ihre Kinder; die so viele Opfer gebracht hatte, um mir meine Wünsche zu erfüllen – trotz immer widriger Umstände. So offen, herzensgut, liebevoll, stark in den wichtigen Moment und doch auch schwach. Die immer Menschen die Hand reichte und ihnen ein Ohr lieh.

Happy Birthday kleine Mum, wo immer Du jetzt auch mit wem bist!

gez. ganz viel Liebe



Shiinchen …

2017-09-15T13:09:26.773+02:00

… sendet viel Liebe, stellvertretend für Tally (die gerade wieder eine „fotografiere mich bloß nicht!-Phase hat) mit natürlich, an den edlen Spender dieses wundervollen Kartons (in richtig: der Kartons!) mit schmackhaftem Inhalt!

Und ich sende ein herzliches Dankeschön!

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AirBerlin

2017-09-13T11:03:46.927+02:00

Aha, jetzt sind also krank geschriebene Piloten der Grund, warum eine insolvente Fluglinie nicht überleben wird.AirBerlin wird so oder so zerschlagen werden. Gerettet werden die wenigsten der Arbeitsplätze, darüber sind sich alle Mitarbeiter dort einig. Die Verwaltungsmitarbeiter sind draußen, viele von denen haben schon im letzten Jahr gekündigt. Nicht wenige von den übrig gebliebenen Mitarbeitern sind übrigens auch krank geschrieben, weil sie seit Monaten für die gegangenen Mitarbeiter mitarbeiten mussten, mittlerweile fertig und ausgelaugt sind. So oder so haben nur die Piloten von AirBerlin eine echte Chance auf eine Weiterbeschäftigung (mit Lohneinbußen) in übernehmenden Betrieben. Die Flugbegleiterinnen – vor allem die älteren Angestellten – müssen sich höchst wahrscheinlich einen ganz anderen Job suchen. Bodenpersonal ist eh längst outgesourct.Und die Verwaltung? Keine der die AirBerlin eventuell übernehmenden Gesellschaften wird sich zwei Verwaltungen leisten. Und das ist allen Mitarbeitern dort klar. Denen ist auch klar, das dieser Millionen-Hokuspokus eine einzige Verarsche ist.Der Millionenkredit sorgt lediglich für etwas Ruhe vor der Wahl. Diese Ruhe stören nun die Piloten. Vermeintlich. Die eben genau nicht nur alleine im großen Stil sich krank schreiben lassen im Unternehmen. Bei AirBerlin ist es gerade mit den Hotlines und mit den CheckIns nicht anders – überall sind dort Mitarbeiter „krank geschrieben” – oder warum glaubt die Öffentlichkeit steht man an AirBerlin-Schaltern auf Flughäfen zur Zeit stundenlang an? Es läge eigentlich in der Verantwortung der hiesigen Journalisten das zu thematisieren. Tut der Journalismus aber nicht.Eine Bekannte von mir – in der Verwaltung tätig – ist auch krank geschrieben seit zwei Wochen. Sie kann nicht mehr. Sie hat bereits seit Monaten für fünf gegangene und nicht mehr ersetzte Mitarbeiter gearbeitet – und sie braucht jetzt ihre Kräfte, um sich ihrem persönlichen künftigen Bewerbungskampf zu stellen. Sie hat jetzt schon Wochen hinter sich in denen sie arbeitete ohne zu wissen, ob sie wirklich am Ende des Monats ein Gehalt erhält. Bei den Leuten liegen die Nerven blank. Etwas mehr Respekt bitte diesen Menschen gegenüber.AirBerlin ist insolvent. Die Schuld darin liegt aber nicht bei den Mitarbeitern. Zu keiner Zeit lag sie da – auch jetzt nicht! Die Schuld liegt im Missmanagement der Geschäftsführung. Die ganz alleine ist an dem heutigen Zustand dieser Fluggesellschaft schuld.Die Schuld tragen nicht die Piloten, die nun in ihrer Verzweiflung auf stille Weise auf diesen unwürdigen Ausverkauf aufmerksam machen. Deren Arbeitsplätze sind eh nicht mehr zu retten. Die Gesellschaft ist nicht mehr zu retten – denn man hat nun seit Jahren schon versucht: AirBerlin irgendwie „zu retten”. Es funktioniert nicht. AirBerlin ist kaputt saniert. Die Gesellschaft wird zerschlagen werden. Auf die Wünsche und Gefühle der (langjährigen) Mitarbeiter wird gepfiffen werden. Jetzt den „gut bezahlten” Piloten als Buhmann hinzustellen – ohne sich auch nur einmal die Mühe zu machen, einen solch krank geschriebenen Piloten zu einer Aussage in der Berichterstattung einfließen zu lassen: das ist der deutsche Journalismus im Wahlkampf. An keiner Stelle habe ich gelesen, dass einem AirBerlin-Mitarbeiter irgendwo eine Stimme gegeben worden ist. Es wird über sie geschrieben aber gefragt werden sie nicht. Verschwiegenheitsklauseln hin oder her. Dieser Journalismus verletzt journalistische Grundsätze und dient der politischen und wirtschaftlichen Lobby[...]



Beerdigung

2017-09-10T12:52:31.094+02:00

Freitag war dann die Beisetzung vom verstorbenen Vater in der Urne. Wieder eine Beerdigung ohne Worte. Dieses Mal war ich darauf vorbereitet und insofern nicht mehr ganz so schockiert, wie ich es sehr war als die 104jährige Mama, Oma und Urgroßmutter beerdigt worden ist. Ein wundervoller Mensch, lebendig und liebevoll bis zum Schluss, drei Generationen – und all die, die diesen Abschied organisiert hatten (andere wurden nicht einbezogen), hatten nicht ein Wort für die Frau übrig. Nur Musik. Hätte nicht eine ihrer „Bibliothekskinder”, Oma arbeitete in Köpenick in einer Bibliothek und der Kontakt zu ihren deutlich jüngeren Kolleginnen hielt bis zum Schluss, wenigstens ein Gedicht von Fontane am Grab aufgesagt … ach nee, nicht schön. Gar nicht schön war das!Und dann hat man die Frau, die Zeit ihres Lebens die Natur und den Wald liebte und sehr gerne in ihrer langjährigen Wohnung in unterster Etage wohnte, weil sie dort fast im Garten wohnte, in so ein Marzahner Plattenbau-Grab gestellt (diese hochwändigen Grabschränke, in denen die Urnen hinter Marmorplatten verschwinden). Für Mutti nur das Beste, wie man es selber meint es so für sich haben zu wollen. Kaum einen Gedanken daran zu verschwenden, was Mutti wirklich für sich gewollt hätte. Schlussendlich ist es so, wenn man nicht vorher klipp und klar abklärt – oder wenigstens im sofortigen Zugriff es aufschreibt – wie man seinen eigenen Abschied sich wünscht oder vorstellt, wird man so begraben werden, wie andere es für sich selbst wünschen. Im Grunde ist jetzt der Vater auch so so beerdigt, wenn auch deutlich schöner als die Oma auf dem gleichen Friedhof, wie sich die Mutter es für sich selbst vorstellen kann. Der neueste Trend: Urnen werden um einen Baum in einer abgesteckten Baumscheibe in Gräber abgedeckt mit runden Metallplatten in einer Art Gemeinschaftsgrab beerdigt. Der Partner kann später dazu gelegt werden. Sehr kleines Grab, dessen Pflege genauso obsolet sein kann, weil der Friedhof eh etwas Grün auf die Scheibe pflanzt, wie man es aber auch pflegen kann – wenn man es wünscht bzw. noch kann. Es sind dann doch erstaunlich viele Menschen zum Abschied nehmen gekommen. Menschen, die zwar im gelebten Alltag der Eltern kaum noch vorkamen – wer mag es ihnen verdenken, besuchen konnte man die Eltern in der Wohnung nicht mehr. Und raus konnten die Eltern nur noch selten. Wenigstens wollte man die Witwe bei diesem schweren Gang unterstützen. Auch die Mutter des Verstorbenen, im neunten Lebensjahrzehnt, familiär unter „die Hexe” laufend, der Bruder – zu denen der Verstorbene keinen Kontakt mehr hielt – sind auf den Friedhof gekommen. Die Schwester zu der der Verstorbene wohl auch kaum Kontakt hielt, wenngleich man sich nicht gram war, kam extra nicht aus dem anderen Bundesland angereist, um nicht auf diesen Teil der Sippe stoßen zu müssen. Die Tragik, dass sie in der Woche in der er im Sterben lag, gerade in Berlin weilte. Mehrschichtige Stimmung also, Menschen, die sich gar nicht mehr die Hände reichen wollen und es nun doch taten. Und trotz der unschönen Geschichten, die ich natürlich im Laufe der Jahre immer wieder mal hörte: keine Mutter sollte verdammt noch mal am Grab ihres Sohnes (oder Tochter) stehen müssen.„Wir gedachten N. M. in der Musik.” So heißt es dann, wenn der arbeitslose Trauerredner sich kurz vor der Urne verneigt und die Anwesenden auffordert, die eigenen Blumen wieder an sich zu nehmen und zum Auszug aus der Kapelle draußen ein Spalier zu bilden. Die Musik aus der Klischeekiste (ok[...]



Leseempfehlung

2017-09-10T09:58:23.389+02:00

Die AfD ist für gar nichts die Alternative. Punkt. Warum aber die FDP genauso wenig eine Alternative für oder gegen Merkel, pro und contra Schulz (wie man es immer sehen möchte) ist, … ach lest selbst:

Programm der FDP – Warum uns mit Merkels Praktikant die Krise droht.



Franzl!!!

2017-09-09T09:40:52.229+02:00

Ich hatte mir als Erben für die vor fünf Wochen verstorbene Nachbarkatze Paula einen Kuhkater gewünscht. (Purer Egoismus, mir fehlt Lino. Und Kuhkater sind's einfach irgendwie.) Naja, man kann ja als Ferienpflegebeauftragte ruhig mal Wünsche äußern.

Gestern Abend fuhr die Nachbarin sich um 18:00 Uhr einen 9jährigen Kater einer Kollegin angucken (ein zweites Baby, da ist die Katze zuviel – no comment.)

Um 20:00 Uhr hat sich ein aufgeweckter neuer vierbeiniger Freund in meine Hand geschmiegt und bewundern lassen (bildschön bis hin zur weißen Schwanzspitze im schwarzen Schwanz).

Ein perfekter freundlicher Kuhkater. Namens Franz.



Aprikosen-Desaster 2017

2017-08-25T10:43:00.358+02:00

Ich habe in diesem Jahr versucht Aprikosen in allen Varianten für traurige aprikosenfreie Zeiten zu konservieren. Also habe ich sie eingefroren, eingeweckt und als Kompott eingemacht. Und überhaupt kein Glück dabei gehabt. Na gut, von den eingefrorenen Aprikosen kann man das noch nicht sagen – aber die eingeweckten Aprikosen waren kurz vor dem Hochgehen. Das Kompott schimmelte.

Hat jemand Ideen? Oder sind Aprikosen dafür einfach nicht gemacht?



Tempelhofer Feld

2017-08-25T10:14:54.723+02:00

Heute mit den Kumpanen aus der Maßnahme für Glück und Lebensfreude wieder einmal auf dem Tempelhofer Feld gewesen: Drachen steigen lassen. Für Nichtberliner: auf dem ehemaligen Flugfeld vom Flughafen Tempelhof geht eigentlich immer ein bisschen Wind. Deswegen weiß man auch immer, wenn man auf diesem Feld ist, dass Berlin doch am Meer liegt.

Dieses Feld ist so toll, immer wieder. Es hat einfach ein irre gutes Energiefeld. Es ist als würde man dort auf einer riesigen Tankstelle liegen, laufen, stehen, skaten, Rad fahren – was auch immer – und Kraft tanken. Dieses Feld ist einfach ein Stück Wunder.

Und wir hatten viel Spaß mit unseren Drachen. Ein Mignon-Drache hatte das Weite gesucht und überquert vermutlich gerade die Ostsee. Aber am Besten flog der Star Wars-Drachen für 2 Euro 99 vom MäcGeiz so vor sich hin. Habe seit heute großen Respekt vor Star Wars-Drachen.

Den lustigen Clowns-Drachen hatten wir dem nebenan befindlichen Ehepaar mit zwei Jungen aus den Niederlanden zum Spaß haben leihweise überlassen. (Und die hatten Spaß!) Verdammt, wieder vier Leute mehr, die diesem Ausland erzählen werden, dass wir Berliner so verdammt nett sind.

(Aus der Reihe: Als ich dieses Blogpost schrieb, habe ich eine Mücke getötet. Mit Mücken habe ich es nicht mehr so in diesem Jahr. Mückenoverload.)



Meldung

2017-08-22T12:17:07.573+02:00

Ich bin gerade etwas faul im Blog. Die letzten zwei Wochen waren durchaus bewegt, wir haben die Mutter der besten Freundin versucht zu begleiten hinsichtlich der Trauer, ihres Zustandes im Allgemeinen und ihrer künftigen Wohnsituation im Speziellen.

Die Wohnsituation … sehr sehr gruselig, trotz hochgradiger Pflegestufen, die Wohnung – die wir seit Dezember mehrfach selbst geputzt haben und eigentlich für gutes Geld regelmäßig gereinigt verstanden hatten über das Pflegeunternehmen – in einem noch viel schlechteren Zustand als jemals zuvor – als die Mutter nämlich selbst noch keine Pflegestufe hatte.

Gestern sollte die Mutter erstmals wieder in der (für viel Geld von einem Profiunternehmen komplett gereinigten Wohnung … naja) übernachten. Da kam die Physiotherapeutin vorbei, die erzählte, dass die Eltern (wir erinnern uns: der Vater nach seinem letzten Krankenhausaufenthalt wirklich auf Pflege angewiesen mit mindestens täglicher Reinigung seiner Atemgeräte) teilweise bis zu vier Tage komplett unversorgt blieben. Es ist nicht auszuschließen, dass die Eltern vielleicht die Termine selber abgesagt hatten – nur hätte es dann Meldung bei der Tochter geben müssen. Nichts. Außer Geld kassieren. Offensichtlich wurde mehr Pflegestufe, mehr Geld verstanden als weniger Leistung erbringen müssen. Ich habe schon seit einigen Tagen das Gefühl, dass sich das noch zum Krimi entwickeln könnte.

Man, man, man. Wer in diesem Land auf Pflege angewiesen ist und niemanden mehr hat, der ständig auf deren Qualität guckt – der hat verloren!

Gestern noch schnell zu zweit den Keller ausgeräumt. Heute war Sperrmülltermin, der die nicht mehr so schönen Matratzen abholen sollte, die Kleidung vom Vater und diversen medizinisches Gerät, das anderen nicht mehr zumutbar ist. Das wollten wir kurzerhand nutzen. Gefühlte Millionen von Schrauben, gesammeltem Geschenkpapier, Reiseprospekten (!) und Übertöpfe entsorgt. Plastikaufbewahrungsbehälter! In allen Variationen mit Netz und ohne, mit Deckel und ohne. Es war offensichtlich des Vaters große Leidenschaft Behältnisse aus Plastik zu sammeln. Ich glaube nicht, dass ich lüge, wenn ich sage, dass wir alleine acht Sperrmüllsäcke nur mit solchem Plastikkram befüllt haben. Und glaubt nich, wir hätten jetzt die Mutter in absoluter Tupperwaren-Armut zurück gelassen. Direkt ein angestrengtes Verhältnis zum Keller bekommen. Wieder einmal begriffen, wie wertlos die Dinge werden, die einmal Wert hatten. Dinge gefunden, die in der Geschichte, den Vater noch einmal mehr als Arschloch gegenüber seiner Tochter präsentiert haben.

Ich habe keine Ahnung, was diesen Mann dazu getrieben hatte in seinem Sein so ein Unmensch den Menschen gegenüber zu sein, die er eigentlich hätte lieben, beschützen und glücklich machen sollen. Da gibt es keine Entschuldigung, auch nicht in einer verkorksten Kindheit.

Gestern früh die Idee gehabt der Freundin, die doch so wenig essen kann, aus den wenigen Dingen die sie verträgt schnell ein Macadamianuss-Krokant gemacht. Das ihr offensichtlich gut getan hatte. Also im halbwegs vertragen können und in der Freude.

Apropos Freude: ich weiß, ich bin spät mit meinem Dankeschön – aber ganz lieben Dank für die liebevolle Katzenunterstützung, auch im Namen von Tally und Shiinchen. Das ist mir immer eine große Freude und den Katzen sowieso! Danke!