Subscribe: Tagebuch12-39
http://myblog.de/rss.php?blog=falco
Added By: Feedage Forager Feedage Grade C rated
Language: German
Tags:
alles  als  auf  das  die  ein  einmal  ich  karsten  man  mir  mit  mußte  mädchen  nicht  oder  sich  sollte  tagebuch  und  war 
Rate this Feed
Rate this feedRate this feedRate this feedRate this feedRate this feed
Rate this feed 1 starRate this feed 2 starRate this feed 3 starRate this feed 4 starRate this feed 5 star

Comments (0)

Feed Details and Statistics Feed Statistics
Preview: Tagebuch12-39

Tagebuch12-39





 



Do., 27.6.1977, Gertrud-Bäumler-Gymnasiu

Tue, 22 Mar 2005 14:39:00 +0100

Do., 27.6.1977, Gertrud-Bäumler-Gymnasium, 5. Stunde Biologie-Unterricht der 6c bei Herrn Bachwien. Der Pauker, ein kleiner, witziger Mann um die 40, erzählte irgend etwas über Vogelkolonien in entfernten Ländern. Neben mir saßen meine besten Freunde Michael und Jens, hinter mir Anja und Claudia. 18 Tage vor meinem 12. Geburtstag langweilte ich mich - mal wieder - zu Tode. Man suchte Zerstreuung, der Unterricht war gähnend langweilig und die "Käse-Kästchen" und "Schiffe-versenk-Meisterschaften" innerhalb der 6c schon längst entschieden.

Wir befanden uns im sog. Sommerloch - keinen Bock auf Spiele, auf Lernen, auf Bolzen, einfach auf gar nichts. Alles schien bereits ausprobiert und abgehandelt. Alles? Wirklich alles? Mir kam ein verrückter, ja fast revolutionärer Gedanke: Warum sich nicht einmal mit den Wesen befassen, die man Mädchen nannte?

Warum nicht einmal mit ihnen reden oder gemeinsam Mist machen? Vielleicht konnte ich ja sogar mit "denen" Spaß haben? Jenen Geschöpfen, die unserer Meinung nach nur zum Ärgern, Stricken und zum Puppenspielen gut waren? Man stelle sich das einmal vor - ein Mädchen im Fußballtor oder im Waldversteck. Grausamer Gedanke! Doch wie anstellen? Wie diesen ...Menschen näher kommen, die sich zT so nett anziehen konnten, schön rochen und manchmal komische Ausbildungen in Brusthöhe besaßen, von uns verächtlich Titten oder Dinger genannt, da wir sie a) nirgendswo richtig einordnen konnten, und b) diese Ausdrücke in irgendwelchen Filmen fielen, die wir ungeheuer cool fanden.

Außerdem mußte das Gesicht bei seinen Kumpels gewahrt werden, damit man nicht als Spielkamerad der "Weiber" für immer abgestempelt und ins Off gestellt wurde.

Schwierig, schwierig.

Idee! Ich drehte mich ruckartig um, stiebitze Anja´s Federmappe und machte mich gerade daran, irgendetwas cooles und zweideutiges darauf zu verewigen (was das sein sollte war mir völlig schleierhaft), als ich es entdeckte: Ein riesiges rotes Herz mit der Inschrift "Anja & Karsten lieben sich".

Schluck..., na ja, hat sich dann wohl erübrigt. Kleinlaut legte ich die Mappe zurück auf ihren Platz, mit dem festen Vorsatz, meinen lieben Klassenkameraden Karsten in der nächsten großen Pause erst einmal so richtig auszuquetschen.

Was bildete der sich denn ein? Einfach so mit Mädchen rumzumachen? Das ist vielleicht ein feiner Kollege...schämen sollte er sich! Ich war enttäuscht aber auch erleichtert, dass ich bei dieser nächsten grossen Aufgabe der Völkerverständigung zwischen den Mädchen und Jungen der 6c nicht den Anfang machen mußte. Karsten schien da bereits über einschlägige Erfahrungen zu verfügen...

Meine Neugierde war geweckt. Jetzt erst recht, jetzt mußte das Projekt "1977 - Landung beim weiblichen Geschlecht" gestartet werden.

Endlich der Pausengong. Ich ließ Karsten nicht aus den Augen. Verfolgte ihn wie der Wolf seine Beute durch die Klassen- und Pausenräume bis auf den Sportplatz. Er war alleine. Gut so. Ich packte ihn mir und es folgte ein Gespräch - Dauer ca. 20 Minuten - welches mein gesamtes Leben beeinflussen und verändern sollte - was ich damals natürlich noch nicht ahnen konnte.



Du willst wirklich dein Tagebuch ins Web

Sun, 20 Mar 2005 07:55:00 +0100

Du willst wirklich dein Tagebuch ins Web stellen? Diese Frage mußte ja gerade von meinem besten Freund kommen. Warum denn nicht?, war die einzige Antwort die mir einfiel. Wenn ich schon seit 27 Jahren Tagebuch schreibe und bereits in den Achtziger und Neunziger Jahre diese Detailinfos zu meinen Erlebnissen in eine (so hoffe ich) lesbare Geschichte verarbeitet hatte, dann kann ich sie doch genauso einer größeren Zahl von Interessenten zur Verfügung stellen. Parallel kann ich das Geschreibe von damlas aktualisieren und im ein oder anderen Punkt modernisieren.

So sitze ich als klassischer Vertreter der "Golf-Generation" mit meinen 39 Lenzen vor dem PC und schaue zurück in die Vergangenheit, besser in das Jahr 1977. Das Jahr in dem quasi alles begann. Als mein Freund Karsten mir klar machte, dass es "da draussen" noch etwas anderes gab, als Fußball zu spielen und sich Gedanken um seine ersten Pickel zu machen.

Dieses "andere" sollte das andere Geschlecht sein - die Mädchen!